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Kettner Edelmetalle
18.06.2026
05:48 Uhr

Industrie im Sinkflug: Wie Deutschland sein wirtschaftliches Rückgrat verspielt

Industrie im Sinkflug: Wie Deutschland sein wirtschaftliches Rückgrat verspielt

Es gab eine Zeit, da war das Etikett „Made in Germany“ ein Versprechen, kein Nachruf. Heute lesen sich die Zahlen aus der deutschen Industrie wie das Protokoll eines schleichenden Niedergangs. Nur noch 6,6 Millionen Menschen arbeiten 2025 in der einst stolzen deutschen Industrie – ein Zehnjahrestief, das jeden, der diesem Land noch eine ökonomische Zukunft wünscht, hellhörig machen sollte.

320.000 Stellen verdampft – und kaum jemand zuckt mit der Wimper

Die Zahlen, die das Institut der deutschen Wirtschaft im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zusammengetragen hat, sind nichts weniger als ein Alarmsignal. Allein in der Metall- und Elektroindustrie – dem Herzstück der deutschen Wertschöpfung – seien laut dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall seit 2019 rund 320.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Im April dieses Jahres waren es 103.000 besetzte Stellen weniger als noch ein Jahr zuvor.

Besonders perfide ist die Methode des stillen Stellenabbaus: Wer geht, wird nicht ersetzt. Die Lücken bleiben einfach offen. Eine Industrie, die sich selbst auf Schrumpfkurs setzt, weil sie an die Zukunft des Standorts nicht mehr glaubt. Wer mag es ihr verdenken?

„Die zurückgehenden Neueinstellungen sind ein Warnsignal für die künftige Beschäftigungsentwicklung“, mahnt eine Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung. Man brauche eine Wiederbelebung der Arbeitsnachfrage in der Industrie.

Vom Industrieland zum Auslaufmodell?

Der Anteil der Industriebeschäftigten am Gesamtarbeitsmarkt sei von 22 Prozent im Jahr 2014 auf nur noch 19 Prozent abgesackt. Drei Prozentpunkte – das klingt nach wenig, bedeutet in Wahrheit aber den langsamen Verfall jener Branche, die Deutschland einst zum Exportweltmeister machte. Während andere Nationen ihre Industrie hätscheln und mit Steuererleichterungen umgarnen, treibt man hierzulande die Unternehmen mit Energiepreisen, Bürokratiewahn und einer ideologisch verbohrten Klimapolitik systematisch in die Flucht.

Wer sich fragt, warum Konzerne ihre Werke ins Ausland verlagern, der muss nur die Rahmenbedingungen betrachten, die eine Politik geschaffen hat, die offenbar lieber moralisch im Recht sein will, als wirtschaftlich erfolgreich. Die verfehlte Energiewende und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 dürften diesen Trend eher beschleunigen als bremsen.

Der schwindende Lohnvorsprung – ein weiterer Sargnagel

Auch als Arbeitgeber hat die Industrie an Glanz verloren. Der Lohnvorteil bei Einstiegsgehältern habe sich binnen zehn Jahren nahezu halbiert – von 20,4 Prozent auf magere 10,4 Prozent. Bei langjährig Beschäftigten dasselbe trostlose Bild: ein Rückgang von 16,4 auf 8,7 Prozent. Wer einst stolz am Hochofen oder an der Werkbank stand, hat heute kaum noch einen finanziellen Anreiz, sich für die harte körperliche Arbeit zu entscheiden.

Merz und der „Tag der Industrie“ – ein bitterer Termin

Pikant: Ausgerechnet am kommenden Montag und Dienstag soll Bundeskanzler Friedrich Merz beim „Tag der Industrie“ erscheinen, an dem rund 1.500 Teilnehmer darüber diskutieren wollen, wie Deutschland zurück auf den Wachstumspfad findet. Man darf gespannt sein, welche Durchhalteparolen der Kanzler diesmal auspackt. „Opfer bringen“ sollen die Deutschen, hieß es zuletzt. Doch ein Volk, das immer nur Opfer bringen soll und nie eine spürbare Belohnung sieht, verliert irgendwann den Glauben an seine Regierenden – und das offenbar zu Recht.

Die nüchterne Wahrheit ist: Eine Industrie verschwindet nicht über Nacht. Sie stirbt leise, Stelle für Stelle, Werk für Werk. Und sie kehrt nicht zurück, wenn die politische Klasse weiterhin ideologische Wunschträume über wirtschaftliche Realitäten stellt.

Was bleibt dem Bürger? Ein Blick auf solide Werte

In Zeiten, in denen das wirtschaftliche Fundament eines ganzen Landes bröckelt, wächst bei vielen Menschen die Sorge um den eigenen Wohlstand – und das nicht ohne Grund. Wer sich gegen die Unwägbarkeiten einer schwächelnden Volkswirtschaft, steigender Inflation und politischer Fehlentscheidungen absichern will, sollte über eine breite Streuung seines Vermögens nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg ihre Funktion als wertstabiler Anker in stürmischen Zeiten bewiesen und können als sinnvolle Beimischung eines ausgewogenen Portfolios dienen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung will gut überlegt sein. Bitte recherchieren Sie eigenständig und ziehen Sie gegebenenfalls fachkundigen Rat hinzu. Für Ihre Anlageentscheidungen sind allein Sie selbst verantwortlich.

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