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04.09.2026
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Kerkeling zieht 1933-Vergleich: Nachhilfe für die SPD-Fraktion

Kerkeling zieht 1933-Vergleich: Nachhilfe für die SPD-Fraktion
Symbolbild: KI-generiert

Hape Kerkeling hat am Donnerstag bei einer Klausur der SPD-Bundestagsfraktion eine politische Rede gehalten – hinter verschlossenen Türen. Der Komiker zog dabei Parallelen zum Jahr 1933 und nannte den SPD-Politiker Otto Wels sein Vorbild. Die Fraktion veröffentlichte anschließend Ausschnitte.

Der Auftritt fällt in eine brisante Woche: In Sachsen-Anhalt steht die Landtagswahl bevor. Laut aktuellen Wahlumfragen liegt die AfD dort bei über 40 Prozent, die CDU bei rund 22 Prozent – die SPD dümpelt Erhebungen zufolge bei etwa 8 Prozent.

Die Botschaft: Nicht jeder verdient dieselbe Bühne

Kerkeling warnte vor einer aus seiner Sicht falsch verstandenen Toleranz. Wörtlich sagte er:

„Wenn wir jeder noch so kruden Behauptung im Namen der Meinungsfreiheit dieselbe Bühne bauen wie einer geprüften Tatsache, wenn wir jedem Verfassungsfeind im Namen vermeintlicher Fairness denselben Resonanzraum geben wie seinen Gegnern, dann sägen wir nicht am Ast der Intoleranz. Wir sägen am Ast, auf dem wir alle gemeinsam sitzen.“

Ein Satz, der es in sich hat. Denn er lässt offen, wer eigentlich entscheidet, welche Behauptung „krude“ ist – und wer künftig noch eine Bühne bekommt. Kritiker dürften darin weniger eine Verteidigung der Demokratie sehen als einen Appell zur Verengung des Meinungskorridors.

Otto Wels als Vorbild – ein gewagter Vergleich

Kerkeling erinnerte an Otto Wels, den SPD-Vorsitzenden, der im März 1933 im Reichstag als Einziger gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz sprach – jenes Gesetz, das den Weg zur Gleichschaltung ebnete. Wels' Worte stellten einem heute noch „die Nackenhaare“ auf, meinte der Komiker.

Und weiter: „Schweigen wäre bequemer gewesen. (…) Er hat es trotzdem nicht getan. Und genau deshalb stehen wir heute, dreiundneunzig Jahre später, nicht an seinem Grab. Wir stehen in seinem Vorbild.“

Aus Sicht unserer Redaktion hinkt der Vergleich gewaltig. Wels riskierte 1933 Freiheit und Leben; wer heute im geschützten Rahmen einer Fraktionsklausur vor Applaudierenden spricht, riskiert vor allem eines: nichts. Historische Größe lässt sich nicht durch Zitat übertragen.

Lauterbachs Selfie und die Frage nach dem Amt

Flankiert wurde der Auftritt von Karl Lauterbach. Der Ex-Gesundheitsminister postete auf X ein Selfie mit Kerkeling und lobte dessen „Zivilcourage“, die vielen anderen noch fehle. Der Komiker sei ein „intellektueller Kopf“, der klar Stellung beziehe.

Neu ist Kerkelings Engagement nicht. Bei der Verleihung des Eugen-Bolz-Preises 2025 forderte er ein AfD-Verbot – mit dem Bild vom „giftigen Gericht“, das nicht auf die demokratische Speisekarte gehöre. Zugleich wird er als möglicher Bundespräsidenten-Kandidat gehandelt; eine Petition dazu sammelte Berichten zufolge Zehntausende Unterschriften.

Was bei den Bürgern ankommt

Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Warum wächst der Zuspruch für die AfD gerade dort, wo die etablierten Parteien jahrzehntelang regiert haben? Warnungen prominenter Unterhaltungskünstler ersetzen keine Antworten auf Migration, Energiepreise, Rente und schleppendes Wachstum.

Für viele Bürger wirkt dieser moralische Zeigefinger deshalb wie ein Bumerang. Wer Wähler belehrt, statt ihre Sorgen ernst zu nehmen, treibt sie erfahrungsgemäß eher weg – die Umfragewerte in Sachsen-Anhalt sind dafür ein deutliches Indiz.

Unsicherheit als Dauerzustand

Politische Polarisierung, Rekordschulden und ein zerfasernder Parteienwettbewerb: Wer sein Vermögen langfristig denkt, tut gut daran, breit zu streuen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als bewährte Ergänzung, wenn Vertrauen in Institutionen und Papierwerte bröckelt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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