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Kettner Edelmetalle
05.03.2026
12:55 Uhr

Iran-Krieg lässt Gaspreise explodieren: Deutschland droht ein kalter Winter

Es ist ein Déjà-vu der schlimmsten Sorte. Während die geopolitischen Flammen im Nahen Osten lodern, schießen die europäischen Gaspreise in die Höhe – und Deutschland steht einmal mehr mit erschreckend leeren Speichern da. Der Börsengaspreis an der Amsterdamer Terminbörse hat sich seit Beginn des Iran-Kriegs zeitweise verdoppelt und erreichte mit knapp 66 Euro pro Megawattstunde den höchsten Stand seit drei Jahren. Selbst nach einer leichten Beruhigung liegt der Preis bei rund 50 Euro – über 50 Prozent mehr als vor Kriegsbeginn.

Die Straße von Hormus: Europas verwundbare Achillesferse

Im Zentrum der Krise steht die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran. Diese schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist weit mehr als ein geographischer Nadelpass – sie ist eine der kritischsten Lebensadern der globalen Energieversorgung. Rund 20 Prozent des weltweiten Handels mit Flüssigerdgas (LNG) passieren diese Route. Dass der Iran nun genau diesen Hebel ansetzt, überrascht niemanden, der die Region kennt. Es zeigt aber einmal mehr, wie fahrlässig Europa – und insbesondere Deutschland – seine Energiesicherheit auf dem Altar geopolitischer Naivität geopfert hat.

Verschärft wird die Lage durch den Produktionsstopp in Katar. Der staatliche Energiekonzern Qatar Energy habe seine Gasverflüssigung vollständig heruntergefahren, berichten Insider. Mindestens einen Monat werde es dauern, bis die Produktion wieder auf Normalniveau laufe. Katar gehört zu den weltweit bedeutendsten LNG-Produzenten – sein Ausfall reißt ein gewaltiges Loch in die globale Versorgungskette.

Bundesregierung beschwichtigt – doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche versuchte am Wochenende, die Wogen zu glätten. Deutschland erhalte aus der Region „keine signifikanten Mengen an LNG", eine Gasknappheit sei nicht zu erwarten. Klingt beruhigend. Ist es aber nicht.

Denn die Realität ist deutlich komplexer, als es die ministerielle Beschwichtigung suggeriert. Zwar stimmt es, dass der europäische Marktanteil von katarischem Gas in den vergangenen Jahren von 37 Prozent (2017) auf rund acht Prozent gesunken ist. Nur elf Prozent der LNG-Exporte Katars gehen überhaupt nach Europa, der Löwenanteil von 82 Prozent fließt nach Asien – vor allem nach China, Indien und Südkorea. Doch genau hier liegt das Problem: Die asiatischen Abnehmer suchen nun händeringend nach Alternativen und treiben damit die Preise auf dem europäischen Markt in die Höhe. Der globale Gasmarkt ist ein System kommunizierender Röhren – wer glaubt, sich davon abkoppeln zu können, hat die Grundlagen der Energiewirtschaft nicht verstanden.

Analysten warnen vor Preisen bis 100 Euro

Die Prognosen der Experten lesen sich wie ein Horrorszenario für deutsche Verbraucher und die ohnehin angeschlagene Industrie. ING-Analyst Frantisek Taborsky warnt, dass der TTF-Preis auf 80 bis 100 Euro pro Megawattstunde klettern könnte, sollten die LNG-Transporte durch die Straße von Hormus längerfristig ausfallen. Auch Goldman Sachs hat seine Prognosen drastisch nach oben korrigiert: Statt der ursprünglich erwarteten 36 Euro rechnet die US-Investmentbank für April nun mit etwa 55 Euro pro Megawattstunde. Bei einem einmonatigen Totalausfall der Meerenge seien sogar 74 Euro möglich.

Man muss sich diese Zahlen auf der Zunge zergehen lassen. Noch vor wenigen Monaten fiel die Gasspeicherumlage weg, Verbraucher durften auf günstigere Heizkosten hoffen. Nun droht das genaue Gegenteil.

Gasspeicher erschreckend leer – und der Winter kommt bestimmt

Was die Situation besonders brisant macht: Deutschlands Gasspeicher sind derzeit nur zu rund 20 Prozent gefüllt. Im langjährigen Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2021 lag der Füllstand zu diesem Zeitpunkt bei über 40 Prozent – also mehr als doppelt so hoch. Das Frühjahr ist traditionell die Phase, in der die Speicher für den kommenden Winter aufgefüllt werden. Doch wenn die Preise weiter steigen, wird genau diese Befüllung zum finanziellen Kraftakt – oder schlicht unmöglich.

Simone Tagliapietra, Energieexperte der Brüsseler Denkfabrik Bruegel, fordere bereits eine EU-weite Strategie zur Reduzierung der Gasnachfrage und einer besseren Koordinierung der Speicherbefüllung. Eine ICIS-Analyse deute zudem auf einen möglichen Gasmangel in Mitteleuropa hin, sollte die Straße von Hormus längere Zeit gesperrt bleiben.

76,9 Prozent fossile Abhängigkeit – Deutschlands energiepolitisches Versagen

Hier offenbart sich das ganze Ausmaß des energiepolitischen Scheiterns der vergangenen Jahre. Trotz Milliarden-Subventionen für die sogenannte Energiewende, trotz des ideologisch getriebenen Atomausstiegs, trotz unzähliger Klimagipfel und vollmundiger Versprechen liegt der Anteil fossiler Energieträger am deutschen Primärenergieverbrauch bei erschütternden 76,9 Prozent – nahezu identisch mit dem Wert von 2021 (76,8 Prozent). Vier Jahre, Hunderte Milliarden Euro und eine zerstörte Kernkraftinfrastruktur später hat sich an der fundamentalen Abhängigkeit Deutschlands von fossilen Brennstoffen praktisch nichts geändert.

Man erinnere sich: Es war die grün-ideologische Energiepolitik der Ampel-Regierung, die funktionierende Kernkraftwerke abschaltete und Deutschland damit noch abhängiger von genau jenen fossilen Importen machte, die nun durch geopolitische Krisen bedroht sind. Die Ironie könnte kaum bitterer sein. Während Frankreich dank seiner Kernkraftwerke deutlich resilienter dasteht, hat sich Deutschland sehenden Auges in eine energiepolitische Sackgasse manövriert.

Erinnerungen an 2022 werden wach

Noch sind die Dimensionen nicht mit der Gaskrise von 2022 vergleichbar, als der Preis nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zeitweise über 300 Euro pro Megawattstunde schoss. Doch die Parallelen sind unübersehbar – und beunruhigend. Damals wie heute trifft ein geopolitischer Schock auf eine unzureichend vorbereitete deutsche Energieinfrastruktur. Damals wie heute beschwichtigt die Politik zunächst, bevor die harte Realität sie einholt.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz steht nun vor einer gewaltigen Herausforderung. Das geplante 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur wird durch explodierende Energiekosten zusätzlich unter Druck geraten. Steigende Gaspreise bedeuten steigende Produktionskosten, steigende Inflation und eine weitere Belastung für den ohnehin gebeutelten deutschen Mittelstand. Und während die Regierung Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert hat, zeigt die Realität, dass Deutschland nicht einmal in der Lage ist, seine grundlegende Energieversorgung krisenfest zu gestalten.

Physische Werte als Anker in stürmischen Zeiten

Für den deutschen Bürger bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: weitere finanzielle Belastungen. Höhere Heizkosten, steigende Strompreise, teurere Lebensmittel – die Kaskade der Preissteigerungen ist absehbar. In solchen Zeiten geopolitischer Unsicherheit und inflationärer Tendenzen erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlässlicher Wertspeicher. Gold und Silber kennen keine Blockaden, keine Meerengen und keine geopolitischen Erpressungen. Sie sind seit Jahrtausenden der ultimative Schutz gegen genau jene Verwerfungen, die wir derzeit erleben – und die sich in einer zunehmend instabilen Welt weiter häufen dürften.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Basis dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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