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Google baut den Krypto-Tresor: Die Wall Street greift nach dem Bitcoin!

Google baut den Krypto-Tresor: Die Wall Street greift nach dem Bitcoin!
Symbolbild: KI-generiert

Google hat am Mittwoch in New York eine neue Sicherheitstechnik vorgestellt, mit der Banken künftig Bitcoin und andere Kryptowährungen verwahren sollen. Auf dem MPC-Symposium von Google Cloud traten Vertreter von Morgan Stanley, Citi und Wells Fargo auf. Die Finanzbranche will ins Kryptogeschäft, und Google liefert dafür das Schloss.

Ruhe nach dem Absturz

Am Kryptomarkt herrscht derzeit Katzenjammer. Seit dem Beginn des Bärenmarkts im Oktober vergangenen Jahres hat Bitcoin rund 54 Prozent an Wert verloren. Aktuelle Kursdaten sehen die Leitwährung der Szene bei etwa 78.500 US-Dollar. Wer am Hoch eingestiegen ist, hat also mehr als die Hälfte seines Geldes verloren.

Hinter den Kulissen geht der Umbau trotzdem weiter. Die Bitcoin-ETFs unter Führung von BlackRock und Fidelity verwalten zusammen inzwischen rund 104 Milliarden US-Dollar. Großbanken wie JPMorgan bieten Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte an. Was einst als Rebellion gegen das Bankensystem begann, wird gerade Teil davon.

So funktioniert Googles Schlüssel-Puzzle

Das Grundproblem jeder Krypto-Verwahrung ist der private Schlüssel. Wer ihn hat, hat die Coins. Wer ihn verliert, ist sie los. In der Bitcoin-Szene setzt man deshalb seit Langem auf sogenannte Multisig-Lösungen: Eine Überweisung geht erst raus, wenn mehrere unabhängige Schlüssel zustimmen.

Google geht mit der sogenannten Multi-Party Computation (MPC) einen Schritt weiter. Der Schlüssel wird in Teile zerlegt und auf mehrere Parteien verteilt. Diese erzeugen nur gemeinsam eine gültige Signatur. Ein vollständiger Schlüssel entsteht dabei nie. Ein Angreifer müsste also mehrere Systeme gleichzeitig knacken.

Laut Medienberichten testen mehrere Finanzhäuser den Dienst derzeit in einer privaten Testphase. Der Mutterkonzern Alphabet sichere damit bereits eigene Bestände auf Ethereum und Solana. Ein Google-Sprecher nannte Anfang 2027 als Ziel für den kommerziellen Start.

Warum die Banken plötzlich mitmachen wollen

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Wie berichtet wird, gab es in den vergangenen Monaten Probleme rund um den Wallet-Hersteller Coldcard und in der Lieferkette eines Ledger-Händlers. Dabei sollen Millionenwerte verloren gegangen sein. In diese Vertrauenslücke drängen nun die Banken, häufig gemeinsam mit Krypto-Anbietern wie Coinbase. Auch die deutschen Sparkassen wollen ihren Kunden künftig verstärkt Bitcoin anbieten.

Für die Banken steht viel auf dem Spiel, denn sie haften für das Vermögen ihrer Kunden. Solange der Diebstahl digitaler Schlüssel droht, und mit dem Aufkommen von Quantencomputern könnte diese Gefahr noch wachsen, bleibt Krypto für sie ein heikles Geschäft. Wenn Googles Technik zum Branchenstandard wird, hätte Alphabet einen Vorsprung als erster Anbieter auf dem größten Bankenmarkt der Welt.

Regeln aus Washington

In den USA wird der rechtliche Rahmen bereits gebaut. Mit dem GENIUS Act wurden Stablecoins reguliert. Laut Schätzungen besitzen etwa zehn Prozent der erwachsenen Amerikaner Bitcoin. Hypothekenkredite mit Bitcoin als Sicherheit gibt es dort bereits.

Das Paradox: Der Rebell zieht in die Bank

Bitcoin entstand nach der Finanzkrise von 2008 als Gegenentwurf zu den Banken. Nun sollen ausgerechnet Morgan Stanley, Citi und Wells Fargo dem Bitcoin zum Durchbruch verhelfen, mit Technik eines US-Tech-Konzerns. Kritiker dürften fragen, wie viel von der versprochenen Unabhängigkeit dabei übrig bleibt. In der Szene gilt seit jeher: „Not your keys, not your coins“, also: Wer die Schlüssel nicht selbst hält, besitzt die Coins nicht wirklich.

Ein Detail ist besonders aufschlussreich. Der größte Stablecoin-Anbieter Tether sichert seinen Token neben kurzlaufenden US-Staatsanleihen und Bitcoin auch mit Gold ab. Selbst die Krypto-Branche setzt also auf das älteste Wertaufbewahrungsmittel der Welt.

Fazit: Tresor ist nicht gleich Tresor

Googles Technik mag die Verwahrung digitaler Werte sicherer machen. Die starken Kursschwankungen von Kryptowährungen beseitigt sie aber nicht, und auch nicht die Abhängigkeit von Software, Servern und Konzernen. Physisches Gold und Silber brauchen keinen Schlüssel und keine Cloud. Ein Hackerangriff kann sie nicht erreichen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie deshalb zur langfristigen Absicherung des Vermögens beitragen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten, Kryptowährungen oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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