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22.10.2026
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Europa ohne Kapitän: Paris brennt, Berlin wankt, Madrid wählt neu!

Europa ohne Kapitän: Paris brennt, Berlin wankt, Madrid wählt neu!
Symbolbild: KI-generiert

Europa steckt in einer politischen Krise, wie sie zu keinem schlechteren Moment hätte kommen können. Brüssel verhandelt gerade über den größten Haushalt seiner Geschichte, die Ukraine braucht weiter Geld, und aus Washington, Moskau und Peking wächst der Druck. Gleichzeitig kämpfen ausgerechnet die Regierungen in Frankreich, Deutschland und Spanien im Herbst 2026 mit sich selbst.

Die Folge: Die EU, die sich so gern als geopolitisches Schwergewicht sieht, verliert an Handlungsfähigkeit. Wer soll Europa führen, wenn die Führungsmächte nur noch ihre eigenen Brände löschen?

Zwei Billionen Euro – und keiner hat den Kopf frei

Für den mehrjährigen EU-Haushalt 2028 bis 2034 hat die EU-Kommission Medienberichten zufolge einen Entwurf über rund zwei Billionen Euro vorgelegt. Die Nettozahler Deutschland, Niederlande, Schweden und Österreich lehnen das ab. Die irische Ratspräsidentschaft hat deshalb einen Kompromiss vorgeschlagen, der etwa 160 Milliarden Euro kleiner ausfallen soll.

Laut Berichten wollen die Mitgliedstaaten noch vor den Wahlen 2027 in Frankreich, Polen und Italien eine Einigung erreichen. Das Problem: Jede Regierung, die zu Hause um ihr Überleben kämpft, hat in Brüssel kaum Spielraum. Am Ende zahlen vor allem die Nettozahler, und Deutschland zahlt am meisten.

Frankreich: Hunderttausende auf der Straße

In Paris ist die Lage besonders brisant. Bei landesweiten Protesten am 17. Oktober gingen laut Innenministerium rund 550.000 Menschen auf die Straße, die Organisatoren sprechen sogar von 800.000. Gerechnet hatten die Behörden mit etwa 200.000. Es geht um hohe Lebenshaltungskosten, magere Gehälter und marode Schulen.

Am Rande kam es zu Plünderungen und Straßenschlachten. Innenminister Laurent Nuñez soll eingeräumt haben, dass die Sicherheitskräfte in mehreren Großstädten zeitweise die Kontrolle verloren hätten. Sein Rücktrittsgesuch lehnte Präsident Emmanuel Macron ab. Dazu kommen hohe Schulden und steigende Zinskosten. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone wirkt damit eher wie ein Risiko als wie ein Stabilitätsanker.

Berlin: Eine Koalition am seidenen Faden

Auch in Deutschland ist von Aufbruch wenig zu sehen. Die Große Koalition unter Kanzler Friedrich Merz rutscht von einem Streit in den nächsten: Stromsteuer, Zuckersteuer, Rente, Arbeitsmarkt. Nach den Landtagswahlen im September ist die CDU Berichten zufolge erstmals sogar aus einem Landesparlament geflogen.

Zuletzt trat Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) zurück. Nachfolger soll Alexander Schweitzer werden, früher Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Merz betont, Deutschland brauche gerade jetzt eine stabile Regierung, um international handlungsfähig zu bleiben. Die Frage ist nur, ob Brüssel und Kiew diese Stabilität auch sehen. Viele Bürger sehen sie jedenfalls nicht: Seit Monaten liegen die Umfragewerte von Union und SPD am Boden.

Spanien: Flucht in die Neuwahl

In Madrid hat Ministerpräsident Pedro Sánchez nach Medienberichten vorgezogene Parlamentswahlen für den 29. November angekündigt. Zuvor war seine Minderheitsregierung im Parlament mit zwei Dekreten gegen die Wohnungsnot gescheitert. Damit ist auch die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone bis auf Weiteres mit sich selbst beschäftigt.

Ukraine und USA: Die Rechnung landet in Europa

Zur gleichen Zeit stellt sich die US-Außenpolitik unter Donald Trump neu auf. Für die Europäer heißt das: Bei der Finanzierung der Ukraine tragen sie einen immer größeren Teil der Last. Schon im Dezember 2025 hatten sich die EU-Staaten nach zähen Verhandlungen auf einen zinslosen Kredit für Kiew geeinigt. Die eingefrorenen russischen Vermögen blieben dabei zunächst außen vor.

Beobachter fürchten, dass schwache Regierungen in den Hauptstädten jetzt vor allem auf ein altbekanntes Mittel setzen: noch mehr gemeinsame Schulden. Freie-Wähler-Politiker in Brüssel warnen bereits ausdrücklich vor Eurobonds.

Was das für Sparer bedeutet

Eine EU ohne klare Führung, ein hoch verschuldetes Frankreich, eine wackelnde Bundesregierung: Diese Mischung schafft kein Vertrauen in Währung und Staatsfinanzen. In solchen Phasen haben Anleger historisch immer wieder auf Werte gesetzt, die nicht von politischen Mehrheiten abhängen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen ein Stabilitätsanker sein, ganz gleich, wer gerade in Paris, Berlin oder Madrid regiert.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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