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Geheimsache Ukraine-Hilfe: Was Berlin für 25 Milliarden wirklich liefert

Geheimsache Ukraine-Hilfe: Was Berlin für 25 Milliarden wirklich liefert
Symbolbild: KI-generiert

Rund 25 Milliarden Euro an Militärhilfe hat Deutschland der Ukraine bisher geliefert oder fest zugesagt. Das geht aus aktuellen Daten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft hervor, die bis Ende August 2026 reichen. Von der Bundesregierung selbst erfahren die Bürger das nicht mehr. Sie schweigt seit anderthalb Jahren.

Vom offenen Buch zur Verschlusssache

Lange war es anders. Berlin führte eine öffentliche Liste, Position für Position, vom Kampfpanzer bis zur Patronenkiste. Im Mai 2025, kurz nach dem Amtsantritt von Kanzler Friedrich Merz, war damit Schluss.

Regierungssprecher Stefan Kornelius sprach damals von einer „strategischen Ambiguität“, die Kiew nütze. Der Kriegsgegner solle die Einzelheiten der deutschen Unterstützung nicht kennen. Daran halte man fest, heißt es laut Medienberichten auch jetzt aus dem Verteidigungsministerium. Zu Inhalt, Umfang und Zeitpunkt von Lieferungen äußere man sich nicht, das Parlament werde aber „zu jeder Zeit in geeigneter Form unterrichtet“.

Das militärische Argument mag man nachvollziehen. Doch eine Frage drängt sich auf: Wer zahlt, soll nicht wissen, wofür? Die Zahlen des Kieler Instituts hat das Ministerium weder bestätigt noch korrigiert.

Fast auf Augenhöhe mit den USA

Die Kieler Forscher zählen trotzdem weiter. Ihr Ukraine Support Tracker stützt sich vor allem auf offizielle Angaben und auf Medienberichte. Fehlen Summen, schätzt das Institut den Wert anhand eigener Preislisten.

Das Ergebnis: Kein europäisches Land hat mehr gegeben als Deutschland. Bei schweren Waffen kommt die Bundesrepublik auf rund 10 Milliarden Euro, die USA liegen mit gut 13 Milliarden nur knapp vorn. Die Niederlande folgen abgeschlagen mit 1,9 Milliarden. Die Regierung selbst nennt sogar 57,6 Milliarden Euro. Darin stecken allerdings auch die Haushaltsmittel für dieses Jahr und Zusagen bis 2030.

Das deutsche Arsenal an der Front

Die Liste liest sich wie das Inventar einer ganzen Armee. Nach Zählung des Instituts gehören dazu unter anderem:

  • Panzer: 18 Leopard 2A6, rund 40 ältere Leopard 1A5 aus einem Gemeinschaftsprojekt mit Dänemark und den Niederlanden, 165 Schützenpanzer Marder, 70 Flakpanzer Gepard mit rund 640.000 Schuss Munition sowie 65 Minenräumpanzer Wisent
  • Artillerie: 44 Panzerhaubitzen 2000, 54 neu zu bauende Radhaubitzen RCH 155, fünf Raketenwerfer Mars II und rund 654.000 Granaten im Kaliber 155 Millimeter, davon gut 450.000 bereits geliefert
  • Luftabwehr: fünf Patriot-Batterien, 14 IRIS-T SLM und vier Skynex-Systeme
  • Drohnen: rund 4000 Kampfdrohnen HF-1 des Münchner Herstellers Helsing, mehrere Hundert Aufklärungsdrohnen sowie weitere 50.000 Drohnen ohne klare Typzuordnung

Hinzu kommen rund 61 Millionen Schuss für Handfeuerwaffen, fast 17.000 Panzerabwehrwaffen vom Typ Matador, 3000 Panzerfäuste, etwa 3200 Schulter-Flugabwehrraketen, darunter 500 Stinger, 1,4 Millionen Erste-Hilfe-Sets und knapp 60.000 Helme.

Und die eigene Truppe?

Hier wird es unbequem. Ein Teil der Waffen stammt direkt aus Beständen der Bundeswehr. Vor Kriegsbeginn besaß die Truppe nach Angaben des Instituts gerade einmal rund 120 Haubitzen im Kaliber 155 Millimeter. 44 Panzerhaubitzen 2000 gingen an die Ukraine. Wie viele davon aus der Kaserne kamen und wie viele neu gebaut wurden? Dazu schweigen sowohl die Daten als auch das Ministerium.

Andere Systeme kamen aus Industrielagern oder wurden im Ausland eingekauft, etwa viele der Marder. Für die eigene Landesverteidigung ist das eine zentrale Frage, schließlich investiert der Steuerzahler gerade Milliarden in den Wiederaufbau einer Armee, die man jahrzehntelang kaputtgespart hat.

Ein Bild mit Lücken

Die Kieler Zahlen bleiben eine Annäherung. Was geheim geliefert wird, taucht nirgends auf. Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das das Problem: Eine Regierung, die Milliarden bewegt, schuldet ihren Bürgern Rechenschaft. Dass ausgerechnet ein Forschungsinstitut diese Lücke füllen muss, spricht nicht für die Transparenz in Berlin.

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