
Fratzschers Goldverkaufs-Fantasien: Wenn ein Ökonom das Tafelsilber der Nation verscherbeln will

Es gibt Wirtschaftswissenschaftler, deren Prognosen man wie ein zuverlässiges Navigationssystem nutzen kann – mit dem kleinen Unterschied, dass man stets in die entgegengesetzte Richtung fahren sollte. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), liefert nun einen weiteren Vorschlag, der diese Tradition mustergültig fortsetzt: Er fordert allen Ernstes den Verkauf deutscher Goldreserven, um damit die selbstverschuldeten Haushaltslöcher der schwarz-roten Koalition zu stopfen. Ein Vorschlag, der so erschütternd kurzsichtig daherkommt, dass selbst eingefleischte Keynesianer den Kopf schütteln dürften.
Lobeshymne auf das Schuldendesaster
In einem Interview mit dem BR24-Format „Possoch klärt“ tat Fratzscher das, wofür er seit Jahren bekannt sei: Er beschönigte die katastrophale wirtschaftliche Realität und reichte der Regierung Merz/Klingbeil den Steigbügel. „Ich will zunächst ein Lob aussprechen“, säuselte der DIW-Präsident in Richtung Kanzleramt. Die 500 Milliarden Euro an neuen Schulden seien ein „wichtiger Schritt“, Friedrich Merz habe eine „echte 180-Grad-Wende“ vollzogen.
Diese sogenannte Wende ist freilich nichts anderes als der spektakulärste Wortbruch eines Kanzlers in der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik. Merz hatte vor der Wahl mit eherner Stimme versprochen, keine neuen Schulden aufzunehmen. Was folgte, war ein Schuldenpaket von historischen Dimensionen – durchgepeitscht noch mit den Mehrheiten des alten Bundestages, an dem souveränen Wählerwillen vorbei. Dass ein Wahlversprechen gebrochen wurde, sei „unerheblich“, meint Fratzscher. Ein bemerkenswertes Verständnis von demokratischer Verantwortung.
Negative Nettoinvestitionen – aber alles halb so wild?
Während Fratzscher den „Abgesang auf die deutsche Industrie“ als „Quatsch“ abtut, muss er gleichzeitig einräumen, dass die Nettoinvestitionen in Deutschland erstmals seit der Wiedervereinigung negativ sind. Eine erschütternde Bilanz. Die Substanz unseres Landes wird aufgezehrt, die industrielle Basis erodiert – aber der DIW-Chef beruhigt: „Wir sind deutlich besser, als der öffentliche Diskurs gerade vermittelt.“ Wer’s glaubt.
Eine Staatskrise, wie sie der ehemalige CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier zuletzt befürchtet hatte, sieht Fratzscher selbstredend nicht. Auch das passt ins Muster: Was der Mann auch immer prognostiziert, das Gegenteil pflegt einzutreffen. Man erinnere sich an seine berühmte These aus dem Jahr 2015, wonach „die Flüchtlinge unsere Renten bezahlen“ würden. Die Realität – Milliardenkosten in den Sozialsystemen, kollabierende Kommunen, eine Kriminalitätsstatistik im roten Bereich – sieht bekanntlich etwas anders aus.
Steuererhöhungen und Goldverkauf – das linke Standardrezept
Damit es in Deutschland wieder „aufwärts“ gehe, müsse die Union „Scheuklappen gegenüber Steuererhöhungen“ ablegen, fordert Fratzscher. Mit anderen Worten: Der Bürger, der bereits unter einer der höchsten Steuer- und Abgabenlasten der industrialisierten Welt ächzt, soll noch tiefer in die Tasche greifen. Und weil das offenbar nicht reicht, soll auch noch das Tafelsilber der Nation veräußert werden.
In einem Beitrag für die ZEIT plädierte Fratzscher am Wochenende dafür, einen Teil der deutschen Goldreserven zu liquidieren. Das sei „kein Tabubruch, sondern ökonomisch vernünftig“. Die „exorbitante Höhe der Goldreserven“ rechtfertige in der gegenwärtigen Krise einen Teilverkauf. Hier zeigt sich die ganze ideologische Verblendung dieser Denkschule: Wenn das Geld der Steuerzahler nicht reicht, dann muss eben die letzte verbliebene Sicherheit der Nation auf den Markt geworfen werden.
Während die Welt kauft, sollen wir verkaufen?
Bemerkenswert ist der Vorschlag vor allem deshalb, weil er sich diametral entgegen dem globalen Trend bewegt. Notenbanken weltweit – von China über Indien bis zur Türkei – stocken seit Jahren ihre Goldreserven massiv auf. Sie tun dies aus gutem Grund: Gold ist die ultimative Versicherung gegen Inflation, geopolitische Verwerfungen und die zunehmende Fragilität ungedeckter Papierwährungen. In einer Zeit, in der das internationale Finanzsystem auf einem Pulverfass aus Schulden, Target-Salden und geldpolitischen Experimenten sitzt, ist physisches Gold der Anker, der eine Volkswirtschaft im Sturm halten kann.
Und ausgerechnet jetzt, wo die schwarz-rote Koalition mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen die Inflationsspirale weiter anheizt, soll Deutschland diesen Anker kappen? Wer den Goldschatz der Bundesbank veräußert, um kurzfristige Haushaltslöcher zu stopfen, handelt wie ein Erbe, der das letzte Familiensilber verscherbelt, um die nächste Stromrechnung zu bezahlen. Es ist ökonomischer Wahnsinn mit Ansage.
Das wahre Problem: Eine Politik gegen das eigene Land
Was wir hier erleben, ist symptomatisch für eine Regierungspolitik, die den Bürger als unerschöpfliche Melkkuh betrachtet und gleichzeitig die letzten Reserven der Nation auf dem Altar ideologischer Großprojekte opfert. Ob Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz, ausufernde Migrationskosten oder ein Sondervermögen, das nach Berichten des Ifo-Instituts zu großen Teilen zweckentfremdet wird – das Muster ist immer dasselbe: Die Lasten tragen die fleißigen Menschen in diesem Land, die Wohltaten verteilen sich in einem undurchsichtigen System aus Subventionen, NGOs und Klientelpolitik.
Dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung diese Politik längst durchschaut hat, zeigen Umfragen und Wahlergebnisse. Die Forderung nach einem Goldverkauf dürfte das Vertrauen in die wirtschaftspolitische Kompetenz der herrschenden Funktionärselite weiter erodieren lassen.
Physisches Gold: Sicherheit, die der Staat nicht entwerten kann
Während der DIW-Präsident den Verkauf staatlicher Goldreserven empfiehlt, agieren kluge Privatanleger zunehmend in die entgegengesetzte Richtung. Sie wissen: Was Notenbanken weltweit kaufen, hat seinen Grund. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind über Jahrtausende erprobte Wertspeicher, die sich keiner Inflationssteuer, keinem politischen Zugriff und keiner Schuldenorgie beugen müssen. In einem Portfolio, das auf langfristige Vermögenssicherung ausgerichtet ist, sind sie eine sinnvolle und bewährte Beimischung – gerade in Zeiten, in denen die Politik das Vertrauen in die Stabilität staatlicher Finanzen mit beeindruckender Konsequenz untergräbt.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Anlageentscheidungen sollten stets auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines qualifizierten Beraters getroffen werden. Eine Haftung für die getroffenen Aussagen wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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