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Foto-Streit um Lawrow: Europa verweigert sich – Rubio zieht die Notbremse

Eklat zum Auftakt in Atlanta: Weil mehrere europäische Delegationen nicht neben Russlands Außenminister Sergej Lawrow fotografiert werden wollten, hat US-Außenminister Marco Rubio das traditionelle „Familienfoto“ der G20-Außenminister gestrichen. Das Treffen läuft noch bis Samstag. Es soll den Gipfel der Staats- und Regierungschefs vorbereiten, den US-Präsident Donald Trump am 14. und 15. Dezember in seinem Golfclub in Miami ausrichtet.

20 Stunden Umweg bis zum Verhandlungstisch

Schon Lawrows Anreise zeigt, wie zerrissen die Welt inzwischen ist. Der russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge dauerte sein Flug von Moskau 20 Stunden und 10 Minuten, mit Zwischenstopp in Marokko. Der Grund: Die Maschine musste den Luftraum jener Staaten meiden, die Russlands Luftfahrt mit Sanktionen belegt haben. Ganz Europa war damit tabu.

Am Freitag saß Lawrow dann trotzdem in der ersten Plenarsitzung. Laut Medienberichten soll das Weiße Haus sogar Wladimir Putin zum Gipfel in Miami eingeladen haben. Ob der Kremlchef kommt, ist offen.

Ein Drittel der Runde wollte nicht aufs Bild

Nach Angaben westlicher Diplomaten hatte rund ein Drittel der Teilnehmer abgelehnt, sich gemeinsam mit Lawrow ablichten zu lassen, darunter neben Europäern auch Australien und Kanada. Washington habe laut US-Medien zunächst sogar zwei getrennte Fotos erwogen, eines mit und eines ohne den Russen. Am Ende habe Rubio die Aufnahme ganz abgesagt. Aus dem US-Außenministerium hieß es sinngemäß, man wolle verhindern, dass ein Fototermin zur Ablenkung werde und die eigentlichen Gespräche überschatte.

Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) bezog Stellung, und zwar unmissverständlich:

„Auf keinen Fall wird es ein Familienfoto mit europäischen Partnern und Herrn Lawrow zusammen geben, denn (...) es gibt keine Normalität mit Russland.“

Pikant ist dabei, dass Wadephul seine Haltung zum Gruppenbild Medienberichten zufolge erst in Atlanta geändert haben soll. Lawrow spottete anschließend über eine „Familienfoto-Diplomatie“. Wem es am wichtigsten sei, wie er auf einem Bild aussehe und wer neben ihm stehe, der sage damit schon alles, ließ er Reporter wissen. Mit Rubio habe er ein kurzes, recht gutes Gespräch geführt.

Symbolpolitik statt Einfluss?

Polens Außenminister Radosław Sikorski erklärte sinngemäß, in der Diplomatie gebe es unbequeme Momente, und dies werde einer davon sein. Auch in den USA regte sich Widerstand. Der republikanische Abgeordnete Don Bacon forderte auf X, Lawrow hätte gar nicht erst einreisen dürfen. Solange Putin Krieg gegen die Ukraine führe, dürften russische Spitzenpolitiker in solchen Foren nicht willkommen sein.

Keine Frage: Russlands Krieg gegen die Ukraine geht unvermindert weiter, die moralische Empörung ist verständlich. Beobachter fragen sich aber, was ein boykottiertes Gruppenfoto eigentlich bewirken soll. Washington setzt auf Gespräche am Tisch, Europa auf Gesten für die Kameras. Wer am Ende mehr Einfluss auf eine Lösung hat, dürfte sich kaum an einem verweigerten Foto entscheiden.

Die eigentlichen Brandherde bleiben ungelöst

Rubio sprach zum Auftakt von einem „Moment der Entscheidung“ für die Welt. Er forderte mehr Zusammenarbeit bei der freien Schifffahrt, der Ernährungssicherheit und der Stabilität der Weltwirtschaft. Die Liste der Konflikte ist lang:

  • der Krieg zwischen Russland und der Ukraine
  • der Konflikt mit dem Iran und die Lage an der Straße von Hormus
  • US-Zölle und Handelsungleichgewichte
  • Chinas Vorgehen im Südchinesischen Meer und seine Macht über kritische Rohstoffe

Laut US-Medien sollen Regierungsvertreter mehrere Verbündete im Nahen Osten bereits auf mögliche neue Militärschläge gegen den Iran nach den Zwischenwahlen am Dienstag vorbereitet haben. Die Ukraine selbst war zu dem Treffen nicht eingeladen. Das transatlantische Verhältnis ist zusätzlich belastet, weil die Europäer Trumps jüngste Lockerung einzelner Russland-Sanktionen ablehnen.

Für deutsche Bürger und Unternehmen sind das keine abstrakten Streitereien. Jede neue Eskalation treibt die Energiepreise und belastet eine Wirtschaft, die ohnehin schwächelt. In solchen Zeiten setzen viele Sparer auf physisches Gold und Silber als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, denn ihr Wert hängt an keinem Fototermin und an keinem Regierungsversprechen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte sich selbst umfassend informieren und trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich.

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