
Jobwunder in den USA: Warum ausgerechnet Gold jetzt Federn lässt

Der US-Arbeitsmarkt läuft heiß, und dem Goldpreis gefällt das gar nicht. Am Donnerstag meldete das US-Arbeitsministerium zum sechsten Mal in Folge weniger als 200.000 Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Gold rutschte daraufhin um rund ein Prozent auf 4.024,30 Dollar je Feinunze, hielt aber die psychologisch wichtige Marke von 4.000 Dollar.
Starke Zahlen, schwache Stimmung
In der Woche bis zum 24. Oktober stellten saisonbereinigt nur 194.000 Amerikaner einen Erstantrag. Ökonomen hatten mit 198.000 gerechnet. Eine so lange Serie unter der 200.000er-Schwelle gab es zuletzt im Januar 2023.
Auch der gleitende Vierwochendurchschnitt sank, und zwar auf 196.750 nach revidierten 198.000 in der Vorwoche. Er gilt als verlässlicher, weil er die Ausschläge einzelner Wochen glättet. Dazu kommt: Wer seinen Job verliert, findet offenbar schnell einen neuen. Die Zahl der fortgesetzten Anträge fiel in der Woche bis zum 17. Oktober um 21.000 auf 1,701 Millionen.
Die Fed hat das Gaspedal in der Hand
Warum drückt eine gute Nachricht auf den Goldpreis? Die Antwort liegt in Washington. Am Mittwoch hatte die US-Notenbank den Leitzins in der Spanne von 3,75 bis 4 Prozent belassen. Das Votum fiel allerdings mit 10 zu 2 Stimmen. Medienberichten zufolge wollten die beiden Abweichlerinnen Lisa Cook und Beth Hammack den Zins sofort um 25 Basispunkte anheben.
Erst im September hatte die Fed laut Berichten die Zinsen erstmals seit 2023 wieder erhöht. In ihrer Erklärung bekräftigte sie, die Inflation zurück auf das Ziel von zwei Prozent bringen zu wollen. Ein robuster Arbeitsmarkt verschafft den Währungshütern nach Einschätzung von Analysten Spielraum für den nächsten Schritt im Dezember.
Für Gold ist das Gegenwind. Das Metall wirft keine Zinsen ab. Steigen die Renditen von Anleihen und Festgeld, wird es im Vergleich weniger attraktiv. So jedenfalls lautet das Lehrbuch.
Wahlkampf als Bremsklotz?
Ein Fondsmanager äußerte gegenüber Fachmedien eine bemerkenswerte These. Wären die Midterm-Wahlen nicht so nah, hätte die Fed die Zinsen wohl schon jetzt angehoben, und kaum etwas werde sie im Dezember noch aufhalten. Die Terminmärkte preisten für das kommende Jahr zwei weitere Erhöhungen ein. Zugleich warnte er vor einem Wachstumseinbruch, falls die höheren Zinsen den teuren KI-Ausbau abwürgen. Mehr als ein Wackeln an den Märkten wäre das dann nicht mehr.
Gold im Rückwärtsgang? Ein Blick auf das große Bild
Zur Einordnung: Im Januar 2026 hatte Gold Rekordhöhen erreicht. Laut dem World Gold Council lag der Preis im Tagesverlauf zeitweise über 5.500 Dollar. Danach folgte eine heftige Korrektur. Trotzdem notiert das Edelmetall heute auf einem Niveau, das vor wenigen Jahren noch als Fantasie gegolten hätte.
Die eigentliche Frage ist eine andere. Eine Notenbank, die wieder an der Zinsschraube dreht, weil die Inflation nicht weichen will, gibt damit zu, dass die Kaufkraft des Geldes weiter bröckelt. Hinzu kommen Zölle, geopolitische Brandherde und weltweit wachsende Staatsschulden. Hierzulande zeigt das 500-Milliarden-Sondervermögen der Bundesregierung, wohin die Reise geht. Die Gründe, warum Sparer seit Jahrhunderten auf Gold setzen, verschwinden durch ein paar starke Arbeitsmarktdaten nicht.
Kurzfristig könnte der Goldpreis unter Druck bleiben, solange die Märkte auf die Fed starren. Wer langfristig denkt, sieht in Rücksetzern eher eine Atempause als ein Ende. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Absicherung gegen genau die Risiken sein, die keine Notenbank im Griff hat.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













