
JPMorgan prophezeit Gold bei 8.500 Dollar – Struktureller Wandel statt Strohfeuer

Was sich derzeit am Goldmarkt abspielt, lässt selbst hartgesottene Analysten staunen. Die Rallye des gelben Edelmetalls hat sämtliche Prognosen pulverisiert und Preisniveaus erreicht, die noch vor wenigen Monaten als utopisch galten. Von rund 2.813 Dollar Anfang Februar 2025 katapultierte sich der Goldpreis auf ein schwindelerregendes Rekordhoch von 5.595 Dollar – ein Anstieg, der seinesgleichen sucht.
Volatilität auf Rekordniveau – Nervosität greift um sich
Dass der Kurs aktuell bei 5.130 Dollar notiert, verdeutlicht die extreme Nervosität an den Märkten. Nach derart rasanten Anstiegen ist die Fallhöhe naturgemäß beträchtlich. Schon kleinste Erschütterungen – wie etwa ein Aktiensturz – können den Goldpreis ruckartig in Bewegung versetzen. Die Zeiten der gemächlichen Kursbewegungen sind definitiv vorbei.
Doch damit nicht genug: Die US-Großbank JPMorgan hat nun ein Szenario skizziert, das selbst optimistische Goldanleger aufhorchen lässt. Bis Ende des Jahrzehnts könnte das Edelmetall auf 8.000 bis 8.500 Dollar pro Unze klettern, so die Einschätzung des Analysten Nikolaos Panigirtzoglou.
Privatanleger als treibende Kraft
Der Schlüssel zu dieser Prognose liegt in einer fundamentalen Verschiebung der Anlagestrategien. Privatanleger erhöhen ihre Gold-Allokationen von bisher drei auf nunmehr 4,6 Prozent ihrer Portfolios. Was auf den ersten Blick nach einer marginalen Veränderung klingt, entfaltet in der Summe eine gewaltige Wirkung. Hinzu kommt eine anhaltende Flucht aus langlaufenden Anleihen – ein Trend, der das Vertrauen in klassische Schuldtitel erschüttert.
Die Botschaft ist unmissverständlich: Der nächste Aufwärtstrend beim Goldpreis wird nicht durch ein einzelnes Schockereignis ausgelöst, sondern durch eine strukturelle Umschichtung. Gold etabliert sich zunehmend als strategische Absicherung gegen politische Risiken, Währungsprobleme und Marktvolatilität.
Zentralbanken als stille Preistreiber
Neben den Privatanlegern spielen die Zentralbanken eine entscheidende Rolle in diesem Goldfieber. Ihr gigantischer Kaufdrang entzieht dem Markt kontinuierlich physisches Gold, das in Tresoren verschwindet und dem Handel dauerhaft entzogen wird. Diese Verknappung auf der Angebotsseite treibt die Preise unweigerlich nach oben.
Die jüngsten Daten des World Gold Council für das vierte Quartal 2025 bestätigen diesen Trend eindrucksvoll. Sowohl institutionelle Investoren als auch Privatanleger haben ihre Goldkäufe massiv ausgeweitet.
Die Flucht aus dem Dollar
Die Gründe für diesen Goldrausch sind vielfältig – und sie haben einen gemeinsamen Nenner: Vertrauensverlust. Anleger fliehen aus dem Dollar, aus dem US-Kapitalmarkt, aus Papiergeld generell. Die chaotische Politik der Trump-Administration mit ihren Angriffen gegen die Federal Reserve, gegen Venezuela und möglicherweise bald gegen den Iran verunsichert die Märkte zutiefst.
Trump sägt an der generellen Glaubwürdigkeit des US-Kapitalmarkts – und die explodierende US-Staatsverschuldung tut ihr Übriges. In diesem Umfeld erscheint Gold als der letzte verbliebene sichere Hafen. Nicht zu vergessen: Als langfristiger Inflationsausgleich hat das Edelmetall über Jahrhunderte seine Werthaltigkeit bewiesen.
Physisches Gold als Vermögensanker
Für konservative Anleger, die ihr Vermögen langfristig sichern möchten, bestätigt diese Entwicklung einmal mehr die zeitlose Bedeutung physischer Edelmetalle. Während Papierwährungen und digitale Vermögenswerte den Launen der Politik ausgeliefert sind, bietet Gold eine greifbare Absicherung gegen die Unwägbarkeiten unserer Zeit. Eine Beimischung physischer Edelmetalle zu einem breit gestreuten Portfolio erscheint in diesem Umfeld sinnvoller denn je.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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