
Job-Beben bei Schaeffler: Vier deutsche Werke vor dem Aus!

Der nächste Tiefschlag für den Industriestandort Deutschland: Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler aus Herzogenaurach hat am Dienstag angekündigt, rund 3.460 Stellen zu streichen und vier deutsche Standorte dichtzumachen. 2.660 der wegfallenden Jobs liegen in Deutschland. Kein Zufall, sondern ein Muster.
Ab 2030 will der fränkische Konzern so jährlich 300 Millionen Euro einsparen. Vorher kostet der Umbau allerdings: Schaeffler veranschlagt dafür 480 Millionen Euro.
Dortmund, Morbach, Berlin, Schwalbach: Hier gehen die Lichter aus
Insgesamt sind laut Unternehmen 16 Standorte in Europa betroffen. Komplett schließen sollen die Werke in Dortmund und im rheinland-pfälzischen Morbach. Dort entstehen bislang Bauteile für Verbrennungsmotoren. Auch die Niederlassungen in Berlin und Schwalbach stehen auf der Streichliste, weitere Standorte sollen schrumpfen.
Als Begründung verweist der Konzern auf das schwierige Marktumfeld im Autogeschäft. Bemerkenswert offen benennt er zudem die überdurchschnittlich hohen Personalkosten pro Kopf in Deutschland sowie eine zu komplexe Organisation mit zu vielen Führungsebenen.
Gehaltsverzicht als „Solidaritätsbeitrag“
Damit nicht genug: Schaeffler verlangt von den Beschäftigten zusätzlich einen Gehaltsverzicht, über den noch mit der Gewerkschaft verhandelt werden muss. Auch der Vorstand solle sich beteiligen. Ohne diesen Beitrag, so das Unternehmen, wäre der Abbau noch größer ausgefallen. Konzernchef Klaus Rosenfeld bezeichnete den Verzicht als wichtigsten Baustein des Programms.
Ein Blick in die Bilanz erklärt den Druck. Im dritten Quartal lag der Umsatz mit 5,8 Milliarden Euro knapp unter Vorjahr, der Betriebsgewinn fiel um 7,2 Prozent auf 245 Millionen Euro. Die Sparte Powertrain & Chassis, die das Verbrennergeschäft bündelt, verbuchte ein Gewinnminus von 15 Prozent. Nur das Ersatzteilgeschäft läuft gut.
IG Metall schäumt: „Kein Zukunftskonzept“
Die Arbeitnehmerseite reagierte mit scharfer Kritik. Thomas Höhn, IG-Metall-Beauftragter für Schaeffler, erklärte:
„Bei Schaeffler folgt inzwischen ein Abbauprogramm auf das nächste, noch bevor die Folgen des vorherigen bewältigt sind. Das ist kein Zukunftskonzept für den Industriestandort Deutschland.“
Konzernbetriebsratschef Uli Schoepplein bemängelte, dass vor allem deutsche Werke bluten müssten. Das oft betonte Bekenntnis zum Standort müsse sich in konkreten Entscheidungen zeigen. Gemeinsam mit Höhn forderte er ein Konzept, welche Produkte künftig hierzulande gefertigt und wo investiert werden solle. Erst dann könne man über Sparmaßnahmen reden.
Déjà-vu aus Herzogenaurach
Die Kritik am Dauer-Sparkurs kommt nicht von ungefähr. Bereits im November 2024 hatte Schaeffler wegen der E-Auto-Flaute den Abbau von 4.700 Stellen verkündet, davon 2.800 in Deutschland. Nicht einmal zwei Jahre später folgt nun die nächste Welle. Und Schaeffler steht nicht allein: Volkswagen meldete erst vor wenigen Tagen ein Quartalsminus von 5,8 Milliarden Euro.
Wer trägt die Verantwortung?
Man kann dem Management vorwerfen, zu zögerlich umzusteuern. Doch das Kernproblem reicht tiefer. Wenn ein Weltkonzern die deutschen Arbeitskosten offen als Standortnachteil benennt, ist das eine schallende Ohrfeige für die Politik. Hohe Energiepreise, Abgabenlast und Bürokratie haben die Wettbewerbsfähigkeit über Jahre ausgehöhlt, während Berlin den Verbrenner politisch ins Abseits drängte.
Die Regierung Merz hatte eine Wirtschaftswende versprochen. Statt struktureller Entlastung sehen Kritiker vor allem ein schuldenfinanziertes Sondervermögen. Für die Beschäftigten in Dortmund und Morbach ist das ein schwacher Trost. Wer seinen Wohlstand in solchen Zeiten absichern will, setzt zunehmend auf Eigenverantwortung und auf krisenfeste Werte wie physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung.
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