
Kupfer vor dem Paukenschlag: Goldman hält Kurs, Traxys sieht 15.000 Dollar

Der rote Metall-Markt brodelt – und das ist noch untertrieben. Während die Welt gebannt auf den eskalierenden Nahost-Konflikt starrt, schreibt Kupfer seine eigene, packende Geschichte. Der Preis hielt sich in dieser Woche souverän über der Marke von 13.200 Dollar je Tonne, kletterte zeitweise sogar über 13.300 Dollar. Vier Wochen in Folge ging es nach oben, und das Allzeithoch vom Januar liegt nur noch 1.000 Dollar entfernt. Wer jetzt noch glaubt, die Rohstoffmärkte seien in ruhigem Fahrwasser, der verschläft gerade den entscheidenden Umbruch.
Straße von Hormuz – der unterschätzte Dominoeffekt
Die Schließung der Straße von Hormuz entpuppt sich als Brandbeschleuniger, den kaum jemand auf dem Radar hatte. Der Grund ist so simpel wie verheerend: Schwefelsäure. Rund ein Fünftel der weltweiten Primärkupferproduktion hängt an diesem unscheinbaren Rohstoff. Wenn die Tanker nicht mehr durchkommen, stockt die Produktion. Es ist ein klassischer Lehrbuch-Fall dafür, wie globale Lieferketten über Nacht kollabieren können – ein Thema, das hierzulande gerne verdrängt wird, solange man in Berlin lieber über Gendersternchen und Klimaneutralität philosophiert.
Verschärft wird die Lage durch Peking: China, der weltgrößte Produzent von Schwefelsäure, will den Export ab dem 1. Mai schlichtweg einstellen. Ein geopolitischer Schachzug mit Ansage. Und während deutsche Industriepolitiker noch überlegen, wie man den nächsten Klimagipfel ausrichtet, sichert sich das Reich der Mitte den Zugriff auf die industriellen Flaschenhälse der Weltwirtschaft.
Goldman Sachs bleibt standhaft – trotz Überschussprognose
Die Analysten von Goldman Sachs haben ihre Durchschnittsprognose für den Kupferpreis bei 12.650 Dollar pro Tonne für dieses Jahr belassen. Und das, obwohl die Bank rein rechnerisch mit einem Überschuss von 490.000 Tonnen kalkuliert. Der Grund für die Gelassenheit: Die Kombination aus Hormuz-Blockade und chinesischem Exportbann könnte den Markt empfindlich verknappen.
Besonders im Visier stehen zwei Schwergewichte der Branche: die Demokratische Republik Kongo und Chile. Im Kongo reichen die Schwefelsäure-Vorräte noch zwei bis drei Monate. Halten die Engpässe bis in den Spätmai oder Juni an, könnten bis zu 125.000 Tonnen Jahresproduktion wegbrechen. Chile, der weltweit führende Kupferproduzent, bezog 2025 laut Goldman rund ein Drittel seiner Schwefelsäure aus China. Ein Bann könnte dort 200.000 Tonnen Produktion gefährden – ein Prozent der globalen Gesamtproduktion. Morgan Stanley ergänzt: Die chilenischen Minenunternehmen produzieren etwa 1,125 Millionen Tonnen Kupfer über das SX-EW-Verfahren, das zwingend auf Schwefelsäure angewiesen ist.
Traxys bläst zur Offensive: 15.000 Dollar in Sicht
Noch deutlich bullischer positioniert sich der Rohstoffhändler Traxys. CEO Mark Kristoff prognostizierte auf dem Financial Times Commodities Global Summit in Lausanne, dass Kupfer in den nächsten 24 bis 36 Monaten die magische Marke von 15.000 Dollar pro Tonne knacken werde. Es sei zwar fraglich, ob dies bereits bis Jahresende geschehe, doch mittelfristig sei die Richtung klar. Auch chinesische Analysten berichten, dass die Verbrauchsdaten im Reich der Mitte rasant steigen. Satellitendaten zeigen, dass die Aktivität chinesischer Kupferhütten im März auf einem Allzeithoch lag, während die Lagerbestände an der Shanghai Futures Exchange scharf zurückgingen.
Was der Vorgang für Anleger bedeutet
Der Kupfermarkt führt in Echtzeit vor, wie fragil die globalisierte Welt tatsächlich ist. Ein geopolitischer Konflikt, eine Meerenge, ein Exportbann – mehr braucht es nicht, um ganze Industriezweige ins Wanken zu bringen. Deutschland, das sich traditionell als Exportnation und Hightech-Standort versteht, ist davon doppelt betroffen. Denn ohne Kupfer keine Energiewende, keine Elektromobilität, keine Digitalisierung. Während also die Bundesregierung die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz gemeißelt hat, wird in Peking darüber entschieden, ob wir die Rohstoffe dafür überhaupt bekommen. Man könnte bitter lachen, wenn es nicht so ernst wäre.
Für den klugen Anleger bleibt die Erkenntnis: In Zeiten geopolitischer Umbrüche und erratischer Preisbewegungen auf den Rohstoffmärkten sind physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrtausenden der bewährte Fels in der Brandung. Sie sind nicht abhängig von einer einzigen Meerenge, nicht vom politischen Kalkül einzelner Staaten und erst recht nicht von der Wetterlage im Außenministerium. Wer sein Portfolio breit aufstellt und physische Edelmetalle als stabilisierende Beimischung versteht, schläft in solchen Zeiten deutlich ruhiger.
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