
Fünf Billionen fürs Klima: Was uns Net Zero 2045 wirklich kostet

Deutschland will bis 2045 klimaneutral sein, so steht es im Gesetz. Neue Daten des Umweltbundesamtes zeigen allerdings: Das Land verfehlt seine eigenen Zwischenziele, und die Rechnung für den Umbau geht in die Billionen. Da stellt sich eine unbequeme Frage: Was bekommen die Bürger für ihr Geld?
Ein Gesetz, das die Wirklichkeit einholt
Der Fahrplan ist ehrgeizig. Laut Bundes-Klimaschutzgesetz sollen die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 sinken, bis 2040 um mindestens 88 Prozent. 2045 soll dann Netto-Null gelten. Nach 2050 will man sogar mehr CO2 aus der Atmosphäre holen, als ausgestoßen wird.
Die Projektionsdaten 2026, die das Umweltbundesamt im März vorgelegt hat, sehen weniger rosig aus. Für 2030 rechnen die Fachleute mit knapp 63 Prozent Minderung. Für 2040 kommen sie auf rund 80 Prozent, also acht Prozentpunkte unter dem Ziel. Und 2045 würden ohne zusätzliche Maßnahmen immer noch mehr als 200 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente anfallen.
Stillstand beim Ausstoß
Den Behördendaten zufolge stieß Deutschland 2025 rund 649 Millionen Tonnen aus. Das waren nur 0,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Um das Ziel für 2030 zu schaffen, müssten die Emissionen ab sofort jedes Jahr um durchschnittlich 42 Millionen Tonnen sinken. Beim Verkehr fehlen bis 2030 dem Bericht zufolge 187 Millionen Tonnen, bei Gebäuden 110 Millionen. Statt der erhofften 15 Millionen Elektroautos erwarten die Gutachter nur etwa 7 Millionen.
Die Billionen-Rechnung
Was kostet das alles? Eine Studie im Auftrag der staatlichen Förderbank KfW nannte schon 2021 eine Größenordnung: rund fünf Billionen Euro an Klimaschutzinvestitionen bis 2045. Das wären im Schnitt 191 Milliarden Euro pro Jahr, gut fünf Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung.
Die Autoren der Studie wiesen darauf hin, dass ein großer Teil davon ohnehin investiert werden müsste. Die zusätzlichen Kosten bezifferten sie auf etwa 1,9 Billionen Euro. Aber auch diese Summe muss jemand bezahlen. Mieter, Hausbesitzer, Pendler und Mittelständler zahlen sie über Strompreise, CO2-Abgaben, Sanierungspflichten und Steuern.
Dazu kommt: Windräder und Solarparks allein bringen noch keinen Strom zum Verbraucher. Netze, Speicher und Reservekraftwerke müssen parallel mitwachsen, und das verschlingt weitere Milliarden.
Und was bringt das dem Weltklima?
Hier wird es heikel. Laut Emissionsdatenbank der EU-Kommission verursacht Deutschland etwa 1,5 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes. Auf China entfallen rund 34 Prozent. Klimaforscher halten dagegen, Deutschland gehöre bei den jährlichen und bei den historischen Emissionen zu den zehn größten Verursachern und liege pro Kopf deutlich über dem Weltdurchschnitt.
Beide Argumente haben etwas für sich. Trotzdem bleibt für viele Bürger ein bitterer Beigeschmack: Wenn Deutschland Billionen ausgibt, sinkt die Erdtemperatur dadurch messbar? Das hängt vor allem davon ab, was Peking, Washington und Neu-Delhi tun.
Schulden mit Verfassungsrang
Politisch ist der Kurs festgelegt. Die schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz hat die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz geschrieben und dazu ein Sondervermögen über 500 Milliarden Euro beschlossen. Kritiker sehen darin einen gewaltigen Schuldenberg, den künftige Generationen abtragen müssen, obwohl der Kanzler vor der Wahl solide Finanzen versprochen hatte.
Wer so viele Milliarden auf Pump ausgibt, riskiert auf Dauer die Stabilität der eigenen Währung. Viele Sparer legen deshalb einen Teil ihres Vermögens in physischem Gold und Silber an, als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio. Edelmetalle lassen sich nicht politisch beliebig vermehren.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigene Recherchen anstellen und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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