
Heizungsmarkt kollabiert: Politisches Chaos treibt Hersteller in die Knie
Der deutsche Heizungsmarkt liegt am Boden – und die Verantwortlichen sitzen in Berlin. Was sich derzeit in der Branche abspielt, ist nichts weniger als ein wirtschaftspolitisches Desaster mit Ansage. Während Hersteller Stellen abbauen und Produktionsstandorte ins Ausland verlagern, verharren Millionen von Hausbesitzern in einer lähmenden Warteschleife. Der Grund? Ein beispielloser politischer Eiertanz rund um das berüchtigte Heizungsgesetz, das einst unter der Ägide von Robert Habeck die Gemüter erhitzte.
Absturz auf historisches Tief
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Mit lediglich 627.000 verkauften Heizgeräten im Jahr 2025 ist der Absatz auf den niedrigsten Stand seit 2010 gefallen. Ein Rückgang, der sich quer durch alle Technologien zieht und die gesamte Branche in Atem hält. Gas-Brennwertkessel verzeichneten einen Einbruch von 36 Prozent auf nur noch 229.000 Stück. Noch dramatischer traf es die Ölheizungen: Mit einem Minus von erschreckenden 74 Prozent wurden gerade einmal 22.500 Geräte an den Mann gebracht.
Selbst die politisch so hochgelobten Wärmepumpen können das Bild nicht retten. Zwar führen sie mit rund 299.000 verkauften Einheiten das Jahresranking an, doch von der einst propagierten Zielmarke von 500.000 Installationen pro Jahr ist man meilenweit entfernt. Ein Drittel dieser Geräte floss zudem in Neubauten – der dringend benötigte Umstieg im Bestand stockt gewaltig.
Versprechen gebrochen, Vertrauen verspielt
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz startete mit dem vollmundigen Versprechen, das umstrittene Heizungsgesetz abzuschaffen. Was davon übrig blieb? Nicht mehr als eine kosmetische Umbenennung: Das Gebäudeenergiegesetz soll künftig "Gebäudemodernisierungsgesetz" heißen. Ein neues Etikett auf einer alten Flasche – mehr nicht. Die bis Ende Januar 2026 versprochenen Eckpunkte für eine echte Reform? Fehlanzeige. Die selbst gesetzte Frist verstrich ergebnislos.
Für Eigenheimbesitzer ist diese Hängepartie ein finanzielles Minenfeld. Wer heute eine Heizung kauft, kann weder Pflichten noch Übergangsfristen noch Förderlogik sicher kalkulieren. Die berüchtigte 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien gilt weiterhin, während gleichzeitig niemand weiß, wie eine mögliche Reform 2026 konkret aussehen wird. Das Ergebnis: Stillstand auf ganzer Linie.
Wenn Unsicherheit 36.000 Euro kostet
Die Zurückhaltung der Verbraucher ist mehr als nachvollziehbar. Verbraucherzentralen beziffern die durchschnittlichen Kosten für eine Wärmepumpe inklusive Installation auf stolze 36.000 Euro. Bei solchen Summen macht jede politische Unsicherheit die Entscheidung zur Zitterpartie. Werden Förderungen gekippt? Werden Regeln nachträglich verschärft? Niemand weiß es – und genau das ist das Problem.
Hinzu kommt die kommunale Wärmeplanung, die das Abwarten zusätzlich befeuert. Eigentümer wollen erst wissen, ob Fernwärme in ihrer Straße überhaupt realistisch wird, bevor sie fünfstellige Beträge in eine neue Heizung investieren. Ein verständlicher Reflex, der jedoch den Markt weiter lähmt.
Standorte wandern ab – Arbeitsplätze verschwinden
Die Konsequenzen des politischen Versagens treffen nun die Beschäftigten mit voller Wucht. Das Beispiel BDR Thermea zeigt die Dramatik besonders deutlich: Der Konzern stellt die Produktion von Wärmeerzeugern an den deutschen Standorten Rastede und Schweinfurt ein. Rund 203 Vollzeitarbeitsplätze fallen dem Kahlschlag zum Opfer. Die Fertigung wandert ins "europäische Fertigungsnetzwerk" – ein Euphemismus für Abwanderung ins Ausland. Als Begründung nennt das Unternehmen explizit die "regulatorische Unsicherheit".
Die Industrie hatte Kapazitäten aufgebaut, um den politisch gewollten Heizungsumbau zu stemmen. Doch die Werke laufen vielerorts nicht mehr voll. Kurzarbeit und Stellenabbau häufen sich, während die Branche Substanz verliert – ausgerechnet in einem Sektor, der langfristig Arbeit sichern könnte. Der Druck auf Zulieferer und Handwerk wächst, denn weniger Abschlüsse bedeuten weniger Planungssicherheit und weniger Ausbildungsplätze.
Ein selbst gemachtes Desaster
Was wir hier erleben, ist ein Paradebeispiel für politisches Versagen. Der Kurs wechselte von "abschaffen" zu "überarbeiten", ohne dass am Ende eine belastbare Aussage steht. Im Heizungsmarkt herrscht eine Art "Stop-and-Go", bei dem selbst entschlossene Käufer zögern. Der Effekt ist hausgemacht – und die Zeche zahlen Arbeitnehmer, Handwerker und Hausbesitzer gleichermaßen.
Solange die Regierung nach der ausgebliebenen Januar-Frist weiter keine klare Reform liefert, bleibt der Heizungsmarkt im Wartestand. Deutschland verliert derweil nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch den Anschluss bei der Wärmewende. Ein Trauerspiel, das zeigt, wie sehr ideologiegetriebene Politik und anschließendes Chaos eine ganze Branche ruinieren können.

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