
Halloween-Demo ohne Plan: „Gen Z regelt“ versinkt im Chaos!

Drei Tage vor den bundesweit angekündigten Protesten am 31. Oktober herrscht bei der Initiative „Gen Z regelt“ Chaos. In mehreren Städten fehlen offizielle Versammlungsanmeldungen, Organisatoren steigen aus, und Medienberichten zufolge sucht die Bewegung öffentlich nach ihren eigenen Ortsgruppen. Die Polizei stellt sich unterdessen auf Krawalle ein.
Eine Bewegung sucht ihre Anführer
Auf ihrem Telegram-Kanal rief die Initiative laut einem Bericht die Leitungen von 18 örtlichen Gruppen auf, sich zu melden. Gesucht wurden Ansprechpartner unter anderem in Stuttgart, Leipzig, Dresden, Hannover, Düsseldorf und Nürnberg. Wer nicht weiß, wer in seinem Namen auf die Straße ruft, hat ein Problem. Ein ziemlich großes sogar.
Selbst übernimmt „Gen Z regelt“ nach eigenen Angaben nur in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München die Verantwortung. Für die übrigen Städte sollen eigenständige Gruppen zuständig sein. Beworben werden aber alle Demos auf der eigenen Website. Bequem.
Inhaltlich orientiert sich die Bewegung an den Jugendprotesten in Frankreich. Laut Medienberichten reichen die Forderungen von besserer Bildung über bezahlbares Wohnen und Klimaschutz bis zur Ablehnung der Wehrpflicht.
140.000 Klicks, aber kaum Anmeldungen
Bundesweit meldet die Website mehr als 140.000 digitale Zusagen. Verbindlich ist davon nichts, denn ein einziger Klick genügt. Die Realität bei den Behörden sieht ganz anders aus:
- Bonn: über 6.000 Online-Zusagen, laut Polizei am Dienstag keine Anmeldung
- Erfurt: knapp 9.000 Zusagen, angemeldet sind 30 Teilnehmer, und zwar an einem anderen Ort als beworben
- Stuttgart: mehr als 11.000 Zusagen, zunächst 500 Teilnehmer angemeldet
- München: fast 7.000 Zusagen, angemeldet sind 200
- Essen: knapp 4.000 Zusagen, angemeldet sind 50
Auch in Dortmund und Freiburg lag zunächst keine Anmeldung vor. Dabei schreiben die Versammlungsgesetze in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg grundsätzlich vor, eine Versammlung unter freiem Himmel 48 Stunden vor ihrer öffentlichen Ankündigung anzumelden. Für Kritiker passt das ins Bild: Für die Regeln, die für jedes Schützenfest gelten, fühlt sich offenbar niemand zuständig.
Großaufgebot in den Metropolen
In den Großstädten rüsten die Behörden auf. In Köln erwartet die Polizei Medienberichten zufolge rund 15.000 Teilnehmer am Heumarkt. In Berlin ist eine Demo mit 10.000 Menschen am Brandenburger Tor angemeldet, die Polizei will mit rund 1.000 Einsatzkräften vor Ort sein. Hamburg kündigt eine starke Präsenz in der Innenstadt und den Einsatz von Drohnen an.
Der NRW-Verfassungsschutz sieht nach Angaben des Innenministeriums Mobilisierung aus dem linksextremistischen und dem auslandsbezogenen extremistischen Spektrum. Die Stuttgarter Polizei hat nach eigenen Angaben Hinweise auf mögliche Störungen. In Aachen prüft sie öffentliche Aufrufe zu Straftaten. Das Bundesinnenministerium bestätigte eine verstärkte Beobachtung, zudem tauschten sich die Sicherheitsbehörden mit Frankreich und Italien aus. Dort waren Jugendproteste zuletzt in schwere Ausschreitungen umgeschlagen.
Die Deutsche Polizeigewerkschaft warnt vor einer Unterwanderung der Proteste. Mit Blick auf mögliche Halloween-Kostüme sagte ihr Chef Heiko Teggatz:
„Gruselige Linksextremisten brauchen keine Maske“
Die Organisatoren springen ab
Schon vor dem ersten Marsch zerfällt die Bewegung. Der bisherige Sprecher Gianni Matheja zog sich zurück. Unter dem Namen hätten sich Gruppen mit sehr unterschiedlichen Zielen und Protestformen zusammengefunden, einen friedlichen Ablauf sehe er nicht mehr ausreichend gewährleistet. Auch der Linken-Aktivist Max Schneller verließ mit weiteren Mitstreitern das Berliner Team und beklagte undurchsichtige Strukturen.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier ein bekanntes Muster: Berechtigte Anliegen junger Menschen, etwa marode Schulen, werden zur Bühne für Kräfte, denen es um etwas ganz anderes geht. Die Rechnung zahlen am Ende Polizisten, Händler und Anwohner. Und auch die friedlichen Demonstranten, deren Anliegen im Chaos untergehen könnten.
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