
Grimme-Preis für ZDF-Moderatorin: Wenn Staatsfunk sich selbst feiert

Es gehört mittlerweile zur traurigen Tradition des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, dass man sich gegenseitig auf die Schulter klopft und Preise verleiht – vorzugsweise an jene, die das Narrativ der politisch gewünschten Meinungsbildung besonders eifrig bedienen. Die jüngste Episode dieser Selbstbeweihräucherung: Mai Thi Nguyen-Kim erhält den Grimme-Preis für ihr ZDF-Format „MaiThink X". Es ist bereits ihr dritter.
Kampf gegen „Wissenschaftsskepsis" – oder gegen kritisches Denken?
Die Begründung der Jury liest sich wie aus einem Lehrbuch für betreutes Denken. Man wolle Nguyen-Kims Engagement gegen die zunehmende „Wissenschaftsskepsis" in der Bevölkerung würdigen. Ein bemerkenswerter Begriff. Denn seit wann ist Skepsis – das Fundament jeder echten Wissenschaft – etwas, das man bekämpfen muss? War es nicht gerade der wissenschaftliche Zweifel, der die Menschheit von der Erde als Scheibe zum heliozentrischen Weltbild führte? Doch im Deutschland des Jahres 2026 scheint Skepsis gegenüber offiziellen Verlautbarungen offenbar als Krankheit zu gelten, die es zu therapieren gilt.
Die Jury formulierte in ihrer Pressemitteilung – selbstverständlich in bester Gendersprache mit Sternchen – die „Macher*innen" von MaiThink X würden sich bei „aller moralischen Klarheit" nicht über die „Anhänger*innen solcher Scharlatanerie" erheben. Man lasse die Fakten sprechen. Eine Einschätzung, die bei näherer Betrachtung der tatsächlichen Sendungsinhalte mindestens als gewagt bezeichnet werden darf.
Fragwürdige „Fakten" im Gewand der Wissenschaft
Denn die Bilanz der vermeintlichen Faktenvermittlerin ist durchaus diskutabel. Im vergangenen Jahr fiel Nguyen-Kim wiederholt mit Beiträgen auf, deren wissenschaftliche Grundlage auf mehr als wackeligen Beinen stand. Besonders bemerkenswert war ein Beitrag über sogenannte „Migrationsmythen", in dem sie den überproportional hohen Anteil von Nichtdeutschen bei Gewalttaten-Verdächtigen unter anderem mit „gewalttätigen Holländern oder Schweizern" und alkoholisierten Oktoberfest-Touristen zu erklären versuchte. Eine Argumentation, die an intellektueller Akrobatik kaum zu überbieten ist – und die das eigentliche Problem der massiv gestiegenen Kriminalität in Deutschland durch unkontrollierte Migration schlicht unter den Teppich kehrt.
Auch ein Beitrag zum angeblich dramatisch beschleunigten Zusammenbruch des Golfstromsystems stieß auf erhebliche Kritik aus Fachkreisen. Doch Kritik scheint im Kosmos des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nur dann erwünscht zu sein, wenn sie sich gegen die „Richtigen" richtet.
Corona-Pandemie als Karrieresprungbrett
Einem breiteren Publikum wurde die Wissenschaftsjournalistin während der Corona-Pandemie bekannt. Damals plädierte sie nicht nur für tief in die Grundrechte eingreifende Eindämmungsmaßnahmen, sondern auch für eine flächendeckende Impfpflicht. Sie behauptete später, Impfungen hätten allein im Jahr 2021 rund 14,4 Millionen Menschenleben gerettet – eine Zahl, die von zahlreichen Wissenschaftlern angezweifelt wurde. Doch wer zweifelt, ist eben „wissenschaftsskeptisch". Ein praktisches Totschlagargument.
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Eine Moderatorin, die während der Pandemie aktiv für die Einschränkung von Grundrechten warb, die fragwürdige Statistiken als unumstößliche Wahrheiten präsentierte und die komplexe gesellschaftliche Probleme wie die Migrationskriminalität mit abenteuerlichen Erklärungsversuchen relativierte – diese Moderatorin wird nun ausgerechnet für ihre Faktentreue ausgezeichnet. Kafka hätte seine helle Freude daran gehabt.
Der ÖRR und seine Echokammer
Der Grimme-Preis für Nguyen-Kim reiht sich nahtlos ein in ein System der gegenseitigen Bestätigung, das den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland zunehmend zu einer geschlossenen Echokammer macht. Man produziert Inhalte, die eine bestimmte politische Weltsicht bedienen, zeichnet sich dafür gegenseitig aus und erklärt jeden, der Zweifel anmeldet, zum Feind der Wissenschaft. Der Bürger, der dieses System mit seinen Zwangsgebühren finanziert, wird dabei nicht gefragt.
Dass ausgerechnet der Begriff „Wissenschaftsskepsis" als Kampfbegriff gegen kritisches Denken instrumentalisiert wird, offenbart ein fundamentales Missverständnis dessen, was Wissenschaft eigentlich ausmacht. Echte Wissenschaft lebt vom Zweifel, von der Überprüfung, vom Hinterfragen. Was Nguyen-Kim und der ÖRR betreiben, gleicht eher einer säkularen Glaubenslehre, bei der Abweichler als Ketzer gebrandmarkt werden.
Die Verleihung des Preises ist für den 24. April angesetzt. Man darf gespannt sein, welche Lobeshymnen dann auf eine Moderatorin gesungen werden, deren größtes Verdienst offenbar darin besteht, dem Zuschauer zu erklären, was er zu denken hat. Deutschland hätte wahrlich andere Preisträger verdient – solche, die den Mut aufbringen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, statt bequeme Narrative zu bedienen.
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