
Großbritannien am Rande der Versorgungskrise: Wenn das CO₂ knapp wird, bleiben die Regale leer

Während europäische Politiker nicht müde werden, den Bürgern das Kohlendioxid als Klimakiller Nummer eins zu verkaufen, offenbart sich auf der britischen Insel eine bittere Ironie: Ausgerechnet CO₂ – jenes Gas, das man am liebsten aus der Atmosphäre verbannen würde – droht nun in der Industrie so knapp zu werden, dass ganze Supermarktregale ausgedünnt werden könnten. Die britische Regierung hat bereits Notfallpläne aktiviert, um drohende Engpässe in der Lebensmittelversorgung abzufedern. Ein Lehrstück über die Fragilität moderner Lieferketten – und über die Konsequenzen einer verfehlten Energiepolitik.
Gaspreisexplosion als Brandbeschleuniger
Der Auslöser der Krise ist so simpel wie vorhersehbar: explodierende Gaspreise. Industrielles Kohlendioxid entsteht als Nebenprodukt bei der Herstellung von Ammoniak und Düngemitteln – Prozesse, die enorme Mengen an Erdgas verschlingen. Steigen die Gaspreise, wird die Produktion unrentabel, Fabriken drosseln ihre Kapazitäten oder stellen den Betrieb ganz ein. Und mit ihnen versiegt der CO₂-Nachschub für die Lebensmittelindustrie.
Was viele Verbraucher nicht wissen: Industrielles CO₂ ist kein Luxusgut, sondern das unsichtbare Rückgrat der modernen Lebensmittelversorgung. Es dient als Schutzgas in Verpackungen, verlängert die Haltbarkeit von Fleisch und Geflügel, macht Bier und Limonade erst zu dem, was sie sind, und spielt sogar im Gesundheitswesen eine zentrale Rolle – etwa bei der Kühlung von Blutkonserven und Organen. Rund ein Fünftel des britischen CO₂-Bedarfs werde importiert, vorwiegend aus Skandinavien. Die heimische Produktion reiche bei Weitem nicht aus.
Notstandsgesetzgebung als letztes Mittel
Die Nervosität in Whitehall ist offenbar groß genug, um bereits jetzt Notfallübungen durchzuführen. Der Plan sieht vor, die heimische CO₂-Produktion radikal zu priorisieren: Fabriken sollen notfalls ihre gesamte Kapazität auf die CO₂-Herstellung umstellen und andere Fertigungen einstellen. Dass dafür möglicherweise Notstandsgesetzgebung erforderlich wäre, spricht Bände über den Ernst der Lage. Wirtschaftsminister Peter Kyle habe bereits die Wiederinbetriebnahme des Bioethanol-Werks Ensus in Nordostengland angeordnet, das nun auf voller Kapazität laufe.
In einem sogenannten „vernünftigen Worst-Case-Szenario" rechneten die Behörden bis Juni mit spürbaren Einschränkungen – insbesondere dann, wenn die Straße von Hormuz nicht wieder geöffnet werde. Die geopolitische Dimension dieser Krise ist kaum zu überschätzen: Eine blockierte Meerenge, steigende Energiepreise und eine Industrie, die seit Jahren auf Kante genäht ist. Das Ergebnis wäre keine apokalyptische Hungersnot, aber eine deutlich reduzierte Produktvielfalt in den Supermärkten – vor allem bei Fleisch, Geflügel und kohlensäurehaltigen Getränken.
Tesco arbeitet bereits an Notfallszenarien
Der Supermarktriese Tesco habe bestätigt, eng mit der Regierung zusammenzuarbeiten und verschiedene Szenarien für Wetter, Nachfrage und Lieferketten durchzuspielen. Wenn der größte Lebensmittelhändler des Landes offen über Krisenplanung spricht, sollte das auch auf dem europäischen Festland die Alarmglocken schrillen lassen. Denn was Großbritannien heute trifft, könnte morgen auch Deutschland und den Rest Europas erreichen.
Die Beruhigungspillen der Politik
Natürlich bemüht sich die britische Regierung, die Bevölkerung zu beschwichtigen. Aus dem Gesundheitsministerium heiße es, die Menschen sollten „ihr Leben ganz normal weiterführen – ihr Fleisch und ihre Salate genießen". Die Vorbereitungen seien reine Planungsinstrumente, keine Vorhersagen und schon gar keine Vorbereitungen auf einen „Energie-Lockdown". Man kennt diese Rhetorik. Es sind dieselben beschwichtigenden Floskeln, die man auch während der Energiekrise 2022 zu hören bekam – bevor die Gaspreise durch die Decke schossen und Millionen Haushalte in ganz Europa vor existenziellen Problemen standen.
Die Wahrheit ist unbequemer, als es die politische Klasse zugeben möchte: Europa – und Großbritannien als ehemaliges EU-Mitglied ist hier keine Ausnahme – hat sich über Jahrzehnte in eine gefährliche Abhängigkeit von globalen Lieferketten und billigem Gas manövriert. Statt in eine resiliente, heimische Energieversorgung zu investieren, hat man ideologiegetrieben Kernkraftwerke abgeschaltet, fossile Energieträger verteufelt und auf volatile erneuerbare Energien gesetzt. Das Ergebnis ist eine Volkswirtschaft, die beim kleinsten geopolitischen Beben ins Wanken gerät.
Ein Weckruf auch für Deutschland
Für Deutschland sollte die britische Krise ein unmissverständlicher Warnschuss sein. Auch hierzulande ist die Abhängigkeit von importiertem Gas enorm, auch hierzulande hängt die Lebensmittelindustrie am Tropf industrieller Gase, und auch hierzulande hat die Politik jahrelang Energiesicherheit auf dem Altar der Klimapolitik geopfert. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, die wirtschaftliche Vernunft zurückzubringen – doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kommende Generationen mit Schulden belastet, lässt Zweifel aufkommen, ob man die richtigen Prioritäten setzt.
Die Gaspreisexplosion, die nun Großbritannien in die Bredouille bringt, ist keine Naturkatastrophe. Sie ist das direkte Ergebnis geopolitischer Spannungen – insbesondere rund um die Straße von Hormuz – und einer Energiepolitik, die Versorgungssicherheit systematisch vernachlässigt hat. Wer jahrelang predigt, fossile Energieträger müssten so schnell wie möglich verschwinden, ohne gleichzeitig verlässliche Alternativen aufzubauen, der darf sich nicht wundern, wenn am Ende das Fleisch im Supermarkt fehlt.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, Vermögenswerte zu besitzen, die nicht von fragilen Lieferketten, politischen Fehlentscheidungen oder geopolitischen Verwerfungen abhängen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als krisenfester Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, ob Gaspreise explodieren, Lieferketten zusammenbrechen oder Regierungen Notstandsgesetze aktivieren. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Für Ihre individuellen Investitionsentscheidungen sind ausschließlich Sie selbst verantwortlich.

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