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02.08.2025
15:11 Uhr

Italienische Bauern kassieren jetzt Eintritt für Instagram-Selfie-Spots – Der Wahnsinn der Social-Media-Touristen

Was würde passieren, wenn plötzlich täglich 4.000 Menschen durch Ihren Vorgarten trampeln würden, nur um ein Foto zu schießen? Genau diese Frage müssen sich derzeit Landwirte in den italienischen Dolomiten nicht mehr stellen – sie haben bereits gehandelt. Mit Drehkreuzen und einer Gebühr von fünf Euro wehren sie sich gegen die Instagram-Invasion, die ihre privaten Weideflächen in überlaufene Fotostudios verwandelt hat.

Wenn aus Almwiesen Laufstege werden

Die malerischen Bergketten der Dolomiten, insbesondere die Seceda-Kammlinie und die berühmten Drei Zinnen, sind zu viralen Hotspots geworden. Was einst stille Naturidylle war, gleicht heute einem Massenauflauf selbstverliebter Smartphone-Zombies. Georg Rabanser, ehemaliger italienischer Snowboard-Nationalsportler und Grundbesitzer, bringt es auf den Punkt: "So viele Menschen kommen jeden Tag hier durch, jeder läuft über unser Eigentum und hinterlässt Müll."

Die Installation der Drehkreuze sei ein "Hilferuf" gewesen, erklärt Rabanser weiter. Doch statt Unterstützung von den Provinzbehörden zu erhalten, ernteten die Bauern nur leere Worte in Zeitungsartikeln. "Wir haben nicht einmal Verwarnschreiben erhalten. Also machen wir weiter", so der frustrierte Landwirt.

Das Paradoxon der viralen Empörung

Ironischerweise haben die Bilder der langen Warteschlangen vor den Drehkreuzen genau das Gegenteil bewirkt: Noch mehr Touristen strömen in die Region. Carlo Zanella, Präsident des Alpenvereins, trifft den Nagel auf den Kopf: "Die Medien haben über die Drehkreuze berichtet, alle reden darüber. Und die Menschen gehen dorthin, wo alle anderen auch hingehen. Wir sind Schafe."

Diese Herdenmentalität, angetrieben von Social-Media-Algorithmen und dem unstillbaren Hunger nach dem perfekten Selfie, zeigt einmal mehr, wie sehr unsere Gesellschaft die Orientierung verloren hat. Statt die Natur zu respektieren und zu schützen, wird sie zur bloßen Kulisse für die eigene Selbstinszenierung degradiert.

Behörden spielen das Problem herunter

Während die Landwirte um ihre Existenz und den Schutz ihres Eigentums kämpfen, versuchen lokale Tourismusbehörden das Problem kleinzureden. Lukas Demetz, Präsident des Tourismusverbands Santa Cristina, behauptet, die Situation habe sich "erheblich verbessert" und das Müllproblem sei "nicht so ernst, wie die Leute sagen".

Diese Verharmlosung zeigt, wie sehr wirtschaftliche Interessen über den Schutz der Umwelt und die Rechte der Grundbesitzer gestellt werden. Die Tourismusbranche profitiert schließlich von jedem zusätzlichen Besucher – die Folgen tragen andere.

Ein landesweites Problem

Die Dolomiten sind kein Einzelfall. Im Aostatal wurden private Autos von Bergstraßen verbannt, Wanderer müssen nun Shuttlebusse nehmen. Am Pragser Wildsee kostet die Zufahrt mit dem Auto mittlerweile 40 Euro. In der Region Piemont dürfen nur noch 150 Autos in der Nähe des beliebten Torfmoors Pian del Re parken.

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher fordert nun die italienische Regierung zum Handeln auf. Es brauche umfassendere Beschränkungen zum Schutz der empfindlichen Alpenumwelt. Auch solle verhindert werden, dass Einheimische ihre Häuser in Kurzzeitvermietungen umwandeln – ein weiteres Symptom des ausufernden Tourismus.

Die Wurzel des Problems

Was wir hier beobachten, ist das Ergebnis einer Gesellschaft, die traditionelle Werte wie Respekt vor Privateigentum und Naturschutz über Bord geworfen hat. Die Generation Instagram lebt in einer virtuellen Blase, in der nur zählt, was sich online gut verkaufen lässt. Die reale Welt mit ihren echten Menschen und deren berechtigten Anliegen wird zur Nebensache.

Es ist höchste Zeit, dass wir uns wieder auf das Wesentliche besinnen: Respekt vor der Natur, Achtung des Privateigentums und ein maßvoller Umgang mit unseren Ressourcen. Die italienischen Bauern haben den ersten Schritt gemacht – sie wehren sich gegen die Übergriffe einer enthemmten Touristenmeute. Hoffentlich folgen weitere diesem Beispiel, bevor unsere letzten Naturparadiese endgültig zu Instagram-Kulissen verkommen.

Die Frage bleibt: Wie viele Drehkreuze braucht es noch, bis die Menschen verstehen, dass nicht alles auf dieser Welt nur für ihr nächstes Selfie existiert?

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