
Frankreich in Flammen: Nicht Schüler, sondern Profi-Randalierer wüteten!

Frankreich erlebte am Samstag die schwersten Krawalle seit Jahren. Was als Schülerprotest begonnen hatte, endete in Brandstiftungen und Plünderungen im ganzen Land. Nach offiziellen Angaben des Innenministeriums wurden 2.397 Menschen festgenommen, rund 90 Prozent davon junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren, die meisten Männer. Von Schülern also keine Spur.
Vom Klassenzimmer auf die Barrikaden
Seit September gehen Frankreichs Schüler auf die Straße, zunächst gegen Bildungsreformen und steigende Preise. Medienberichten zufolge schlossen sich bald Gewerkschaften und weitere Gruppen an, die über hohe Lebenshaltungskosten und einen bröckelnden Sozialstaat klagen. Innenminister Laurent Nuñez sprach von rund 550.000 Teilnehmern, die Gewerkschaft CGT nannte 800.000.
Die große Mehrheit demonstrierte friedlich. Am Rand aber eskalierte die Lage. In Limoges brannte das 143 Jahre alte Rathaus zu großen Teilen aus. In Marseille stürmten schwarz gekleidete Vermummte das Rathaus und sprühten ein „A“ für Anarchie an die Wand. In Lyon ging das Touristenbüro in Flammen auf. Rund um die Pariser Place de la République flogen Pflastersteine und Feuerwerkskörper, eine Bank wurde attackiert und ein Sportgeschäft geplündert.
Zwei Gruppen, ein Ziel: Krawall
Wer steckt dahinter? Der Polizeigewerkschafter Hubert Gimenez ordnet die Gewalttäter gegenüber dem Sender Europe 1 grob zwei Lagern zu. Auf der einen Seite stünden militante Linksextremisten, darunter Anhänger der sogenannten Black Blocs, die gezielt die Konfrontation mit der Polizei suchten.
Auf der anderen Seite seien junge Leute aus sozialen Brennpunkten beteiligt gewesen, aus den oft stark migrantisch geprägten Vorstädten, den Banlieues. Sie hätten das Chaos vor allem zum Plündern genutzt. Gimenez spricht von „Profis, die nur kommen, um mit unseren Kollegen zu kämpfen“.
Auch die Regierung sieht es offenbar ähnlich. Premierminister Sébastien Lecornu machte Berichten zufolge die „Ultralinke“ und Kriminelle verantwortlich. Nuñez sprach von „casseurs“, also Gelegenheitskriminellen, die eine Chance zum Plündern gewittert hätten.
Harte Worte, milde Strafen?
Das Gesetz sieht für solche Taten bis zu sieben Jahre Haft vor. Am Montag begannen vielerorts die ersten Schnellverfahren, unter anderem wegen Diebstahls und Gewalt gegen Polizisten. Laut Innenministerium wurden rund 1.000 Beamte verletzt.
Bei der Polizei glaubt man trotzdem nicht so recht an ein hartes Durchgreifen. Jean-Christophe Couvy, Generalsekretär der Polizeigewerkschaft Unité, sagte Europe 1:
„Wir erwarten eine sehr harte rechtliche Reaktion, wissen aber ganz genau, dass wieder einmal viele ungeschoren davonkommen werden und die Reaktionen sehr milde ausfallen werden, was weiterer Gewalt grünes Licht geben wird.“
Politisch bebt es bereits. Medienberichten zufolge bot Innenminister Nuñez seinen Rücktritt an, Präsident Emmanuel Macron lehnte ab. Notfalls wolle Macron weitere Demonstrationen verbieten. Und im kommenden Jahr wählt Frankreich einen neuen Präsidenten.
Ein Déjà-vu, das auch Deutschland kennen sollte
Neu sind solche Bilder nicht. 2005 brannten die Banlieues wochenlang, der Staat rief den Ausnahmezustand aus. 2023 folgten nach dem Tod des 17-jährigen Nahel durch einen Polizeischuss in Nanterre erneut tagelange Krawalle. Jedes Mal gab es harte Ansagen aus Paris. An den Ursachen hat sich danach wenig geändert.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt Frankreich, was passiert, wenn ein Staat über Jahre Parallelstrukturen in Problemvierteln zulässt und linksextreme Gewalt verharmlost. Ein Rechtsstaat, der Täter nicht konsequent bestraft, macht die nächste Eskalation wahrscheinlicher. Deutschland hat das spätestens beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg selbst erlebt.
Am meisten verlieren dabei die friedlichen Demonstranten. Ihre Wut über Teuerung und kaputte öffentliche Leistungen ist berechtigt. Nach diesem Samstag redet aber kaum noch jemand darüber, sondern über ausgebrannte Rathäuser und geplünderte Läden. Viele Bürger diesseits des Rheins dürften sich deshalb fragen, ob die Politik in Berlin aus den Bildern aus Paris etwas lernt.
- Themen:
- #Wahlen
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

Prof. Dr.Polleit
ErnstWolff
MichaelMross
Dr.Brandenburg
FlorianHomm
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













