
Hormus-Poker: Iran lässt China und Indien durch – Europa bleibt draußen!

Teheran öffnet die Straße von Hormus, aber nur für ausgewählte Partner. Wie ein führender iranischer Abgeordneter am Dienstag mitteilte, dürfen Schiffe aus China, Indien, dem Irak und Katar die Meerenge ohne Transitbeschränkungen passieren. Der Rest der Welt muss weiter mit der Blockade leben, und dazu gehört Europa.
Freie Fahrt mit Gästeliste
Die Ankündigung kam von Ahmad Hayat-Moghaddam, dem Vizevorsitzenden des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Außenpolitik im iranischen Parlament. Der Studentennachrichtenagentur ISNA sagte er sinngemäß:
„Wir haben derzeit Indien, China, Irak und Katar von den Transitbeschränkungen in der Straße von Hormus ausgenommen. Schiffe aus diesen Ländern passieren frei.“
Hinter jeder Ausnahme stehe ein eigenes Kalkül. Indien erhalte freie Durchfahrt, damit Medikamente in den Iran gelangen könnten. Bei China gehe es offen darum, sich die politische Rückendeckung Pekings zu sichern. Katarische Schiffe müssten zudem keine Transitgebühren zahlen. Der Abgeordnete fasste es nüchtern zusammen: Man mache Geschäfte, und jede Ausnahme habe ihren eigenen Grund.
Lässt die US-Marine die Schiffe passieren?
Brisant ist eine Nebenbemerkung. Nach Darstellung des Parlamentariers würden sich auch die Amerikaner bei diesen Schiffen nicht einmischen. Unabhängig bestätigt ist das nicht. Sollte es zutreffen, wäre damit erklärt, wie Teheran trotz der monatelangen US-Seeblockade seiner Häfen weiter Öl und Waren auf den Weltmarkt bringt.
Zur Einordnung: Seit den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar 2026 ist die Meerenge weitgehend lahmgelegt. Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung durch Hormus. Die Weltbank sprach im Frühjahr von der größten Störung des Ölmarkts in der Geschichte. Im Oktober zählten Beobachter so viele iranische Angriffe auf Handelsschiffe wie nie zuvor. Zuletzt hat das Tempo allerdings nachgelassen.
Ölpreis im freien Fall, aber für wie lange?
An den Märkten zeigt sich eine gewisse Erleichterung. Am vergangenen Freitag kostete ein Barrel Brent noch rund 118 Dollar. Am Donnerstag fiel die Nordseesorte Berichten zufolge erstmals seit dem 7. Oktober unter 100 Dollar. Händler setzen nach den US-Zwischenwahlen auf Entspannung. Den Demokraten werden dort Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses zugeschrieben. Präsident Trump hatte gedroht, die Bombardierungen nach den Wahlen wieder aufzunehmen. Mit einem Kongress unter demokratischer Kontrolle halten viele Beobachter einen neuen Großangriff nun für weniger wahrscheinlich.
Analysten warnen jedoch vor zu viel Zuversicht. Das Wahlergebnis sei keine Garantie für Frieden, heißt es aus dem Markt. Seit Jahresbeginn hatte sich Brent zeitweise um fast 90 Prozent verteuert.
Und Deutschland?
Hier zeigt sich die eigentliche Lehre. Peking, Neu-Delhi und Doha verhandeln ihre Interessen knallhart und bekommen freie Fahrt. Europa steht ohne eigenen Hebel daneben. Die Folgen spürt der deutsche Verbraucher an der Zapfsäule, bei der Heizrechnung und über eine Inflation, gegen die die EZB 2026 schon zweimal die Zinsen erhöhen musste. Wer Energiesicherheit jahrelang vernachlässigt hat, zahlt jetzt drauf.
Fazit: Die Welt teilt sich in Blöcke
Die Ausnahmen von Hormus zeigen, wie die neue Weltordnung funktioniert: Wer Einfluss hat, kommt durch. Ein solches Umfeld mit geopolitischen Blöcken, wackelnden Lieferketten und hartnäckiger Inflation ist wie geschaffen für Vermögenswerte, die von keiner Regierung abhängen. Physisches Gold und Silber können deshalb als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio zur Absicherung beitragen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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