
Krypto-Riese greift nach Gold-Royalties: Tether stockt auf 14 % auf

Der Stablecoin-Gigant Tether hat seinen Anteil am kanadischen Royalty-Unternehmen Metalla Royalty & Streaming auf rund 14 Prozent hochgeschraubt. Am Montag kaufte die in El Salvador ansässige Investmentgesellschaft nach Angaben aus der Pflichtmeldung 149.116 Aktien für 1,36 Millionen US-Dollar – umgerechnet 9,14 Dollar je Stück. Damit hält Tether nun 13,2 Millionen Metalla-Papiere.
Vom Dollar-Token zum Gold-Player
Der Vorgang ist mehr als eine Randnotiz aus der Bergbaubranche. Er zeigt, wie konsequent einer der größten Kapitalpools der Kryptowelt in harte Vermögenswerte umschichtet. Seit dem 8. Juni hat Tether 1,94 Millionen Metalla-Aktien zugekauft – damals lag der Anteil noch bei rund zwölf Prozent.
Die neue Early-Warning-Meldung war nötig, weil die Zukäufe seit der Juni-Offenlegung die Schwelle von zwei Prozent der ausstehenden Aktien überschritten. Tether bezeichnet die Beteiligung laut Bericht als reines Investment, hält sich aber ausdrücklich alle Optionen offen: weitere Käufe, Teilverkäufe, Gespräche mit Vorstand und Management – bis hin zu Vorschlägen für Änderungen an Kapitalstruktur, Eigentümerschaft oder Geschäftsbetrieb.
Warum Royalties und nicht Minen?
Royalty- und Streaming-Firmen sind die eleganten Trittbrettfahrer des Bergbaus. Sie finanzieren Projekte vor und kassieren dafür dauerhaft einen Anteil an Produktion oder Umsatz – ohne das Risiko explodierender Baukosten, streikender Belegschaften oder havarierender Anlagen.
Metalla hält knapp 100 Gold-, Silber- und Kupfer-Royalties. Dazu zählen 1,5 Prozent auf einen Teil der Côté-Mine von Iamgold in Nordost-Ontario samt der angrenzenden Gosselin-Lagerstätte sowie Beteiligungen an Taca Taca (First Quantum, Argentinien), Copper World (Hudbay, Arizona) und der Goldmine Tocantinzinho (G Mining Ventures, Brasilien). Die Metalla-Aktie gab am Mittwochvormittag in Toronto um 1,3 Prozent auf 12,60 kanadische Dollar nach – Börsenwert: rund 1,2 Milliarden kanadische Dollar.
Metalla-Chef Brett Heath hatte die Motivlage im Aktionärsbrief vom Juni bereits skizziert:
„Sie erkennen die hohen Bewertungen der großen Royalty-Konzerne – und unterbewertete Unternehmen wie Metalla ziehen ihre Aufmerksamkeit auf sich."
146 Tonnen Gold – mehr als manche Notenbank
Begonnen hatte Tethers Royalty-Strategie im Juni vergangenen Jahres mit dem Einstieg bei Elemental Altus Royalties, wo der Konzern rund 32 Prozent übernahm. Parallel wächst der physische Goldberg: Im zweiten Quartal kamen 14 Tonnen hinzu, der Bestand liegt inzwischen bei über 146 Tonnen. Medienberichten zufolge lagert das Metall in einem hochgesicherten Schweizer Bunker – ein Volumen, das die Reserven zahlreicher Zentralbanken übertrifft.
Die Zahlen dahinter sind gewaltig: 1,5 Milliarden Dollar operativer Gewinn im zweiten Quartal, 187,75 Milliarden Dollar Vermögenswerte gegen 183,64 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten – ein Puffer von 4,11 Milliarden Dollar. Das mit Gold hinterlegte Token XAU₮ war Ende Juni mit 22 Tonnen unterlegt; die Kundenbestände legten im Quartal um 9,5 Prozent zu, obwohl der Goldpreis in dieser Zeit um 14 Prozent nachgab.
Die stille Botschaft an Sparer
Wer sich fragt, was ein Emittent digitaler Dollar-Token mit Minenlizenzen in Ontario will, findet die Antwort in dieser letzten Zahl. Selbst im Kursrücksetzer floss Geld ins Gold-Token – nicht heraus. Ein Unternehmen, dessen Geschäftsmodell auf dem US-Dollar fußt, sichert sich offenkundig gegen genau diesen Dollar ab.
Für Privatanleger bleibt die simplere Variante: physisches Gold und Silber im eigenen Zugriff, als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen. Kein Gegenparteirisiko, keine Bilanz, kein Token.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂźlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist fĂĽr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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