
EU nimmt Billig-Moderiesen Shein ins Visier: Illegale Produkte und manipulatives Design
Brüssel macht Ernst. Die Europäische Union hat am Dienstag eine formelle Untersuchung gegen den chinesischen Online-Händler Shein eingeleitet – und die Vorwürfe haben es in sich. Es geht um den Verkauf illegaler Produkte, darunter mutmaßliches Material sexuellen Kindesmissbrauchs, sowie um ein bewusst süchtig machendes Plattformdesign. Was sich wie ein dystopischer Albtraum anhört, ist offenbar bittere Realität im europäischen Online-Handel.
Frankreich schlug Alarm – Brüssel reagierte
Den Stein ins Rollen brachte Frankreich, das die EU-Kommission bereits im November vergangenen Jahres aufgefordert hatte, gegen den Verkauf von kindähnlichen Sexpuppen auf der Shein-Plattform vorzugehen. Ein Skandal, der sprachlos macht. Shein habe daraufhin den Verkauf sämtlicher Sexpuppen weltweit eingestellt, doch der Schaden war bereits angerichtet. Dass ein Unternehmen dieser Größenordnung solche Produkte überhaupt auf seiner Plattform dulden konnte, wirft fundamentale Fragen über die Kontrollmechanismen auf.
Die Untersuchung stützt sich auf den Digital Services Act (DSA), jenes europäische Regelwerk, das Online-Plattformen verpflichtet, entschiedener gegen illegale und schädliche Inhalte vorzugehen. EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen erklärte, man werde prüfen, ob Shein seinen Pflichten und seiner Verantwortung nachkomme. Man darf gespannt sein, ob den Worten diesmal auch Taten folgen.
Manipulatives Design: Wie Shein seine Nutzer an die Plattform fesselt
Besonders brisant ist der zweite Untersuchungsschwerpunkt: das sogenannte „Addictive Design" der Plattform. Shein setzt offenbar gezielt auf Belohnungssysteme – Punkte, Prämien, gamifizierte Elemente –, die Nutzer zu immer mehr Interaktion und letztlich zu immer mehr Käufen verleiten sollen. Wer einmal in diesem digitalen Hamsterrad gelandet ist, kommt nur schwer wieder heraus. Besonders für jüngere Nutzer könnte dieses System verheerende Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden haben.
Auch die Transparenz der Empfehlungsalgorithmen steht auf dem Prüfstand. Welche Produkte werden Nutzern vorgeschlagen? Nach welchen Kriterien? Und wissen die Verbraucher überhaupt, dass sie von einer unsichtbaren digitalen Hand durch den virtuellen Laden geführt werden? Diese Fragen sind nicht trivial – sie betreffen Millionen europäischer Konsumenten.
Shein gibt sich kooperativ – doch reicht das?
Der chinesische Konzern beteuerte, man werde weiterhin mit den EU-Behörden zusammenarbeiten und habe bereits erheblich in Compliance-Maßnahmen investiert. Altersverifikationssysteme seien eingeführt worden, Erkennungstools verbessert, Risikobewertungen durchgeführt. Klingt nach dem üblichen Krisenmanagement-Einmaleins. Ob diese Maßnahmen mehr als kosmetischer Natur sind, wird die Untersuchung zeigen müssen.
Temu bereits im Fadenkreuz – ein Muster wird sichtbar
Shein ist keineswegs der einzige chinesische Online-Riese, der ins Visier der EU geraten ist. Der Konkurrent Temu wurde bereits im vergangenen Jahr wegen Verstößen gegen den DSA belangt – auch dort ging es um mangelnde Kontrolle illegaler Produkte und manipulative Designelemente. Eine endgültige EU-Entscheidung könnte noch in diesem Jahr fallen.
Was sich hier abzeichnet, ist ein systemisches Problem. Chinesische Billigplattformen überfluten den europäischen Markt mit Waren, deren Qualität und Legalität oft mehr als fragwürdig sind. Sie untergraben nicht nur europäische Sicherheitsstandards, sondern auch den fairen Wettbewerb mit heimischen Händlern, die sich an strenge Regulierungen halten müssen. Dass die EU hier endlich durchgreift, war längst überfällig – doch ob Bußgelder von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes tatsächlich abschreckend wirken, bleibt abzuwarten.
Ein Weckruf für den europäischen Verbraucherschutz
Die Untersuchung gegen Shein sollte auch als Mahnung an die deutsche Politik verstanden werden. Während man sich hierzulande mit ideologischen Debatten beschäftigt, dringen ausländische Konzerne nahezu ungehindert in den europäischen Markt ein – mit Produkten, die teilweise nicht einmal grundlegenden Sicherheitsstandards genügen. Es braucht nicht nur EU-Regulierung, sondern auch nationale Wachsamkeit und den politischen Willen, europäische Verbraucher und Unternehmen konsequent zu schützen. Die Zeiten des naiven Freihandels-Optimismus sollten endgültig vorbei sein.
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