Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
17.02.2026
19:17 Uhr

Kinderpuppen und Waffen: EU nimmt chinesischen Online-Giganten Shein ins Visier

Was muss eigentlich noch passieren, damit die Verantwortlichen in Brüssel und den europäischen Hauptstädten aufwachen? Die Europäische Kommission hat am Dienstag eine umfassende Untersuchung gegen den chinesischen Online-Marktplatz Shein eingeleitet – und der Anlass ist so verstörend, dass man sich fragt, warum nicht schon viel früher gehandelt wurde. Auf der Plattform wurden kindlich aussehende Sexpuppen und Waffen zum Verkauf angeboten. Man lese das noch einmal langsam.

Ein Marktplatz ohne Grenzen – und ohne Moral?

Bereits im November vergangenen Jahres waren die erschreckenden Funde unter den Angeboten der Plattform aufgetaucht. Besonders in Frankreich hatten Regulierungsbehörden Alarm geschlagen. Doch es brauchte offenbar Monate, bis die EU-Kommission sich zu einer formellen Untersuchung durchrang. Die Behörde prüft nun, ob Shein in mehrfacher Hinsicht gegen den Digital Services Act (DSA) verstoßen hat – jenes Gesetz, das Online-Plattformen in der EU regulieren soll und das die Kommission gerne als Meilenstein der digitalen Ordnungspolitik feiert.

Ein hochrangiger Kommissionsbeamter erklärte gegenüber Journalisten, man vermute, dass der Marktplatz es versäumt habe, die Risiken illegaler Waren auf seiner Plattform angemessen zu bewerten und einzudämmen. Neben den besagten Sexpuppen und Waffen seien auch unsicheres Spielzeug und bedenkliche Kosmetikprodukte im Sortiment aufgetaucht. Die möglichen Strafen sind durchaus beachtlich: Bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes könnten fällig werden. Allerdings – und hier wird es typisch für die behäbige EU-Bürokratie – können solche Untersuchungen Jahre dauern.

Suchtdesign und Gamification: Wenn Shopping zur Droge wird

Die Ermittlungen gehen jedoch weit über illegale Produkte hinaus. Die Kommission nimmt auch das suchterzeugende Design der Shein-Plattform unter die Lupe. Bonuspunkte-Programme, die Gamification des Einkaufserlebnisses – all das könnte nach Einschätzung der Behörden das psychische und physische Wohlbefinden der Verbraucher gefährden. Besonders brisant: Das Empfehlungssystem der Plattform und dessen Transparenz stehen ebenfalls auf dem Prüfstand.

Man kennt das Prinzip von TikTok, Instagram und Co. – endloses Scrollen, ständige Belohnungsreize, ein digitaler Dopamin-Kreislauf, der vor allem junge Menschen in seinen Bann zieht. Dass nun auch ein Shopping-Portal mit denselben manipulativen Mechanismen arbeitet, überrascht kaum. Es zeigt aber einmal mehr, wie skrupellos chinesische Tech-Konzerne den europäischen Markt bearbeiten.

Sheins Reaktion: Beschwichtigungen und Versprechen

Unternehmenssprecher Martin Reidy versicherte erwartungsgemäß, Shein nehme seine Verpflichtungen unter dem DSA ernst und habe stets vollumfänglich mit den europäischen Regulierungsbehörden kooperiert. In den vergangenen Monaten habe man erheblich in Compliance-Maßnahmen investiert – darunter umfassende Risikobewertungen, verstärkter Schutz für jüngere Nutzer und die Gestaltung sicherer Nutzererfahrungen.

Bereits im Januar hatte Shein angekündigt, Alterskontrollen einzuführen, um minderjährigen Nutzern den Zugang zu unangemessenen Produkten – etwa regulären Sexpuppen – zu verwehren. Die Kommission überwache die Umsetzung dieser Maßnahmen, so ein weiterer Beamter. Allerdings reiche die Beweislage derzeit nicht aus, um eine eigenständige Untersuchung zum Schutz Minderjähriger einzuleiten.

Irland als Dreh- und Angelpunkt

Parallel zur EU-Untersuchung hat auch die irische Regulierungsbehörde Coimisiún na Meán eine Informationsanfrage an Shein gerichtet, die sich speziell auf den Schutz Minderjähriger konzentriert. Irland ist zuständig, weil Shein dort seinen europäischen Hauptsitz unterhält – ein Umstand, der an die bekannte Praxis erinnert, mit der auch andere Tech-Giganten die vergleichsweise unternehmensfreundliche irische Regulierung für sich nutzen.

Ein Muster wird sichtbar

Die Ankündigung reiht sich in eine breitere Offensive der Kommission zur Durchsetzung des DSA ein. Erst kürzlich wurde festgestellt, dass auch TikTok gegen die Regeln verstößt und unter anderem sein endloses Scrollen ändern müsse, um Strafen zu vermeiden. Das Muster ist unübersehbar: Chinesische Plattformen drängen mit aggressiven Geschäftsmodellen auf den europäischen Markt, während der Schutz europäischer Verbraucher – und insbesondere der Kinder – auf der Strecke bleibt.

Es ist höchste Zeit, dass Europa hier nicht nur mit Untersuchungen droht, sondern tatsächlich durchgreift. Denn was nützen die schärfsten Gesetze, wenn ihre Durchsetzung Jahre dauert und die Plattformen in der Zwischenzeit munter weitermachen? Der Fall Shein ist ein Paradebeispiel dafür, wie unkontrollierte Globalisierung und laxe Regulierung zusammenwirken – zum Schaden derjenigen, die am wenigsten geschützt sind: unserer Kinder. Wer angesichts kindlich aussehender Sexpuppen auf einer frei zugänglichen Shopping-Plattform nicht vor Empörung aufschreit, hat offenbar jedes Gespür für das verloren, was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhalten sollte.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen