
Elektro-Lastenrad-Traum zerplatzt: Plauener Firma scheitert an der Realität des Marktes
Es ist eine Geschichte, die symptomatisch für die grüne Mobilitätsutopie steht: Die VOWAG GmbH aus dem sächsischen Plauen, ein Hersteller elektrischer Lastenräder, ist endgültig gescheitert. Das Amtsgericht Chemnitz hat das Insolvenzverfahren eröffnet, die Produktionshalle ist bereits geräumt. Was bleibt, ist die ernüchternde Erkenntnis, dass ideologiegetriebene Geschäftsmodelle an der harten Wirklichkeit des Marktes zerschellen – wenn der Kunde schlicht nicht bereit ist, über 14.000 Euro für ein Lastenfahrrad auf den Tisch zu legen.
Ein Maschinenbauer und sein Traum von der „Verkehrswende"
Gründer Sven Knorr, ein studierter Maschinenbauer, hatte das Unternehmen 2020 ins Leben gerufen. Die Vision: Mit kompakten Elektro-Lastenrädern die sogenannte „letzte Meile" der urbanen Logistik ökologischer gestalten. Das Kernprodukt, das Modell „Cargo M", war nur 98 Zentimeter breit, galt rechtlich als Fahrrad und benötigte weder TÜV-Zulassung noch Führerschein. Auf dem Papier klang das durchaus clever – 100 Kilometer Reichweite, 500 Kilogramm Zuladung, nutzbar auf Radwegen.
Doch zwischen einer hübschen Produktpräsentation und einem funktionierenden Geschäftsmodell liegen bekanntlich Welten. Gerade einmal 160 Fahrzeuge konnte die VOWAG in ihrer gesamten Unternehmensgeschichte absetzen. Bei zeitweise bis zu acht Mitarbeitern dürfte jedem kaufmännisch halbwegs Bewanderten klar sein, dass diese Zahlen nicht einmal ansatzweise für eine tragfähige Existenz reichen.
14.000 Euro für ein Fahrrad – wer soll das bezahlen?
„Alles aus. Die Bude ist insolvent, jede Hoffnung hat sich zerschlagen", wird Knorr zitiert. Der 63-Jährige benennt dabei selbst die Ursachen mit bemerkenswerter Offenheit: Der Preis sei zu hoch gewesen, und es hätten Bestellungen öffentlicher Stellen gefehlt. Letzteres ist besonders aufschlussreich. Denn offenbar hatte man fest damit gerechnet, dass Kommunen und staatliche Einrichtungen die überteuerten Gefährte mit Steuergeldern ordern würden – jene Art von Subventionswirtschaft also, die in Deutschland mittlerweile als Geschäftsmodell durchgeht.
Dass private Kunden nicht Schlange standen, um 14.000 Euro für ein motorisiertes Lastenfahrrad auszugeben, dürfte niemanden überraschen, der noch einen Funken wirtschaftlichen Sachverstand besitzt. Für diesen Betrag bekommt man einen soliden Gebrauchtwagen – mit Dach, Heizung und deutlich mehr als 25 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit.
Der Insolvenzverwalter sieht keine Rettung
Der vom Gericht bestellte Insolvenzverwalter Dr. Marlon Foit hatte zunächst den Auftrag, nach möglichen Investoren zu suchen. Doch auch er hält das Unternehmen nicht für sanierungsfähig. Eine Rettung ist damit ausgeschlossen. Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen 205 IN 4/26 am Amtsgericht Chemnitz.
Symptom einer fehlgeleiteten Wirtschaftspolitik
Die Pleite der VOWAG ist mehr als nur das Scheitern eines einzelnen Unternehmens. Sie ist ein Sinnbild für die Naivität, mit der in Deutschland seit Jahren die sogenannte „Verkehrswende" propagiert wird. Auf der Internetseite der Firma wird nach wie vor damit geworben, die „Verkehrswende aktiv mitgestalten" zu wollen. Schöne Worte, die sich in bare Münze nie verwandeln ließen.
Während die Politik jahrelang Lastenräder als Allheilmittel für urbane Mobilität anpries und manche Kommunen sogar üppige Kaufprämien auslobten, zeigt die Realität ein anderes Bild. Der deutsche Mittelstand braucht keine ideologischen Luftschlösser, sondern praxistaugliche und bezahlbare Lösungen. Wer glaubt, die Logistik einer Industrienation mit Fahrrädern revolutionieren zu können, der hat den Bezug zur Wirklichkeit verloren.
Gründer Knorr hat indes bereits neue Pläne: Er wolle sich nun verstärkt um seine Enkel kümmern. Man kann ihm nur wünschen, dass ihm das mehr Freude bereitet als der Versuch, überteuerte Lastenräder an einen Markt zu verkaufen, der sie schlicht nicht haben wollte. Manchmal ist die ehrlichste Antwort des Marktes eben ein klares Nein.
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