
Doppeltes Budget, halber Erfolg: SPD verliert das Duell in Schwerin

In Mecklenburg-Vorpommern läuft ein Wahlkampf, der eine alte Gewissheit der Berliner Politikbetriebs-Logik zerlegt: Geld schlägt Stimmung. Am 20. September wird der Landtag neu gewählt – und ausgerechnet die Partei mit dem dicksten Portemonnaie liegt in den Umfragen zurück. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig geht Medienberichten zufolge mit rund 1,1 Millionen Euro ins Rennen, die AfD mit gut 650.000 Euro. Fast das Doppelte – und trotzdem läuft die Regierungspartei hinterher.
Rekordbudget der AfD – und trotzdem der Underdog
Für die AfD im Nordosten ist die Summe ein Novum: Nie zuvor hatte der Landesverband so viel Geld für einen Wahlkampf zur Verfügung. 2021 waren es Berichten zufolge noch rund 400.000 Euro.
Landeschef Enrico Schult führt den Sprung auf eine gestiegene Spendenbereitschaft zurück. Viele Menschen erhofften sich durch seine Partei „einen wirklichen Wechsel", deshalb sei die Spendenbereitschaft höher als bei früheren Wahlen, wird er zitiert. Das Geld stamme überwiegend von Privatpersonen und kleinen mittelständischen Betrieben, Großspender gebe es kaum.
Die Zahlen, die Schwesig wehtun
Und der Effekt? Eine neue Insa-Erhebung für den „Nordkurier", veröffentlicht am 13. August, zeigt die AfD bei 36 Prozent, die SPD bei 29 Prozent. Beide legten je einen Punkt zu. Erhoben wurden die Daten zwischen dem 4. und 11. August unter 1.000 Befragten, die Fehlertoleranz gibt das Institut mit 3,1 Prozentpunkten an.
Zur Erinnerung: Bei der Landtagswahl 2021 kam die AfD auf 19,3 Prozent. Eine Verdoppelung binnen fünf Jahren – und das gegen einen Apparat, der über deutlich mehr Mittel verfügt.
- AfD: 36 Prozent
- SPD: 29 Prozent
- Linke: 11 Prozent
- CDU: 10 Prozent
- Grüne: 5 Prozent, BSW: 4 Prozent, FDP: 3 Prozent
Die CDU als tragische Nebenfigur
Besonders bitter dürfte der Befund für die Union sein. Die CDU im Land hält ihr Budget laut Generalsekretärin Katy Hoffmeister bei rund einer Million Euro und damit ungefähr auf dem Niveau der letzten Wahl. Ergebnis: zehn Prozent – ein Wert, der eher an eine Kleinpartei erinnert als an die Kanzlerpartei von Friedrich Merz.
Auch die Grünen rüsten kräftig auf. Nach eigenen Angaben wurde der ursprünglich für Ende 2025 beschlossene Wahlkampfhaushalt von 350.000 auf 800.000 Euro mehr als verdoppelt. Für eine Partei, die derzeit an der Fünf-Prozent-Hürde klebt, ist das ein bemerkenswerter Einsatz. Die Linke zieht mit 600.000 Euro ins Rennen – ebenfalls Landesrekord.
Wenn Plakate keine Politik ersetzen
Rechnerisch reicht es der Umfrage zufolge für Rot-Rot-Grün: SPD, Linke und Grüne kämen zusammen auf 44 Prozent. Ein Bündnis also, das die stärkste Kraft außen vor ließe – demokratisch zulässig, aber politisch heikel.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Vergleich der Kassen vor allem eines: Wahlkampfetats sind kein Ersatz für Zustimmung. Wo Bürger das Gefühl haben, dass Wirtschaftskraft, innere Sicherheit und Alltagssorgen im Norden zu lange verwaltet statt gelöst wurden, hilft auch das teuerste Plakat nicht weiter.
Umfragen bleiben Momentaufnahmen, keine Prognosen. Fünf Wochen sind im Wahlkampf eine lange Zeit. Doch der Trend ist unübersehbar – und er lässt sich offenbar nicht kaufen.

Der große Der große Das große Live-Webinar am 26. August – was jetzt über Konto, Erbe und Bargeld entschieden wird. Und wie Sie Ihr Vermögen legal schützen.
Live mit Ernst Wolff, Dr. Hans-Georg Maaßen, Prof. Dr. Ulrike Guérot, Dr. Paul Brandenburg, Gerald Grosz, Tom-Oliver Regenauer & einem anonymen Banken-Insider – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

ErnstWolff

Dr. Hans-GeorgMaaßen

Prof. Dr. UlrikeGuérot

Dr. PaulBrandenburg

GeraldGrosz

Tom-OliverRegenauer

Bankeninsider(anonym)
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik



















