
Feuer in Riad: Huthi-Raketen treffen Saudi-Arabien ins Mark

Schwarzer Rauch über der reichsten Hauptstadt der arabischen Welt: Am Samstag brannte ein Treibstofflager unmittelbar am King Khalid International Airport in Riad. Zuvor hatte die saudische Zivilverteidigung die Einwohner per Handy-Alarm vor einer "feindlichen Luftbedrohung" gewarnt. Es war Medienberichten zufolge der erste derartige Alarm für Riad seit der Eskalation mit der jemenitischen Huthi-Miliz im Juli.
Ein Tanklager mit Aramco-Logo in Flammen
Augenzeugen berichteten von aufeinanderfolgenden Explosionen. Von der Nachrichtenagentur Reuters veröffentlichte Bilder zeigten eine mächtige schwarze Rauchsäule über dem Tanklager; Feuerwehrleute löschten laut Berichten einen Brand an einem Tank mit dem Logo des Staatskonzerns Saudi Aramco.
Der Flugbetrieb kollabierte zeitweise. Der Dienst Flightradar24 stufte den Airport – einen der größten Luftdrehkreuze des Nahen Ostens – kurzzeitig auf den Höchstwert 5,0 seines Störungsindex ein. Verspätungen, Annullierungen, Chaos.
Wer steckt dahinter?
Der Militärsprecher der Huthi, Yahya Saree, reklamierte zwei Operationen für sich: Angriffe auf "sensible Ziele" in Riad mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen sowie ein Vorgehen gegen Aramco-Anlagen im Rotmeer-Hafen Yanbu. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.
Riad bestätigte, dass eine auf die Hauptstadt gerichtete ballistische Rakete abgefangen worden sei. Der Sprecher der saudisch geführten Koalition, Turki al-Malki, erklärte demnach zudem, weitere Angriffe auf Bisha, Taif, Farasan und Yanbu seien abgewehrt worden. Was das Feuer im Tanklager tatsächlich auslöste, ließ die Regierung offen. Ägypten, Jordanien und Kuwait verurteilten die Attacken, das US-Außenministerium warnte vor weiterer Eskalation.
Vom Waffenstillstand zum Flächenbrand
Der Jemen-Krieg begann 2014 mit der Einnahme Sanaas durch die Huthi, 2015 folgte die saudische Intervention. Ein brüchiger Waffenstillstand hielt seit 2022 – bis zum Sommer 2026. Zuletzt hatte es einen vergleichbaren Schlag im März 2022 gegeben, als ein Aramco-Lager bei Dschidda während des Formel-1-Wochenendes brannte.
Neu ist die geografische Reichweite: Der Krieg, der Ende Februar mit amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran seine jüngste Dimension bekam, erreicht nun das Herz des Königreichs. Berichten zufolge hat US-Präsident Donald Trump saudische Bitten um eine direkte militärische Intervention gegen die Huthi bislang zurückgewiesen. Das Königreich steht ziemlich allein da.
Warum das an deutschen Zapfsäulen ankommt
Die ökonomische Rechnung ist brutal simpel. Die Straße von Hormus gilt als faktisch blockiert, die Huthi kontrollieren nach eigenen Angaben inzwischen die Meerenge Bab al-Mandab. Rund zwei Drittel seiner Exporte – mehr als vier Millionen Barrel täglich – hatte Riad Berichten zufolge über das Rote Meer umgeleitet; die wichtige Ost-West-Pipeline wurde nach Drohnenangriffen vorsorglich stillgelegt.
Die Folge: Brent notierte zuletzt bei rund 107 Dollar je Fass. Im Februar, vor dem Iran-Krieg, waren es etwa 70 Dollar. Ein Analyst der Beratungsfirma Capital Economics hält laut Medienberichten sogar einen Anstieg Richtung 120 Dollar für möglich.
Für deutsche Haushalte heißt das: teurere Energie, teurere Logistik, neuer Inflationsdruck – und das in einer Volkswirtschaft, die ohnehin unter hohen Abgaben, Bürokratie und einer Energiepolitik ächzt, die Kritiker seit Jahren als teuer und ideologiegetrieben bezeichnen. Wenn Raketen über Ölinfrastruktur einschlagen, entscheidet nicht Berlin über die Preise, sondern der Weltmarkt.
In solchen Phasen besinnen sich viele Anleger traditionell auf Sachwerte. Physisches Gold und Silber haben geopolitische Schocks über Jahrhunderte überdauert – als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen behalten sie ihre Rolle.
Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Er stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen dar. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.
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