
„Hoffentlich eine christliche, weiße Person“ – wie eine Rednerin am Brandenburger Tor die Opfer verhöhnte

Es gibt Sätze, die ein ganzes Milieu entlarven. Sätze, für die es keine Analyse mehr braucht, keine Studie, keine Talkshow-Runde mit fünf Soziologen. Sätze, die einfach nur ausgesprochen werden müssen – und schon liegt alles offen. Am Brandenburger Tor, bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Anschlags auf den Berliner Christopher Street Day, ist so ein Satz gefallen. Und er kam nicht von einem angetrunkenen Zwischenrufer am Rand, sondern von der Bühne. Mit Mikrofon. Mit Publikum. Mit Applaus.
Die Enttäuschung über den „falschen“ Täter
Eine Berliner Sängerin schilderte dort, was ihr in den Minuten nach der Tat als Erstes durch den Kopf gegangen sei. Nicht Mitgefühl für die getötete Frau. Nicht Sorge um die Schwerverletzten. Sondern die Hoffnung, der Täter möge – und hier zitieren wir die Wortwahl der Rednerin sinngemäß – bitte kein „Kanake“ sein, sondern lieber eine „christliche, weiße Person“. Dann folgte die Ernüchterung: Er war es nicht. Anschließend rettete sich die Rednerin in den akademischen Schutzraum der „Intersektionalität“, erklärte, man kämpfe eben nicht dieselben Kämpfe, sei aber in solchen Momenten füreinander da – und beendete ihren Auftritt mit einem englischen „And that's beautiful“. Im Hintergrund, so ist es dokumentiert, lachte jemand zustimmend.
Eine Frau ist tot. Menschen liegen mit schweren Verletzungen in Krankenhäusern. Und auf der Bühne bedauert man, dass der Mörder nicht ins eigene Weltbild passt.
Wenn das Narrativ wichtiger ist als das Opfer
Man muss sich diesen Vorgang wirklich vor Augen halten, um die moralische Verwahrlosung zu begreifen, die hier zutage tritt. Der Wunsch, ein Attentäter möge doch bitte weiß und christlich sein, ist kein Ausrutscher. Er ist die logische Konsequenz eines Denkens, das die Welt nur noch in Täter- und Opfergruppen einteilt und für das eine echte Leiche zweitrangig ist, solange nur das ideologische Schema erhalten bleibt. Hätte man dieselbe Formulierung an einem Infostand einer Oppositionspartei gehört – die Republik hätte Lichterketten organisiert, Talkshows durchgetaktet, Rücktritte gefordert. Hier? Gelächter und Zustimmung.
Was tatsächlich geschah
Die Fakten sind bitter genug. Am späten Samstagabend raste ein deutscher Staatsbürger libanesischer Herkunft mit einem eigens angemieteten weißen Transporter in die Menschenmenge des Berliner CSD. Mindestens eine Frau starb, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Inzwischen sind die Verletzten außer Lebensgefahr. Am Sonntagabend spürte ein Spezialeinsatzkommando den Gesuchten in einer Gartenparzelle in Berlin-Spandau auf, die dem Vater des Mannes gehören soll. Beim Zugriff habe er die Beamten mit einer Stichwaffe angegriffen; er wurde durch Schüsse getötet.
Die Berliner Innensenatorin lobte anschließend die „großartige Leistung“ der Sicherheitsbehörden. Und ja – die Beamten haben schnell und professionell gearbeitet, das verdient Respekt. Doch die eigentliche Frage lautet: Wie großartig wäre es gewesen, wenn Innenpolitik und Justiz ihre Arbeit schon vorher so konsequent erledigt hätten, dass es diesen Einsatz nie gebraucht hätte? Das Gewaltmonopol des Staates ist kein Selbstzweck. Es ist ein Vertrag: Der Bürger zahlt, hält sich an Gesetze und erwartet im Gegenzug Schutz. Dieser Vertrag wird in Deutschland seit Jahren einseitig gekündigt – nicht von den Bürgern.
Ein Muster, das niemand mehr leugnen kann
Der Fall reiht sich ein in eine Kette, die längst zu lang geworden ist, um sie noch als Serie tragischer Einzelfälle zu verkaufen. Messerangriffe, Fahrzeuge in Menschenmengen, Bahnhöfe und Weihnachtsmärkte als Tatorte. Die Kriminalitätsstatistik hat Rekordniveau erreicht, und wer die Ursachen benennt, wird noch immer schneller etikettiert als der Täter identifiziert. Es war die verantwortungslose Migrations- und Sicherheitspolitik der vergangenen zehn Jahre, die diesen Zustand hergestellt hat – über Parteigrenzen hinweg, mit Ankündigungen, die niemals Politik wurden. Dass die Aufarbeitung nun ausgerechnet dadurch erschwert wird, dass der Täter tot ist, erinnert an frühere Fälle, in denen bekannte Gefährder erst nach vollendeter Tat verschwanden – und mit ihnen die unbequemen Fragen.
Wir sind überzeugt: Dieses Land braucht Politiker, die endlich wieder für Deutschland regieren und nicht gegen die Menschen, die hier leben. Diese Auffassung ist längst nicht mehr nur die unserer Redaktion, sondern die eines Großteils der Bevölkerung, der in Umfragen wie an Wahlurnen immer deutlicher artikuliert, dass Geduld keine unbegrenzte Ressource ist.
Die bittere Pointe
Am Ende bleibt eine besondere Ironie. Jene Milieus, die am lautesten für Toleranz demonstrieren, sind die ersten, die zu Opfern einer Ideologie werden, die von Toleranz nichts hält. Und statt daraus Schlüsse zu ziehen, wird der Realität die Tür gewiesen und der nächste englische Wohlfühlsatz ins Mikrofon gesprochen. Wer Ohren hat, zu hören, der höre. Denn selten hat ein Milieu so offen mitgeteilt, wie es tatsächlich denkt – über Täter, über Opfer und über die Deutschen selbst.
Ein Land, das die Ursachen seiner Probleme nicht benennen darf, wird sie nicht lösen. Es wird sie nur verwalten – bis zum nächsten weißen Transporter.

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