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20.10.2026
17:51 Uhr
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Frankreich brennt, Macron fliegt an den Golf: Jetzt rückt das Militär an!

Ausgangssperren in Paris, Lyon und anderen Großstädten, ein abgebranntes Rathaus, mehr als 3.000 geplünderte Geschäfte – und jetzt auch noch Soldaten auf den Straßen. Frankreichs Regierung kündigte am Dienstag an, für die nächsten Proteste am Samstag Kräfte der Militäroperation Sentinelle einzusetzen. Der Staatspräsident ist derweil auf Reisen: Emmanuel Macron tourt drei Tage lang durch die Golfstaaten.

Soldaten bewachen, Polizisten räumen

Innenminister Laurent Nuñez erklärte vor der Nationalversammlung, die Soldaten sollten vor allem „statische Sicherungsaufgaben“ übernehmen. Sentinelle wurde 2015 nach den islamistischen Anschlägen von Paris ins Leben gerufen. Wenn die Soldaten sensible Orte bewachen, haben Polizei und Gendarmerie die Hände frei für den eigentlichen Einsatz.

Premierminister Sébastien Lecornu kündigte für Samstag ein „massives“ Aufgebot an, nannte aber keine Zahlen. Sein Ziel sei eine „sofortige Rückkehr zur Ordnung“. Wo es die Lage verlange, solle es neue Ausgangssperren geben. Die erste Nacht unter diesen Regeln sei ruhig verlaufen, sagte er.

In Paris gilt die Sperre rund um die Place de la République und das Einkaufsviertel Les Halles, in Lyon nachts im Stadtzentrum. Lille, Nizza und Marseille haben Ausgangssperren für Minderjährige verhängt. Medienberichten zufolge bleiben die Maßnahmen in Paris bestehen, solange es nötig sei.

Ein Rathaus in Flammen

Was als wochenlanger Protest gegen hohe Lebenshaltungskosten, schlechtere öffentliche Leistungen und das Bildungssystem begann, schlug am Wochenende in Gewalt um. Hunderttausende demonstrierten friedlich. Daneben zogen Randalierer los, die Schaufenster einschlugen und in Limoges das historische Rathaus anzündeten. Das Gebäude ist laut Berichten 143 Jahre alt.

Justizminister Gérald Darmanin zufolge wurde inzwischen ein Verdächtiger festgenommen, der womöglich nicht allein gehandelt habe. Darmanin sagte außerdem, linksextreme Gruppen hätten sich offenbar organisiert, um gezielt Symbole des Staates anzugreifen.

Nuñez übernahm die Verantwortung für das Wochenende und bot seinen Rücktritt an. Macron lehnte ab, weil die Sicherheitskräfte jetzt eine Führung bräuchten. Schon Anfang des Monats stand die Polizei in der Kritik: Bei Schülerprotesten hatte eine Blendgranate einem 15-Jährigen die Hand abgerissen.

„Kein Pilot mehr im Flugzeug“

Dass der Präsident ausgerechnet jetzt nach Kuwait, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Bahrain und Katar fliegt, sorgt für heftige Kritik. Der Kommentator Christophe Barbier sagte im Sender RTL, es gebe „keinen Piloten mehr im Flugzeug“. Die Zeitung „La Dépêche du Midi“ spottete, Macron wolle wohl herausfinden, ob sich das Elend eines verhassten Präsidenten in der Sonne am Persischen Golf leichter ertragen lasse.

Macron begründet die Reise mit den hohen Spritpreisen und der Energieversorgung. Außerdem wolle er die Zusammenarbeit bei Verteidigung und Sicherheit ausbauen. Das mag stimmen. Für viele Franzosen sieht es trotzdem so aus, als sei der Präsident lieber weit weg, während zu Hause die Barrikaden brennen.

Hohe Steuern, kaum Schutz

Die Unternehmen sind besonders wütend. Fabrice Le Saché, Vizepräsident des Arbeitgeberverbands MEDEF, sagte dem Sender CNBC, mehr als 3.000 Geschäfte seien geplündert worden. Der Staat schaffe offenbar nicht einmal mehr seine grundlegendste Aufgabe. Nach seiner Einschätzung sind diese Krawalle schlimmer als frühere, auch als die der Gelbwesten. Französische Firmen zahlen so viel Steuern wie kaum andere in der Eurozone. Im Gegenzug, so Le Saché, bekämen sie nicht einmal Sicherheit.

Lecornu verspricht einen Hilfsfonds für betroffene Händler. Jess Middleton, Analystin beim Risikoberater Verisk Maplecroft, rechnet aber mit mehr Schäden als bei den Unruhen nach dem Tod von Nahel Merzouk im Jahr 2023. Damals beliefen sich die versicherten Schäden auf rund eine Milliarde Euro.

Märkte im Alarmmodus

Die Finanzmärkte reagierten sofort. Am Montag gaben französische Anleihen, Aktien und der Euro gleichzeitig nach. Die Zinsen, die Paris für neue Schulden zahlen muss, liegen ohnehin so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. Das Parlament hat keine Mehrheit, und im April 2027 wird ein neuer Präsident gewählt. Gleichzeitig streitet das Land über den Haushalt: Das Defizit soll nur von 5,4 auf 5 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.

Für Deutschland ist das eine Warnung. Hohe Schulden, ein schwacher Staat und Bürger, die das Vertrauen verlieren – auch hierzulande wächst der Schuldenberg, unter anderem durch das 500-Milliarden-Sondervermögen. Wenn Anleihen und Währung gleichzeitig unter Druck kommen, setzen viele Anleger auf Werte, die nicht vom Versprechen eines Staates abhängen. Physisches Gold und Silber können deshalb als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Finanzinstrumente oder Edelmetalle zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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