
Krawall-Welle rollt durch Europa: Mob stürmt das Kolosseum!

Die Gewalt aus Frankreichs Vorstädten ist am Samstagabend über die Alpen geschwappt. In Rom drangen vermummte Demonstranten ins Kolosseum ein, in Florenz, Bologna und Turin lieferten sie sich Straßenschlachten mit der Polizei. Auch in Barcelona wurde geplündert. Und für Halloween kündigen gewaltbereite Gruppen dasselbe in deutschen Großstädten an.
Rom: Böller, Tränengas und Touristen auf der Flucht
Los ging es mit einem propalästinensischen Demonstrationszug, der an der Piazza della Repubblica startete. Die Polizei stoppte ihn. Am Largo Santa Susanna flogen dann Gegenstände und Böller, und die Beamten setzten Wasserwerfer und Tränengas ein.
Danach gelang einer Gruppe etwas, das man kaum für möglich gehalten hätte: Sie drang in das rund 2000 Jahre alte Kolosseum ein, das Wahrzeichen der Ewigen Stadt. Touristen rannten davon, im Amphitheater wehten Palästinenser-Flaggen. Erst nach einiger Zeit räumte die Polizei das Denkmal. In der Hauptstadt gab es 96 Festnahmen.
Die Aufmachung kennt man aus Frankreich: schwarze Sturmhauben, Handschuhe, Keffiyehs. Viele Luxusgeschäfte in Rom hatten ihre Schaufenster schon vorher mit Platten verbarrikadiert. Die Händler hatten also mit dem Schlimmsten gerechnet.
Florenz, Bologna, Turin: Barrikaden und brennende Container
In Florenz zogen laut Berichten mehr als 2000 gewaltbereite Demonstranten von der Piazza Santo Spirito in Richtung Via Tornabuoni, der feinsten Einkaufsstraße der Stadt. Auf der Ponte Santa Trinita stoppte die Polizei den Zug, und es kam zu Zusammenstößen. Später blockierten Gruppen die Straßenbahngleise und den Zugang zum Bahnhof.
In Bologna brannten Müllcontainer, Barrikaden versperrten die Straßen. Vor dem Bahnhof setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas ein. Der Rettungsdienst rückte 17 Mal aus, um verletzte Demonstranten und Polizisten zu versorgen. In Turin flogen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf die Beamten.
Die Bilanz: 4292 Anzeigen, 371 Festnahmen
Nur Mailand blieb diesmal weitgehend ruhig. Dort hatten Randalierer eine Woche zuvor Dutzende Geschäfte geplündert. Daraufhin schickte Regierungschefin Giorgia Meloni die Armee: 500 Soldaten, darunter Fallschirmjäger, sorgten diesmal für Ordnung. Die Lektion ist unbequem, aber klar: Wo der Staat Stärke zeigt, bleibt es ruhig.
Das italienische Innenministerium meldet für das ganze Land 4292 Anzeigen und 371 vorläufige Festnahmen. Laut der Zeitung La Repubblica waren darunter 110 Minderjährige und 69 Ausländer. Offiziell richten sich die Proteste Medienberichten zufolge gegen die hohen Lebenshaltungskosten, gegen geplante Obergrenzen für ausländische Schüler in Schulklassen und gegen die Verteidigungspolitik. Mit friedlichem Protest hatten die Bilder vom Samstag allerdings wenig zu tun.
Barcelona: Krawall auf Bestellung per Social Media
Auffällig ist, wie gleichzeitig alles abläuft. In der Nacht auf Sonntag versuchten auch Gruppen in Spanien, die Szenen aus Paris, Lyon, Marseille und Limoges zu kopieren. In Barcelona hatte eine Aktion unter dem Motto „Institut Indignats“ über soziale Medien mobilisiert. Der Name spielt auf die französischen Schülerproteste an.
Rund 600 vermummte Jugendliche sollen 14 Geschäfte geplündert und mehr als 20 Feuer gelegt haben. Etwa 100 Personen wurden festgenommen, 25 von ihnen minderjährig. Viele Sender sprechen weiter von „Schülerprotesten“. Kritiker halten das angesichts solcher Bilanzen für eine gefährliche Verharmlosung.
Halloween-Warnung: Ist Deutschland gewappnet?
Jetzt wird es auch für Deutschland ernst. Auf TikTok kündigen gewaltbereite Gruppen an, am kommenden Wochenende und besonders an Halloween die Bilder aus Frankreich in deutschen Großstädten nachzustellen. Die Polizeiführung erklärt, sie sei darauf vorbereitet.
Viele Bürger dürften das mit Skepsis hören. Beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg galt die Polizei ebenfalls als gerüstet. Trotzdem brannten im Schanzenviertel stundenlang Barrikaden, und Geschäfte wurden geplündert. Aus Sicht unserer Redaktion müssen die Verantwortlichen in Bund und Ländern jetzt zeigen, dass sie den öffentlichen Raum schützen können. Mit warmen Worten nach dem Krawall ist es nicht getan. Rom und Mailand haben vorgeführt, wie schnell die Lage kippen kann und was eine entschlossene Antwort bewirkt.
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Prof. Dr.Polleit
ErnstWolff
MichaelMross
Dr.Brandenburg
FlorianHomm
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