
Gold-Prognose der RBC: Kurs auf 5.000 Dollar je Unze!

Die kanadische Großbank RBC Capital Markets traut dem Goldpreis den nächsten großen Sprung zu. In einer aktuellen Analyse hält Rohstoffstrateg Christopher Louney ein Niveau von 4.929 US-Dollar je Feinunze zum Jahresende 2026 für das wahrscheinlichere Szenario. Für 2027 nennen die Analysten in der Spitze sogar 5.296 Dollar.
Der Grund für die Zuversicht ist kein einzelner Auslöser, sondern ein ganzes Bündel: geopolitische Risiken, weltweite Entdollarisierung und die Sorge vor einer schleichenden Abwertung der US-Währung. Die Kurstreiber seien vollständig intakt, heißt es in der Studie.
Warum die Analysten das obere Ende ihrer Skala favorisieren
Für den Rest des laufenden Jahres erwartet RBC eine Handelsspanne zwischen 4.500 und 5.000 Dollar – mit klarer Tendenz nach oben. Das mittlere bis hohe Szenario gilt dem Analystenhaus als die wahrscheinlichste Bandbreite für den gesamten Prognosezeitraum.
Zur Einordnung: Nach Marktberichten notierte die Feinunze zuletzt bei rund 4.400 Dollar. Das Allzeithoch von Ende Januar 2026 lag Medienberichten zufolge bei knapp 5.600 Dollar – danach folgte eine kräftige Korrektur von zeitweise mehr als 20 Prozent.
Genau hier wird die Prognose interessant. Denn die RBC-Zahlen liegen unter dem Rekordwert vom Januar. Wer also nur die Schlagzeile liest, könnte den Ausblick sogar für konservativ halten.
Zentralbanken kaufen – und liefern damit das Signal
Als tragende Säule der Nachfrage sehen die Analysten weiterhin die Notenbanken. Deren fortlaufende, großvolumige Zukäufe bilden nach Einschätzung von RBC das Fundament des Marktes.
Der Effekt reicht über das physische Volumen hinaus. Kaufen Währungshüter Gold, wirkt das als Vertrauensanker – und wird von privaten wie institutionellen Anlegern als Orientierung für eigene Umschichtungen gelesen. Man könnte es so formulieren: Wenn jene, die Papiergeld selbst herstellen, verstärkt Metall in die Tresore legen, ist das eine Botschaft.
Vom Nebendarsteller zum Portfolio-Baustein
Zwischenzeitlich hatten börsengehandelte Goldprodukte Mittelabflüsse verzeichnet. Doch die Erholung im Spätsommer und die neuen Zuflüsse zeigten laut RBC, dass die Anleger zurückkehren.
Bemerkenswert ist eine Beobachtung der Analysten: Viele Investoren empfänden ihre Goldpositionen inzwischen als unzureichend abgesichert. Handelskonflikte, politische Unwägbarkeiten und Debatten um Haushaltssperren in den USA haben das Umfeld nervös gemacht.
Wegen der geringen Korrelation zu Aktien und Anleihen wandert Gold im professionellen Vermögensmanagement damit vom taktischen Beiwerk zum strategischen Fundament. Für deutsche Sparer, die zwischen Kaufkraftverlust, Rekordabgabenlast und einer Regierung mit 500-Milliarden-Sondervermögen manövrieren, dürfte diese Debatte kaum weniger relevant sein als für die Profis an der Wall Street.
Fazit: Prognosen sind keine Garantien
Kein Analystenhaus kennt die Zukunft – Preisziele sind Modelle, keine Versprechen. Wer jedoch physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen hält, sichert sich gegen genau jene Risiken ab, die RBC hier auflistet.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Angaben zu Kursprognosen sind Einschätzungen Dritter, deren Eintreten ungewiss ist. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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