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Gebetsdruck auf dem Schulhof: Experte fordert Brandmauer gegen Islamisten

Gebetsdruck auf dem Schulhof: Experte fordert Brandmauer gegen Islamisten
Symbolbild: KI-generiert

Ein Berliner Extremismus-Experte schlägt Alarm: An Schulen der Hauptstadt wachse der religiöse Druck auf Kinder und Jugendliche, die strengen islamischen Regeln nicht folgen wollen. Michael Hammerbacher verlangt von der geplanten Koalition aus Linken, Grünen und SPD eine klare Abgrenzung vom politischen Islam. In einem Zeitungsinterview sagte der 61-Jährige, er halte „auch hier eine Brandmauer für notwendig“.

Ausgerechnet dieses Wort. Jahrelang diente die „Brandmauer“ in Berlin fast nur als Kampfbegriff gegen rechts. Nun fordert sie jemand, der Tag für Tag mit Schulen arbeitet, gegen Islamisten.

Gruppengebet als Machtdemonstration?

Hammerbacher leitet den Verein für Demokratie und Vielfalt in Schule und beruflicher Bildung. Der Verein berät Schulen, an denen es Streit um Religion gibt. Was der Experte schildert, klingt nicht nach Einzelfällen. Am Diesterweg-Gymnasium in Wedding hätten sich zahlreiche schwarz gekleidete Schüler zu einem öffentlichen Gruppengebet auf dem Schulhof versammelt. Ein solcher Auftritt könne andere unter Druck setzen, mitzumachen.

Dazu kämen laut Hammerbacher Versuche, Mitschüler zu bekehren, und Druck auf Kinder, die im Ramadan nicht fasten. Manche verweigerten den Schwimm- und Sportunterricht, und in Klassenchats würden islamistische Inhalte geteilt. An einzelnen Schulen hätten 90 Prozent oder mehr der Schüler einen muslimischen Hintergrund. Dort könnten streng religiöse Gruppen besonders leicht Anpassungsdruck ausüben.

„Die ersten Opfer sind liberale Muslime.“

Hammerbacher nennt außerdem homosexuelle Jugendliche und alevitische Schüler. Wer offen zu seiner Überzeugung stehe, müsse mit Ausgrenzung und Mobbing rechnen. Lehrer müssten deshalb klare Regeln aufstellen und auch gegenüber strenggläubigen Schülern durchsetzen.

Fast jeder Dritte stellt Religion über die Schulordnung

Ein Bauchgefühl ist das nicht. Das im Juni veröffentlichte Berliner Konflikt- und Gewaltbarometer beruht auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 14.000 Schülern und rund 2.500 Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeitern. Danach finden 29 Prozent der Neuntklässler, religiöse Vorschriften sollten Vorrang vor den Regeln ihrer Schule haben. Unter den muslimischen Schülern dieses Jahrgangs sind es 41 Prozent.

Deutlicher kann ein Warnsignal kaum ausfallen. Die Schule soll ein Ort sein, an dem die Regeln des Grundgesetzes gelten und nicht die des lautesten Wortführers auf dem Pausenhof.

Gericht stärkt den Schulfrieden, vorerst

Am 15. Oktober entschied das Berliner Verwaltungsgericht: Das Diesterweg-Gymnasium darf seinen Schülern die demonstrative Ausübung religiöser Riten verbieten. Die Richter wiesen damit eine Klage der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) ab. Die Schule hatte schwere Konflikte dokumentiert. Schüler sollen zum Einhalten religiöser Vorschriften gedrängt und zum Übertritt zum Islam aufgefordert worden sein, Mädchen seien ohne Kopftuch beschimpft worden.

Die GFF hatte argumentiert, das Verbot benachteilige muslimische Schüler. Das Gericht sah zwar eine mittelbare Ungleichbehandlung, hielt sie wegen der konkreten Konflikte aber für gerechtfertigt. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Hammerbacher begrüßt es und hofft, dass andere Schulen nachziehen, wenn der Schulfrieden das erfordert.

Scharf kritisiert er dagegen das Vorgehen der GFF. Nach seinen Angaben habe die Organisation 20 Schulen wegen angeblich diskriminierender Regeln angemahnt. 19 hätten nachgegeben, nur das Diesterweg-Gymnasium blieb hart. Solche Eingriffe könnten dem politischen Islam zusätzlichen Spielraum verschaffen, warnt der Experte. Eigene Gebetsräume lehnt er ebenfalls ab, weil dort zum Beispiel Jungen und Mädchen getrennt werden könnten.

Droht unter Rot-Grün-Rot die Rolle rückwärts?

Bei der Abgeordnetenhauswahl wurde die Linke laut offiziellen Ergebnissen mit 25,7 Prozent stärkste Kraft. SPD und Grüne haben Koalitionsverhandlungen bereits zugestimmt, die Linke will am 31. Oktober entscheiden. Hammerbacher befürchtet, eine neue Landesregierung könnte Programme gegen religiösen Extremismus kürzen. Auch sein eigenes Beratungsprojekt sieht er in Gefahr.

Mit Einrichtungen, die dem politischen Islam nahestehen, dürften die künftigen Partner aus seiner Sicht auf keinen Fall zusammenarbeiten. Unsere Redaktion hält das für das Mindeste. Wer Kinder vor Mobbing schützen will, darf beim Islamismus nicht wegsehen. Gerade die Parteien, die sonst ständig von „Vielfalt“ und „Toleranz“ reden, müssen jetzt zeigen, ob sie diese Werte auch auf dem Schulhof im Wedding verteidigen.

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