
Hamburger Gesinnungstheater: Männer sollen auf Demo kollektive Schuld bekennen
Was sich am vergangenen Donnerstag auf dem Hamburger Rathausmarkt abspielte, könnte als Realsatire durchgehen – wäre es nicht bitterer Ernst. Bei einer Demonstration gegen sexualisierte Gewalt wurden männliche Teilnehmer öffentlich aufgefordert, sich gegenseitig in die Augen zu schauen und stumm das Versprechen abzulegen, niemals zum Täter zu werden. Man reibt sich die Augen. Doch die Videoaufnahmen, die in den sozialen Netzwerken kursieren, lassen keinen Zweifel: Der ideologische Wahnsinn hat eine neue Eskalationsstufe erreicht.
Kollektivschuld als Bühnenprogramm
Die Choreographie des Spektakels war so simpel wie entlarvend: Zunächst wurden alle anwesenden Frauen gebeten, sich hinzusetzen. Übrig blieben die Männer – stehend, exponiert, wie Angeklagte vor einem unsichtbaren Tribunal. Eine Rednerin wandte sich dann direkt an die verbliebenen männlichen Teilnehmer mit Worten, die an eine Inquisition erinnern: „Habt ihr auf euch selbst geschaut? Habt ihr eure eigene Tätervergangenheit aufgearbeitet?" Man beachte die Formulierung: Nicht etwa „mögliche" Tätervergangenheit, nicht „etwaige" Verfehlungen – nein, die Tätervergangenheit wird schlicht vorausgesetzt. Jeder Mann ein potenzieller Verbrecher, allein kraft seines Geschlechts.
Anschließend sollten sich die Männer gegenseitig wortlos das Versprechen geben, „aktiv zu werden" und „genau hinzusehen, wo überall Gewalt stattfindet". Ein ritualisiertes Schuldbekenntnis, das in seiner Absurdität an maoistische Selbstkritik-Sitzungen erinnert, bei denen Individuen öffentlich ihre vermeintlichen Sünden gestehen mussten, um von der Gruppe Absolution zu erhalten – die freilich nie kam.
Die Instrumentalisierung unbewiesener Vorwürfe
Die Demonstration in Hamburg reiht sich ein in eine bundesweite Protestbewegung, die sich im Zuge der Debatte um sexualisierte Gewalt formiert hat. Auslöser seien unter anderem öffentlich gewordene Vorwürfe gegen den Schauspieler Christian Ulmen, die eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung über Machtmissbrauch angestoßen hätten. Seine Ex-Frau, die Moderatorin Collien Fernandes, habe gezielt zur Teilnahme an den Kundgebungen aufgerufen und erklärt, sexuelle Gewalt finde „in der Mitte unserer Gesellschaft" statt.
Bemerkenswert ist dabei, dass zum Zeitpunkt der Demonstrationen keinerlei gerichtliche Feststellungen vorliegen. Hier entscheiden offenbar nicht Gerichte, sondern Gerüchte. Die Unschuldsvermutung – jenes fundamentale Prinzip des Rechtsstaats, das über Jahrhunderte erkämpft wurde – wird auf dem Altar der Empörungskultur geopfert. Und mit ihr gleich das gesamte männliche Geschlecht, das unter Generalverdacht gestellt wird.
Schusssichere Weste ohne Bedrohungslage
Für besonderes Aufsehen sorgte der Auftritt von Collien Fernandes selbst, die auf der Bühne in einer schusssicheren Weste erschien. Die dramatische Inszenierung sollte offenbar eine akute Gefährdungslage suggerieren. Doch die Hamburger Polizei widersprach dieser Darstellung umgehend und stellte klar, dass keinerlei konkrete Hinweise auf eine entsprechende Bedrohung vorgelegen hätten. Ein theatralischer Auftritt also, der mehr über die Selbstinszenierung der Protagonistin verrät als über tatsächliche Gefahren.
Man fragt sich unwillkürlich: Ist das Tragen einer schusssicheren Weste auf einer Versammlung überhaupt rechtlich zulässig? Das Versammlungsgesetz kennt durchaus Regelungen zu Schutzausrüstungen auf Demonstrationen, die nicht ohne Grund existieren.
Die Spaltung der Gesellschaft schreitet voran
Was in Hamburg geschah, ist symptomatisch für eine Entwicklung, die Deutschland seit Jahren in Atem hält. Eine lautstarke Minderheit maßt sich an, einem ganzen Geschlecht kollektive Schuld zuzuweisen – und die Betroffenen sollen dankbar nicken und Buße tun. Es ist die gleiche ideologische Verblendung, die uns das Gendern aufgezwungen hat, die Familien als patriarchale Unterdrückungsstrukturen diffamiert und traditionelle Rollenbilder als toxisch brandmarkt.
Dabei wäre eine ernsthafte, sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema sexualisierte Gewalt dringend geboten. Doch statt differenzierter Analyse gibt es Gesinnungsrituale. Statt rechtsstaatlicher Aufarbeitung gibt es öffentliche Demütigungen. Und statt eines ehrlichen Blicks auf die tatsächlichen Täterprofile – die Kriminalstatistiken sprechen eine deutliche Sprache über die Herkunft vieler Sexualstraftäter – wird der deutsche Mann pauschal an den Pranger gestellt.
Es ist bezeichnend, dass diese Demonstrationen ausgerechnet in jenen Städten stattfinden, in denen grün-linke Milieus den Ton angeben. Hamburg, Berlin – die üblichen Verdächtigen. Während die tatsächliche Kriminalität in Deutschland auf Rekordniveau steigt, während Messerangriffe und Gewaltdelikte den Alltag vieler Bürger prägen, beschäftigt sich eine privilegierte Blase mit ritualisierter Männerbeschämung. Die wirklichen Probleme – eine verfehlte Migrationspolitik, überlastete Justiz, fehlende Abschiebungen – werden geflissentlich ignoriert.
Wenn Ideologie den Verstand ersetzt
Die Szenen vom Hamburger Rathausmarkt sind mehr als eine Kuriosität am Rande. Sie sind ein Symptom einer Gesellschaft, die den Kompass verloren hat. Eine Gesellschaft, in der nicht mehr Fakten und Recht zählen, sondern Gefühle und Betroffenheitsrituale. In der nicht der Einzelne nach seinen Taten beurteilt wird, sondern ganze Gruppen unter Kollektivverdacht stehen. Das ist nicht Fortschritt. Das ist Regression in voraufklärerische Zeiten – nur mit umgekehrten Vorzeichen.
Deutschland braucht keine öffentlichen Schuldbekenntnisse auf Marktplätzen. Deutschland braucht einen funktionierenden Rechtsstaat, der Täter konsequent bestraft – unabhängig von Herkunft und Geschlecht. Und es braucht Politiker, die den Mut haben, die wahren Ursachen steigender Gewalt zu benennen, statt sich hinter ideologischen Nebelkerzen zu verstecken.

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