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Lösungen aus dem Netz: Dobrindt macht Ernst beim Deutsch-Test!

Lösungen aus dem Netz: Dobrindt macht Ernst beim Deutsch-Test!
Symbolbild: KI-generiert

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) will den Deutsch-Test für Zuwanderer verschärfen. Der Grund: Prüfungsaufgaben samt Lösungen sollen nach Angaben seines Ministeriums illegal im Internet gehandelt worden sein. Die Grünen sind empört und sprechen von Sparpolitik. Die Union hält dagegen: Wer betrügt, zeige „besondere Respektlosigkeit“.

Glänzen beim Ankreuzen, schweigen beim Schreiben

Das Bundesinnenministerium beklagt eine Zunahme von Betrugsversuchen. Teilnehmer der Integrationskurse hätten die schriftlichen Testaufgaben und die passenden Lösungen „über das Internet illegal erworben“. Diese hätten sie dann im Prüfungsteil „Hören und Lesen“ eingetragen.

Man stelle sich das vor: Ein Prüfling holt bei den Ankreuzaufgaben fast die volle Punktzahl, die übrigen Prüfungsteile lässt er aber nahezu leer. Dieses Schlupfloch will Dobrindt per Verordnung schließen. Eine Prüfung soll künftig nicht mehr als bestanden gelten, wenn andere Teile gar nicht oder nur unzureichend bearbeitet wurden. Viele Bürger dürften sich fragen, warum das nicht längst so geregelt ist.

Grüne wittern „Sparpolitik“

Gegenwind kommt vom Grünen-Haushaltspolitiker Leon Eckert. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte er, Prüfungsbetrug müsse zwar verfolgt werden. Statt aber die Regeln für „alle ehrlichen Prüflinge“ zu verschärfen, solle das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) lieber sein „Sicherheitsleck“ schließen.

„Herr Dobrindt halbiert die Deutschkurse, streicht die meisten Wiederholungsmöglichkeiten und hebt dann die Prüfungshürde an. Das ist keine Betrugsbekämpfung, das ist Sparpolitik auf dem Rücken derer, die Deutsch lernen wollen.“

Die Argumentation ist allerdings bemerkenswert. Ein ehrlicher Prüfling, der alle Teile ernsthaft bearbeitet, hat von der neuen Regel wenig zu befürchten. Treffen dürfte sie vor allem diejenigen, die sich ihr Ergebnis erschummeln wollen. Kritiker könnten Eckert also fragen, wen genau er da eigentlich schützen möchte.

1,3 Milliarden Euro vom Steuerzahler

Rückendeckung bekommt Dobrindt von Alexander Throm, dem innenpolitischen Sprecher der Unionsfraktion. Es sei „absolut richtig“, dass der Minister prüfe, „wie man Tricksereien und Betrügereien einen Riegel vorschiebt“. Throm unterstützt außerdem höhere Anforderungen an den Test.

„Schließlich geht es bei Sprachkenntnissen nicht um eine Formsache, sondern um einen wichtigen Integrationsnachweis.“

Throm erinnert an die Kosten: Rund 1,3 Milliarden Euro an Steuergeld seien im Jahr 2025 in die Integrationskurse geflossen. Diese Summe zahlen Arbeitnehmer, Handwerker und Mittelständler. Und die stehen ohnehin schon unter Druck, weil der Staat immer neue Schuldenberge auftürmt.

Die Bilanz: Nur gut jeder Zweite schafft B1

Die Zahlen zeigen, wie viel auf dem Spiel steht. Laut „Bild“ haben im vergangenen Jahr 318.550 Zuwanderer den Deutsch-Test abgelegt, meist als Abschluss ihres Integrationskurses. Die Ergebnisse:

  • 175.193 (55 Prozent) erreichten das Niveau B1, mit dem man sich im Alltag auf Deutsch verständigen kann.
  • 102.663 (32,2 Prozent) kamen nur auf das niedrigere Niveau A2.
  • 40.694 (12,8 Prozent) blieben sogar unter A2.

Fast die Hälfte der Teilnehmer verfehlt also das Alltagsniveau, trotz Milliardenförderung. Wenn außerdem Lösungen im Netz kursieren, stellt sich eine unbequeme Frage: Wie viele der bestandenen Prüfungen spiegeln wirklich echte Sprachkenntnisse wider?

Ein Zeugnis muss etwas wert sein

Ein Sprachzertifikat, das man sich kaufen kann, ist wertlos. Das gilt für Arbeitgeber, für Behörden und vor allem für die vielen Zuwanderer, die sich ihren Abschluss ehrlich erarbeitet haben. Gerade sie schützt eine strengere Prüfung. Integration gelingt durch Leistung und Eigenverantwortung, nicht durch ausgefüllte Lösungsbögen aus dem Internet.

Ob Dobrindts Verordnung den Betrug tatsächlich eindämmt, muss sich erst zeigen. Ein überfälliger Schritt ist sie aus unserer Sicht trotzdem.

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