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26.05.2026
18:40 Uhr

Linker Farbterror in Nienburg: AfD-Bürgerbüro zum fünften Mal attackiert

Linker Farbterror in Nienburg: AfD-Bürgerbüro zum fünften Mal attackiert

Wieder einmal hat sich in einer niedersächsischen Kleinstadt gezeigt, wie weit die Verrohung des politischen Diskurses in Deutschland inzwischen fortgeschritten ist. In der Nacht zu Dienstag haben Unbekannte das Bürgerbüro der AfD in Nienburg an der Weser zum Ziel eines feigen Angriffs gemacht. Gegen drei Uhr morgens, geschützt von der Dunkelheit, besprühten die Täter die Fassade des Gebäudes in der Langen Straße 25 mit greller pinker Farbe und hinterließen den Schriftzug „Nazi Abschaum". Anschließend zertrümmerten sie mehrere Fensterscheiben.

Die Handschrift politischer Gewalt

Die sofort eingeleitete Fahndung der Polizei verlief im Sande – die Täter konnten unerkannt entkommen. Die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg ermittelt nun wegen Sachbeschädigung und bittet die Bevölkerung um Hinweise. Auffällig: Während die Beamten offiziell zurückhaltend formulieren und sich noch nicht festlegen wollen, ob der Fall als politisch motivierte Kriminalität eingestuft werde, lässt die Botschaft an der Hauswand keinen Zweifel daran, aus welcher politischen Ecke der Angriff stamme.

Es handle sich bereits um den fünften Anschlag auf das Büro seit dessen Eröffnung im Oktober 2025, so die Lokalzeitung „Die Harke". Farbattacken, beschädigte Scheiben – die Liste der Sachbeschädigungen wächst stetig. Die Räumlichkeiten dienen nicht nur als Bürgerbüro, sondern beherbergen auch das Wahlkreisbüro des AfD-Bundestagsabgeordneten Micha Fehre, der über die Landesliste Niedersachsen in den Bundestag eingezogen ist.

Wenn der „Kampf gegen Rechts" zur Einschüchterungskampagne wird

Besonders aufschlussreich ist die Vorgeschichte dieses Anschlags. Bereits seit dem vergangenen Jahr hatte es in Nienburg massive Proteste gegen die bloße Präsenz einer demokratisch gewählten Partei in der Innenstadt gegeben. Linke Initiativen riefen im Oktober zu einer Kundgebung in der Langen Straße auf. Der „Runde Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg" forderte im März in einem offenen Brief sogar die Vermieter und Eigentümer auf, die Mietverträge mit der AfD aufzulösen.

Man lasse sich diese Logik einmal auf der Zunge zergehen: Ein Gremium, das vorgibt, gegen Gewalt zu kämpfen, ruft dazu auf, einer im Bundestag vertretenen Partei die wirtschaftliche Grundlage für demokratische Arbeit zu entziehen. Ist das noch Zivilgesellschaft – oder bereits der Vorbote dessen, was wenig später nachts mit Farbeimer und Stein in die Tat umgesetzt wird? Die Frage drängt sich auf, ob hier nicht ein geistiges Klima erzeugt werde, in dem sich die Schläger und Sprayer geradezu eingeladen fühlen müssten.

Das Schweigen der politischen Klasse

Hätte ein Bürgerbüro der Grünen, der SPD oder gar der Linken eine derartige Attacke erlebt – die Republik stünde Kopf. Tagelange Sondersendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wären die zwangsläufige Folge, Lichterketten, Solidaritätsadressen aus jedem Ministerium, eine Bundespressekonferenz mit betroffenen Mienen. Doch wenn es die AfD trifft – die zweitstärkste Kraft im Bundestag, gewählt von Millionen Bürgern – herrscht betretenes Schweigen oder, schlimmer noch, kaum verhohlene Genugtuung in bestimmten Kreisen.

Dieses Zweiklassen-Empörungssystem ist nicht nur unanständig, sondern brandgefährlich für die Demokratie selbst. Wer Gewalt gegen politische Gegner relativiert, weil sie angeblich „die Richtigen" trifft, sägt am Ast, auf dem die freiheitliche Ordnung sitzt. Die Geschichte lehrt uns eindrücklich, dass die Spirale der Gewalt selten dort stehen bleibt, wo sich ihre geistigen Brandstifter sie wünschen.

Symptom einer kranken Debattenkultur

Der Vorfall in Nienburg ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters. Quer durch die Republik werden Wahlkreisbüros der AfD beschädigt, Mitglieder bedroht, Kandidaten an Infoständen angegriffen. Die Spaltung der Gesellschaft, die linke Aktivisten gerne der AfD vorwerfen, wird in Wahrheit von jenen vorangetrieben, die jeden Andersdenkenden zum „Nazi" erklären und damit faktisch zum Freiwild stempeln. Wer einmal als „Abschaum" markiert ist, gegen den scheint dann offenbar jedes Mittel recht.

Es bedarf endlich einer ehrlichen Auseinandersetzung mit linksextremer Gewalt – mit der gleichen Härte und Konsequenz, mit der zu Recht jeder rechtsextreme Vorfall geahndet wird. Solange Politik und Medien jedoch auf einem Auge blind bleiben, wird sich an dieser bedenklichen Schieflage nichts ändern. Die Bürger in Nienburg und anderswo, die sich aus der politischen Mitte heraus für ihre Überzeugungen einsetzen, verdienen den gleichen Schutz wie jeder andere demokratische Akteur. Alles andere wäre ein Offenbarungseid des Rechtsstaates.

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