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15.10.2026
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Frankreichs Schuldenfalle: Notenbankchef verspricht die Wende bis 2029

Frankreichs Schuldenfalle: Notenbankchef verspricht die Wende bis 2029
Symbolbild: KI-generiert

Frankreichs Notenbankchef Emmanuel Moulin gibt sich unerschütterlich optimistisch. Am Rande der IWF-Tagung in Bangkok sagte der Gouverneur der Banque de France dem US-Sender CNBC, sein Land könne das Haushaltsdefizit bis 2029 auf drei Prozent der Wirtschaftsleistung drücken. Paris bringe gerade sein „Haus in Ordnung“. Die Frage ist nur, ob die Anleihemärkte ihm das abnehmen.

Ein Defizit weit jenseits der Regeln

Die Ausgangslage ist ernüchternd. Gegen Frankreich läuft ein EU-Defizitverfahren, im vergangenen Jahr lag die Neuverschuldung bei 5,1 Prozent des BIP. Für 2026 rechnen Schätzungen Medienberichten zufolge sogar mit rund 5,4 Prozent. Das selbst gesteckte Ziel von fünf Prozent wird also erneut verfehlt.

Moulin sieht die steigenden Zinsen trotzdem nicht als Urteil über die Staatsfinanzen. Schuld sei vielmehr die politische Unsicherheit, also die Frage, ob überhaupt ein Haushalt mit fünf Prozent Defizit durchs Parlament komme. Um die Märkte zu beruhigen, brauche es einen beschlossenen Etat, der dieses Ziel auch einhalte.

Zinslast frisst Spielraum

Moulin räumte allerdings ein, dass das Sparen heute schwerer falle als früher. Allein der Schuldendienst koste jedes Jahr rund zehn Milliarden Euro zusätzlich. Von Austerität will er trotzdem nichts hören. Das sei keine Sparpolitik, man räume lediglich auf. Diese Wortklauberei dürfte jedem französischen Rentner mit eingefrorener Pension herzlich egal sein.

Die Märkte schlagen Alarm

Die Anleger sind deutlich weniger gelassen. Anfang Oktober stieg die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen (OATs) laut Medienberichten auf 4,96 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2002. Der Abstand zur deutschen Bundesanleihe lag zeitweise bei 132 Basispunkten. Zuvor hatte die Ratingagentur Scope Frankreichs Bonität auf A+ gesenkt. Paris zahlt inzwischen höhere Zinsen als Italien oder Griechenland, also als die Sorgenkinder der Eurokrise.

Moulin beschwichtigt trotzdem. Banken und Versicherer seien gut kapitalisiert, steigende Zinsen seien ein weltweites Phänomen, das auch die USA und Japan treffe. Eine Ansteckung im Euroraum müsse man daher nicht fürchten. Selbst Frankreichs Finanzminister nannte die höheren Finanzierungskosten zuletzt Berichten zufolge allerdings ein „Alarmsignal“.

Regierung auf Abruf, Schüler auf der Straße

Premier Sébastien Lecornu will im Etat 2027 rund 54 Milliarden Euro einsparen. Geplant sind demnach eingefrorene Löhne im öffentlichen Dienst und eingefrorene Renten, gekürzte Steuervorteile und knappere Budgets für die Kommunen. Eine Mehrheit dafür hat er in der zersplitterten Nationalversammlung aber nicht. Den aktuellen Haushalt drückte er im Februar per Notverordnung ohne Abstimmung durch. Im ersten Amtsmonat war er zwischenzeitlich sogar zurückgetreten, bevor Präsident Macron ihn wieder ernannte.

Dazu kommen Schülerproteste, die sich seit Ende September von Paris aus über das ganze Land ausgebreitet haben, mit blockierten Schulen und Zusammenstößen mit der Polizei. Die Regierung hat 3.000 zusätzliche Lehrer versprochen. Billig wird das nicht.

Im Frühjahr wählt Frankreich außerdem einen neuen Präsidenten. Favoritin Marine Le Pen verspricht, das Defizit binnen 18 Monaten unter drei Prozent zu senken. Kritiker bezweifeln allerdings, dass ihre Sparpläne glaubwürdig sind.

Was das für deutsche Sparer bedeutet

Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Gerät Paris ins Wanken, steht die gesamte Währungsunion unter Druck, und am Ende hafteten über EZB und europäische Rettungsmechanismen auch deutsche Steuerzahler mit. Berlin sollte dabei nicht mit dem Finger zeigen. Mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen schlägt die Merz-Regierung selbst einen Kurs ein, den Kritiker als Schuldenweg wider jedes Wahlversprechen bewerten.

Wenn Staaten ihre Haushalte nicht in den Griff bekommen, verlieren Papierversprechen an Wert. Gold und Silber hängen dagegen von keinem Parlament und keiner Notverordnung ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können physische Edelmetalle helfen, sich gegen genau solche Risiken abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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