
Iran-Krieg erschüttert deutsche Wirtschaft: Institute schrauben Wachstumsprognosen drastisch herunter

Was viele Ökonomen seit Monaten befürchtet haben, wird nun bittere Realität. Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sehen sich gezwungen, ihre ohnehin bescheidenen Konjunkturprognosen für die Bundesrepublik erneut nach unten zu korrigieren. Der Grund: Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und der Iran-Krieg treiben die Energiepreise in die Höhe – und treffen damit die deutsche Wirtschaft an ihrer verwundbarsten Stelle.
Bis zu einem Prozentpunkt weniger Wachstum
Die Bandbreite der prognostizierten Einbußen ist beachtlich. Zwischen 0,2 und satten 1,0 Prozentpunkten könnte der Konflikt das deutsche Bruttoinlandsprodukt belasten – abhängig davon, wie lange die Kampfhandlungen andauern und wie stark die Energielieferungen aus der Region beeinträchtigt werden. Ökonomen des Ifo-Instituts, des IMK, des RWI und des IW Köln haben ihre Einschätzungen gegenüber dem Newsletter „Industrie und Handel" von „Politico" dargelegt, und das Bild, das sich ergibt, ist alles andere als ermutigend.
Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser rechne im günstigsten Szenario – einem raschen Rückgang der Öl- und Gaspreise innerhalb weniger Wochen – mit einer Inflationsrate von knapp 2,5 Prozent. Das Wirtschaftswachstum würde in diesem Fall um rund 0,2 Prozentpunkte auf magere 0,8 Prozent für das laufende Jahr gedrosselt. Für 2027 prognostiziere er dann noch 1,2 Prozent. Doch das ist der Optimalfall.
Das Schreckensszenario: Inflation bei drei Prozent
Sollten die Preise für fossile Energieträger über einen längeren Zeitraum auf hohem Niveau verharren, drohe laut Ifo-Institut eine Inflationsrate von drei Prozent. In diesem Fall schrumpfe das Wachstum auf klägliche 0,6 Prozent in diesem und 0,8 Prozent im kommenden Jahr. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Land, das einst als wirtschaftliches Kraftzentrum Europas galt, hangelt sich von einer Beinahe-Stagnation zur nächsten.
Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK der Hans-Böckler-Stiftung, brachte die Lage mit entwaffnender Ehrlichkeit auf den Punkt. Bis zum Kriegsausbruch habe die Tendenz bestanden, die bisherige Erwartung von 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum für 2026 sogar noch leicht anzuheben. Das habe sich nun „auf jeden Fall erledigt". Falle der Ölpreis schnell wieder unter 100 Dollar pro Fass, dürften sich die Folgen noch in Grenzen halten. Halte der Krieg jedoch länger an und würden die Öl- und LNG-Lieferungen aus der Region dauerhaft unterbrochen, könne der Energiepreisschock groß genug sein, um die zaghafte Erholung in Deutschland vollständig zum Erliegen zu bringen.
IW Köln warnt vor langfristigen Ölpreisschocks
Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln zeichnete ein besonders düsteres Langfristszenario. Sollte der Ölpreis über zwei Jahre bei 100 oder gar 150 Dollar pro Barrel verharren, wäre das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2027 um 0,6 bis 1,0 Prozent niedriger als ohne diesen Preisanstieg. Eine solche Entwicklung würde Deutschland endgültig in eine wirtschaftliche Abwärtsspirale stürzen, aus der ein Entkommen kaum noch möglich wäre.
Etwas zuversichtlicher zeigte sich RWI-Konjunkturexperte Torsten Schmidt. Blieben die Preise für Öl und Gas bis Ende März auf dem aktuellen Niveau und sänken danach langsam wieder, rechne er für 2026 mit einem negativen Effekt von „nur" etwa 0,2 Prozentpunkten auf das BIP. Ein schwacher Trost angesichts der Gesamtlage.
Deutschlands fatale Energieabhängigkeit rächt sich erneut
Was sich hier offenbart, ist nichts weniger als das strukturelle Versagen einer jahrelangen Energiepolitik, die Deutschland in eine gefährliche Abhängigkeit von fossilen Importen manövriert hat. Statt auf eine diversifizierte, souveräne Energieversorgung zu setzen, hat man sich – befeuert durch ideologisch motivierte Entscheidungen wie den überhasteten Atomausstieg – in eine Position gebracht, in der jeder geopolitische Konflikt im Nahen Osten unmittelbar die Lebensadern der deutschen Volkswirtschaft bedroht.
Man erinnere sich: Bereits der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hatte die deutsche Wirtschaft durch explodierende Gaspreise in eine schwere Krise gestürzt. Gelernt hat die Politik daraus offenkundig wenig. Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz mag zwar vollmundig ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur versprochen haben, doch was nützen Investitionen in Straßen und Brücken, wenn die energetische Grundlage der Industrienation auf tönernen Füßen steht?
Die Inflation, die nun erneut anzuziehen droht, trifft dabei vor allem den einfachen Bürger. Steigende Spritpreise, höhere Heizkosten, teurere Lebensmittel – die Zeche für geopolitische Verwerfungen und politisches Versagen zahlt am Ende immer der Steuerzahler. Und das in einem Land, in dem die Reallöhne ohnehin seit Jahren kaum noch mit den Lebenshaltungskosten Schritt halten.
Edelmetalle als Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten
In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Krisen die Märkte erschüttern und die Inflation den Wert des Ersparten schleichend auffrisst, erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlässlicher Stabilitätsanker. Während Aktienmärkte nervös auf jede neue Eskalationsmeldung reagieren und Anleiherenditen von der Geldpolitik der Zentralbanken abhängen, haben Edelmetalle über Jahrtausende hinweg ihren Wert bewahrt. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte eine Beimischung physischer Edelmetalle in einem breit gestreuten Portfolio ernsthaft in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, seine Investitionsentscheidungen auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls unter Hinzuziehung qualifizierter Berater zu treffen. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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