
Kohle-Wende in Washington: EPA kippt CO2-Regeln – 310 Milliarden Entlastung

Die US-Umweltbehörde EPA hat am 14. September 2026 in Houston die zentralen CO2-Vorgaben für Kohle- und Gaskraftwerke aufgehoben. Behördenchef Lee Zeldin verkündete den Schritt am Rande eines G20-Energietreffens. Die EPA rechnet mit 310 Milliarden Dollar geringeren Kosten – und will auch die letzten Treibhausgas-Standards für den Kraftwerkssektor streichen.
Das Ende der 90-Prozent-HĂĽrde
Kern der 2024 unter Präsident Biden erlassenen Regel war eine Abscheidequote von 90 Prozent: Kohleblöcke, die über 2039 hinaus laufen sollten, hätten ab 2032 CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) einbauen müssen. Gleiches galt für neue, stark ausgelastete Gasturbinen.
Die damalige EPA hielt CCS für technisch erprobt und bezahlbar. Die heutige Behörde kommt zum gegenteiligen Befund – die Technik sei nicht ausreichend belegt, die Auflagen hätten Kraftwerke faktisch in die Stilllegung gedrängt statt erfüllbare Grenzwerte zu setzen.
Wichtig für die Einordnung: Eine pauschale Abschaltpflicht aller Kohlekraftwerke bis 2039 gab es nie. Anlagen mit früherem Aus fielen in mildere Kategorien. Die gern zitierte Kurzformel „CCS oder Abschaltung“ war schon immer zu grob.
Zwei Behörden, zwei Rechnungen – dieselben Kraftwerke
Die 310 Milliarden Dollar sind eine Prognose über den gesamten Regelungszeitraum, keine schon eingesparten Gelder. Ein zweiter, noch nicht endgültiger Vorschlag soll weitere 370 Millionen Dollar direkte Erfüllungskosten vermeiden; er läuft noch durch die Kommentierungsfrist.
Bemerkenswert ist der Kontrast: Die Biden-EPA veranschlagte für dieselbe Regel 19 Milliarden Dollar Erfüllungskosten – und 370 Milliarden Dollar Netto-Nutzen bis 2047, inklusive Klima- und Gesundheitseffekten. Dass zwei Behörden mit identischen Kraftwerken zu so gegensätzlichen Bilanzen kommen, zeigt vor allem eines: Kosten-Nutzen-Rechnungen im Klimarecht sind politische Rechnungen.
Zeldin gab sich kämpferisch. Laut Mitteilung der Behörde erklärte er:
„Amerikaner werden sinkende Strompreise sehen, aber das ist nur der Anfang.“
Rechenzentren treiben den Strombedarf – Kohleanteil sinkt trotzdem
Der US-Stromhunger wächst rasant. Die Energiebehörde EIA erwartet für 2026 eine Rekorderzeugung von 4.368 Milliarden Kilowattstunden und 2027 einen weiteren Anstieg – Treiber sind Rechenzentren und zusätzliche Industrieproduktion. Der Kohleanteil soll laut EIA dennoch von 16 auf 14 Prozent fallen.
Ein sofortiger Kohleboom ist also unwahrscheinlich, auch wenn die EPA in ihrer Modellierung von einem massiven Anstieg der Kohleförderung für den Stromsektor ausgeht. Umwelt- und Gesundheitsverbände haben Klagen angekündigt, Medienberichten zufolge könnten zusätzlich 123 Millionen Tonnen CO2 im nächsten Jahrzehnt anfallen. Einzelstaatliche Emissionsregeln bleiben ohnehin bestehen.
Und Deutschland? Wettbewerb um jede Kilowattstunde
Während Washington auf Verfügbarkeit und Preis setzt, hält Berlin am Kohleausstieg fest und hat die Klimaneutralität bis 2045 sogar im Grundgesetz verankert. Für energieintensive Betriebe ist das aus Sicht unserer Redaktion ein Standortnachteil, der sich nicht mit Subventionen wegsubventionieren lässt – der Strompreisabstand zu den USA wird eher größer.
Wer die Debatte nüchtern liest, erkennt: Beide Seiten arbeiten mit Milliardenprognosen, deren Eintreffen niemand garantieren kann. Sicher ist nur, dass Energiepolitik Kaufkraft entscheidet. Genau deshalb bleiben harte Sachwerte wie physisches Gold und Silber für viele Sparer eine bewährte Ergänzung, wenn politische Kurswechsel Preise und Inflation bewegen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene Recherche und liegt in der Verantwortung des Anlegers.
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