
Krieg am Golf: Wie die Straße von Hormus zur Milliardenfalle wird – und was das für Ihr Vermögen bedeutet

Während in den Talkshows der Republik noch über Gendersternchen und Lastenfahrräder debattiert wird, spielt sich am anderen Ende der Welt ein Drama ab, das die deutsche Wirtschaft härter treffen könnte als jede heimische Steuererhöhung. In der Straße von Hormus, jener schmalen Wasserader, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Frachtverkehrs fließt, herrscht Chaos. Die Versicherungsbranche – sonst nicht für überschäumende Dramatik bekannt – schlägt nun Alarm.
Wenn der Totalverlust zur Realität wird
Der Industrieversicherer Allianz Commercial, nach eigenen Angaben einer der fünf größten Schiffsversicherer der Welt, rechnet mit erheblichen Schadensforderungen aus dem Iran-Krieg. Man habe bereits Schadensmeldungen erhalten, hieß es aus dem Hause, und in einigen Fällen gehe es nicht etwa um Schrammen am Rumpf, sondern um den kompletten Totalverlust ganzer Schiffe. Der globale Leiter für Seeversicherungsschäden ließ verlauten, dass neben dem tragischen Verlust von Menschenleben vor allem Sachschäden an Schiffen und deren Ladung die Hauptursachen seien.
Es sei mit weiteren Ansprüchen zu rechnen, wenn Frachtschäden entstehen, weil Schiffe über längere Zeit auf See festsitzen – die Kosten der Verzögerungen jedoch übernehme die Versicherung in der Regel nicht.
Mit anderen Worten: Wer auf eine schnelle, schmerzlose Abwicklung hofft, wird enttäuscht. Die Rechnung für diesen Konflikt zahlen am Ende viele – und am wenigsten die Verantwortlichen.
Eine Million Dollar pro Durchfahrt
Besonders aufschlussreich ist ein Blick auf die Versicherungsprämien. In diesem Nischenmarkt, der Schiffe gegen Kriegsrisiken absichert, sind die Kosten regelrecht explodiert. Manche Reedereien müssten mittlerweile über eine Million Dollar pro Fahrt berappen, nur um die Straße von Hormus zu passieren. Ein Wahnsinn, der sich am Ende der Lieferkette niederschlägt – beim Verbraucher, der ohnehin schon unter einer hausgemachten Inflation ächzt.
Die Zahlen, die im Raum stehen, sind gewaltig. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation meldet 46 beschädigte oder gar versenkte Handelsschiffe. Öltanker, getroffen von Drohnen und Raketen, machen rund die Hälfte aller Vorfälle aus. Mitte Juni saßen nach Schätzungen noch rund 1150 Schiffe mit etwa 20.000 Seeleuten im Persischen Golf fest – Schiffe und Ladung im geschätzten Gesamtwert von sage und schreibe 125 Milliarden Dollar.
Der Stau, der bleibt
Und selbst wenn das Abkommen zwischen den USA und dem Iran halten sollte und die Meerenge sich wieder öffnet – Entwarnung ist das noch lange nicht. Es werde, so die Einschätzung der Versicherer, geraume Zeit dauern, bis sich dieser monströse Stau der Weltwirtschaft auflöse. Erforderlich seien belastbare Garantien für eine sichere Passage, bevor der Verkehr wieder das Vorkriegsniveau von bis zu 140 Schiffen pro Tag erreichen könne.
Man stelle sich vor: Die internationale Gemeinschaft müsse eingebunden werden, womöglich gar mit einer „Hormus-Mission“, bei der – wer hätte es gedacht – auch Deutschland eine Schlüsselrolle zugedacht werde. Während also die heimische Wirtschaft laut jüngsten Umfragen so stark schrumpft wie seit anderthalb Jahren nicht mehr, soll Deutschland nun auch noch militärisch-logistische Verantwortung am Golf übernehmen. Die Frage drängt sich auf: Wer kümmert sich eigentlich noch um die Interessen der Bürger im eigenen Land?
Was uns dieser Konflikt lehrt
Die Lehre aus diesem Schauspiel ist so einfach wie unbequem: Globale Lieferketten sind verwundbar. Sie hängen an dünnen Fäden – an einer einzigen Meerenge, an der Laune autoritärer Regime, an Drohnen und Raketen. Wer sein Vermögen ausschließlich in Papierwerten, ferngesteuerten Containerschiffen und volatilen Finanzprodukten gebunden hat, lebt gefährlich. Aktien rund um die Golfregion stehen bereits im Fokus nervöser Anleger, und niemand kann seriös vorhersagen, wohin die Reise geht.
Gerade in Zeiten geopolitischer Eruptionen erweist sich, was über Jahrtausende seinen Wert bewahrt hat: physische Edelmetalle. Gold und Silber sitzen nicht in einem Stau in der Straße von Hormus fest. Sie kennen kein Gegenparteirisiko, keine explodierenden Versicherungsprämien, keine Drohnenangriffe. Als krisenfester Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios bieten sie genau jene Stabilität, die in einer Welt voller Brandherde so wertvoll ist.
Hinweis in eigener Sache
Dieser Beitrag stellt ausdrücklich keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jede Anlageentscheidung – sei es in Edelmetalle, Aktien oder andere Vermögenswerte – sollte auf Basis eigener, gründlicher Recherche getroffen werden. Für die individuelle Bewertung Ihrer finanziellen Situation konsultieren Sie bitte einen unabhängigen Fachberater. Die Verantwortung für Ihre Anlageentscheidungen liegt allein bei Ihnen.

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