
Diplomatische Bauchlandung in New York: Wie Deutschland sich selbst aus dem Weltsicherheitsrat manövriert

Es ist eine Szene, die sinnbildlicher kaum sein könnte: Während die Bundesrepublik Jahr für Jahr Milliarden in die Kassen der Vereinten Nationen pumpt, droht ihr nun die kalte Schulter. Heute stimmt die UN-Generalversammlung in New York über die freiwerdenden Sitze im Weltsicherheitsrat für die Jahre 2027/28 ab – und ausgerechnet Deutschland, einst gesetzter Favorit, zittert wie ein Schuljunge vor der mündlichen Prüfung.
Vom Selbstläufer zum Sorgenkind
Wer die jüngere Geschichte kennt, dem muss diese Entwicklung wie ein Aprilscherz vorkommen. Nach der Wiedervereinigung bewarb sich Deutschland alle acht Jahre routiniert um einen der nicht-ständigen Sitze – und wurde jedes Mal gewählt. Bei der letzten erfolgreichen Kandidatur für die Amtszeit 2019/20 erhielt die Bundesrepublik sage und schreibe 184 von 190 Stimmen. Ein Triumph, der heute wie aus einer anderen Epoche wirkt.
Diesmal treten Deutschland, Österreich und Portugal gegeneinander an – um lediglich zwei Plätze in der „Gruppe westeuropäischer und anderer Staaten“. Portugal gilt als gesetzt, nicht zuletzt, weil UN-Generalsekretär António Guterres als gebürtiger Portugiese seine schützende Hand über die Bewerbung seines Heimatlandes hält. Und dass nun ausgerechnet das kleine Österreich höher gehandelt wird als die selbsternannte Führungsmacht Europas, ist eine schallende Ohrfeige.
Ein Sieg Österreichs wäre vor allem eines: eine bewusste Entscheidung der Weltgemeinschaft gegen Deutschland.
Wenn Geld nicht mehr genügt
Was tat die Bundesregierung, um Stimmen zu sammeln? Sie stellte ihr Scheckbuch in den Vordergrund. Deutschland sei der weltweit zweitgrößte Geldgeber der UN, lautete das Werbeargument. Doch siehe da: Mit Geld allein lässt sich Respekt offenbar nicht erkaufen. Die nötige Zweidrittelmehrheit der 193 Mitgliedsstaaten scheint ernsthaft in Gefahr. Wer geglaubt hatte, internationale Diplomatie funktioniere nach dem Prinzip „Wer zahlt, schafft an“, der wird heute eines Besseren belehrt.
Russland sät Misstrauen – und findet Gehör
Pikant wird die Lage durch den russischen UN-Botschafter Wassily Nebensja, der in einer Rede vor der Vollversammlung kräftig gegen Berlin austeilte. Die „militärischen Aktivitäten“ Deutschlands müssten „besonderer Beobachtung“ unterliegen, forderte er. Moskau verwies sogar auf das Verfahren vor dem Internationalen Strafgerichtshof, in dem geprüft werde, ob die Bundesrepublik mit ihren Waffenlieferungen an Israel ihre völkerrechtlichen Pflichten verletze. Der eigentliche Grund für diese Breitseite dürfte freilich Deutschlands Unterstützung der Ukraine sein. Doch so isoliert der Kreml im Westen auch erscheinen mag – seine Stimme verhallt in vielen Teilen der Welt keineswegs ungehört.
Der Spagat, der niemandem gefällt
Hinzu kommt das diplomatische Lavieren Berlins im Nahost-Konflikt. Bei Anti-Israel-Resolutionen enthält sich Deutschland regelmäßig der Stimme – ein Verhalten, das beide Lager gegen die Bundesrepublik aufbringt. Die einen werfen Berlin vor, Israel nicht klar genug zu verurteilen, die anderen, sich nicht eindeutig zu bekennen. Wer zwischen allen Stühlen Platz nimmt, sollte sich nicht wundern, wenn ihm am Ende keiner mehr einen Stuhl reicht.
Und dann wäre da noch der Schlingerkurs von Bundeskanzler Friedrich Merz in der Frage des Iran-Krieges. Mal nennt er den US-israelischen Angriff gerechtfertigt, dann wieder einen Fehler – im Wochentakt wechseln die Signale. International herrscht, gelinde gesagt, Irritation. Die Frage der Verlässlichkeit steht offen im Raum. Wer kann es den übrigen Nationen verdenken, wenn sie sich fragen, wofür Deutschland eigentlich noch steht?
Ein selbstverschuldeter Niedergang
Es ist eine bittere Pointe der Geschichte, dass ausgerechnet die ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock als Präsidentin der UN-Generalversammlung heute das Ergebnis verkünden dürfte. Sollte Deutschland tatsächlich gegen Portugal und das beschauliche Österreich unterliegen, wäre dies ein herber Rückschlag für die schwarz-rote Regierung Merz – und ein Armutszeugnis für eine Außenpolitik, die jahrelang mehr auf Moralpredigten als auf strategische Klugheit gesetzt hat. Außenminister Johann Wadephul reiste zuletzt sogar ins kleine Königreich Tonga, um dort um Unterstützung zu betteln. Ein Bild, das die Verzweiflung in Berlin treffend illustriert.
Der Ansehensverlust Deutschlands auf der internationalen Bühne kommt nicht von ungefähr. Er ist das Ergebnis einer Politik, die seit Jahren mehr mit sich selbst und ideologischen Befindlichkeiten beschäftigt ist als mit den knallharten Realitäten der Weltpolitik. Eine Niederlage in New York wäre symptomatisch – und ein Weckruf, der hoffentlich endlich gehört wird.
Gold als stiller Zeuge schwindenden Vertrauens
Was hat das alles mit Edelmetallen zu tun? Mehr, als man auf den ersten Blick vermuten mag. In Zeiten, in denen das internationale Vertrauen in eine Nation und ihre Institutionen erodiert, in denen geopolitische Unsicherheit und politischer Schlingerkurs Hand in Hand gehen, suchen kluge Anleger nach Beständigkeit. Während Diplomatie wankt und Bündnisse bröckeln, hat physisches Gold seinen Wert über Jahrtausende hinweg bewahrt. Es kennt keine Wahlniederlagen, keine ideologischen Moden und keine Abstimmungen in fernen Sälen. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen bleibt es ein Anker der Stabilität – gerade dann, wenn die politischen Gewissheiten ins Rutschen geraten.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir empfehlen jedem Leser, sich eigenständig zu informieren und Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen. Eine Haftung für etwaige finanzielle Verluste ist ausgeschlossen.

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