
Goldnachfrage in Asien bleibt trotz Preisturbulenzen ungebrochen stark

Während die Finanzmärkte einmal mehr von den unberechenbaren Entscheidungen aus Washington durchgeschüttelt werden, zeigt sich in Asien ein bemerkenswertes Phänomen: Die Nachfrage nach Gold und Silber bleibt trotz erheblicher Preisschwankungen robust. Investoren in der Region bereiten sich auf weitere Turbulenzen vor, doch der langfristige Ausblick für das gelbe Edelmetall bleibt nach Einschätzung von Analysten ausgesprochen positiv.
Preiskorrektur nach historischem Höhenflug
Der Goldpreis notierte zuletzt bei rund 4.864 US-Dollar pro Unze – ein deutlicher Rückgang vom bisherigen Jahreshoch von 5.600 US-Dollar, das Ende Januar erreicht wurde. Auch Silber musste Federn lassen und fiel von seinem Höchststand bei 91,60 US-Dollar auf etwa 73 US-Dollar pro Unze. Diese Korrekturen mögen auf den ersten Blick dramatisch erscheinen, doch sie relativieren sich angesichts der atemberaubenden Rallye der vergangenen Jahre.
Im vergangenen Jahr legte Gold um beeindruckende 60 Prozent zu und erreichte 4.300 US-Dollar pro Unze – nach einem bereits starken Anstieg von 26 Prozent im Jahr 2024. Silber übertraf diese Performance sogar noch und verzeichnete einen Preissprung von sage und schreibe 147 Prozent auf 70 US-Dollar pro Unze.
Trumps Zollpolitik sorgt für Nervosität
Die jüngsten Preisschwankungen spiegeln einmal mehr die erratische Handelspolitik der US-Regierung wider. Präsident Donald Trump sorgte mit optimistischen Äußerungen über ein mögliches Handelsabkommen zwischen Washington und Peking für eine vorübergehende Stärkung des US-Dollars. Nach einem Telefonat mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping signalisierte Trump Entspannung – was prompt zu Kapitalabflüssen aus dem Goldmarkt führte.
Gold weist typischerweise eine inverse Korrelation zum US-Dollar auf. Steigt der Dollar, gerät das Edelmetall unter Druck – und umgekehrt.
Hinzu kommt, dass die unmittelbare Gefahr eines US-Angriffs auf den Iran vorerst gebannt scheint, was die geopolitische Risikoprämie für Gold reduziert hat. Doch wer glaubt, dass damit Ruhe einkehrt, dürfte sich täuschen. Die Zoll-Kapriolen der Trump-Administration haben in der Vergangenheit wiederholt für abrupte Kurswendungen gesorgt.
Aufgestaute Nachfrage vor dem Neujahrsfest
Besonders interessant ist die Entwicklung in Asien, wo Analysten von einer „aufgestauten Nachfrage" sprechen. Mit dem bevorstehenden Neujahrsfest nach dem Mondkalender dürfte die Kaufbereitschaft wieder deutlich anziehen. In vielen asiatischen Kulturen gilt Gold traditionell als Glücksbringer und beliebtes Geschenk – eine Tradition, die auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Bestand hat.
Langfristige Perspektive bleibt positiv
Trotz der kurzfristigen Volatilität sehen Experten den langfristigen Ausblick für Gold weiterhin positiv. Die globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten, die ausufernde Staatsverschuldung westlicher Nationen und die anhaltenden geopolitischen Spannungen sprechen für eine fortgesetzte Nachfrage nach dem bewährten Krisenschutz. Auch Silber profitiert von diesem Umfeld und wird zudem durch die industrielle Nachfrage gestützt.
Für konservative Anleger, die ihr Vermögen vor den Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Weltordnung schützen möchten, bleiben physische Edelmetalle eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio. Sie bieten nicht nur Schutz vor Inflation und Währungsturbulenzen, sondern auch eine gewisse Unabhängigkeit von den Launen der Politik.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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