
Korruptions-Beben in Kiew: Jetzt trifft es Selenskyjs mächtigsten Mann

In Kiew wackelt der innerste Machtzirkel. Der Leiter des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, taucht laut Medienberichten in Abhörprotokollen der Antikorruptionsbehörde NABU auf – im Zentrum eines Geldwäsche-Verfahrens gegen seine frühere Stellvertreterin Iryna Mudra. Berichtet wurde darüber am 26. und 27. August unter Berufung auf Gerichtsunterlagen.
Vom Geheimdienstchef ins Zentrum eines Skandals
Budanow, einst Chef des Militärgeheimdienstes GUR und im Westen als Kriegsheld gefeiert, wurde im Januar 2026 zum Stabschef von Wolodymyr Selenskyj ernannt. Nun soll ausgerechnet er in den Ermittlungsakten als mutmaßlicher Organisator einer Struktur auftauchen – meist nur als „Kyrylo“ oder „Kyrylo Olexijowytsch“.
Mudra, zuvor die Nummer zwei im Präsidialamt, wurde entlassen und ist Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr laut ukrainischen Medien das Verbergen von Vermögen und Geldwäsche vor; von mindestens vier Millionen Dollar nicht deklarierter Werte ist die Rede. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Kaution, Kassenströme, eine Staatsbank
Im Kern geht es um umgerechnet rund 3,4 Millionen Dollar – 150 Millionen Hrywnja –, die laut Anklage über die verstaatlichte Sense Bank gewaschen und für die Kaution des früheren Justiz- und Energieministers Herman Haluschtschenko eingesetzt worden sein sollen. Haluschtschenko war im Februar im Energoatom-Komplex angeklagt worden.
Ein Anwalt zitierte in einer Gerichtsverhandlung am 25. August aus NABU-Mitschnitten. Darin soll Mudra unter anderem gesagt haben:
„Hören Sie, Kyrylo Olexijowytsch hat angerufen und gefragt, was mit der Sense Bank los ist.“
Weiter heißt es in den zitierten Protokollen, Selenskyjs langjähriger Vertrauter Timur Mindytsch – Hauptbeschuldigter im 100-Millionen-Dollar-Komplex „Midas“ und nach Israel abgesetzt – habe „Kyrylo“ gebeten, die Zahlungsströme der Bank zu übernehmen. Das Management sei bereit gewesen, Anweisungen zu befolgen. Belegt ist all das bislang nicht abschließend; die Zuordnung der Stimme ist Gegenstand des Verfahrens.
„Sollen die Gerichte entscheiden“
Budanow selbst wies die Vorwürfe nicht rundheraus zurück. Sein Name falle „an vielen Stellen“, sagte er sinngemäß, und die Gerichte sollten klären, was Menschen möglicherweise falsch verstanden hätten. Zu Mudra erklärte er, eine Entlassung sei ein rechtlicher Vorgang – er kehre niemandem den Rücken, solange nichts endgültig entschieden sei.
Besonders brisant: In den von der NABU veröffentlichten Aufnahmen soll Mudra sinngemäß wiedergegeben haben, Korruption solle man nicht bekämpfen, sondern kontrollieren. Der Nachname des Sprechers wurde ausgepiepst – hörbar blieb Berichten zufolge der Anfangsbuchstabe „B“.
Warum das auch deutsche Steuerzahler angeht
Der Krieg dauert nun über vier Jahre. In dieser Zeit sind Milliarden an westlicher Hilfe nach Kiew geflossen – ein erheblicher Teil davon aus Deutschland und aus EU-Töpfen, für die am Ende der deutsche Steuerzahler mithaftet. Selenskyj selbst ist in keinem der Verfahren Beschuldigter.
Aus Sicht unserer Redaktion stellt sich dennoch eine unbequeme Frage: Wer in Berlin und Brüssel kontrolliert eigentlich, wo dieses Geld landet? Jeder neue Skandal wird gern als Beweis funktionierender Rechtsstaatlichkeit verkauft. Beobachter halten dagegen: Ein System, das sich selbst kontrolliert, ist noch lange keines, das sich selbst reinigt.
Für Sparer ist das eine altbekannte Lektion. Politisches Vertrauen ist flüchtig – physische Edelmetalle wie Gold und Silber kennen weder Abhörprotokolle noch Kautionszahlungen und dienen vielen als solide Beimischung zur Vermögenssicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung und keine Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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