
Indiens Kohle-Kehrtwende: Bis zu 150 Gigawatt gegen den Blackout!

Indien plant eine Wende, die zu den Klimazielen kaum passt: Bis 2035 könnte das Land neue Kohlekraftwerke mit 105 bis 150 Gigawatt Leistung brauchen. Das sagte Ghanshyam Prasad, Chef der staatlichen Elektrizitätsbehörde CEA, Mitte Oktober 2026 in Neu-Delhi. Geplant waren bisher nur 97 Gigawatt.
Die Gründe: Der Strombedarf steigt rasant, die Wasserkraft schwächelt, und für Solarstrom fehlen Speicher. Bisher handelt es sich allerdings um eine Bedarfsprognose und nicht um genehmigte Bauprojekte.
Abschied von der Lieblingsprognose der Energiewende
Laut Medienberichten sprach Prasad auf dem 20. India Energy Summit der indischen Handelskammer. Dort habe er betont, das Land brauche ausreichend Grundlastkraftwerke. Die liefern Strom, egal ob die Sonne scheint oder der Wind weht. Heute stehen in Indien rund 230 Gigawatt Kohlekapazität am Netz. Im oberen Szenario läge der Zubau 53 Gigawatt über der bisherigen Planung.
Bemerkenswert ist der Vergleich mit 2018. Damals hielt der nationale Stromerzeugungsplan neue Kohlekraftwerke über die bereits geplanten Projekte hinaus für überflüssig. Acht Jahre später hat die Realität diese Annahme überholt. Vor allem abends, wenn die Solarparks keinen Strom mehr liefern, fehlt verlässliche Leistung.
Die Lücke: So groß wie seit drei Jahren nicht
Im September 2026 blieben rund 560 Millionen Kilowattstunden Strombedarf ungedeckt, so viel wie seit August 2023 nicht mehr. Die Kohleverstromung stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,3 Prozent. Die Wasserkraft brach dagegen um rund 20 Prozent ein, weil der Monsun zu wenig Regen brachte.
Von April bis August erzeugten Indiens Kohlemeiler rund 580 Milliarden Kilowattstunden. Das sind knapp zehn Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Wert für diesen Zeitraum seit drei Jahren. Laut Prasad lag die Nachfrage zeitweise 45 bis 50 Gigawatt über dem Vorjahresniveau.
Kohlehalden schmelzen dahin
Die Brennstoffvorräte der Kraftwerke sanken zwischen Anfang April und Ende September von 54,9 auf etwa 18,6 Millionen Tonnen, also um 66 Prozent. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum Berichten zufolge nur rund 23 Prozent. Am 7. Oktober hatten 107 von 191 überwachten Kraftwerken Kohle für höchstens fünf Tage.
Das Kohleministerium meldete inzwischen eine Stabilisierung. Am 10. Oktober lagen die Vorräte bei 18,205 Millionen Tonnen, auch dank besserer Bahntransporte. Ein weiteres Problem bleibt: Weil die Anlagen voll ausgelastet sind, finden die Betreiber laut Prasad kaum Zeit für geplante Wartungen. Das erhöht das Risiko ungeplanter Ausfälle.
Sonne und Wind allein reichen nicht
Indien baut dabei weiter massiv erneuerbare Energien aus. Laut CEA sollen jedes Jahr etwa 50 Gigawatt dazukommen. In Rajasthan und Gujarat ballen sich aber so viele Solar- und Windparks, dass Netzstörungen bereits automatische Abschaltungen von Anlagen und Leitungen auslösen. Deshalb setzt Neu-Delhi zusätzlich auf Kernkraft und Pumpspeicherwerke.
Die Engpässe kosten schon jetzt Geld. Laut der indischen Wirtschaftspresse mussten Versorger zu den abendlichen Spitzenzeiten Strom für bis zu 20 Rupien pro Kilowattstunde einkaufen. Für energieintensive Betriebe ist das eine schwere Last.
Eine Lektion, die Berlin ungern hört
Für Deutschland ist das ein unbequemer Spiegel. Hierzulande wurden im April 2023 die letzten Kernkraftwerke abgeschaltet, und der Kohleausstieg ist politisch beschlossen. Gleichzeitig zahlen Industrie und Bürger mit die höchsten Strompreise Europas. Das bevölkerungsreichste Land der Welt entscheidet sich dagegen für Versorgungssicherheit vor Symbolpolitik. Man muss die Kohle nicht mögen, um diese nüchterne Abwägung zu verstehen.
Indien zeigt außerdem, dass Energiewenden ohne Speicher, starke Netze und gesicherte Leistung schnell an Grenzen stoßen. Wo Energie knapp und teuer wird, kann die Kaufkraft schwinden. Viele Sparer sichern sich deshalb mit physischem Gold und Silber ab, als Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt unsere redaktionelle Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

Prof. Dr.Polleit
ErnstWolff
MichaelMross
Dr.Brandenburg
FlorianHomm
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













