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Kettner Edelmetalle
13.01.2026
20:15 Uhr

Maduro hinter Gittern: Venezuelas gestürzter Machthaber gibt Lebenszeichen aus US-Gefängnis

Maduro hinter Gittern: Venezuelas gestürzter Machthaber gibt Lebenszeichen aus US-Gefängnis

Eine Woche nach seiner spektakulären Festnahme durch amerikanische Spezialkräfte meldet sich Nicolás Maduro erstmals aus der Untersuchungshaft. Der ehemalige venezolanische Präsident, der sein Land über Jahre mit eiserner Faust regierte und dabei in den wirtschaftlichen Ruin trieb, lässt über seinen Sohn ausrichten: „Uns geht es gut. Wir sind Kämpfer." Eine Botschaft, die angesichts der Umstände fast schon tragikomisch anmutet.

Vom Präsidentenpalast in die New Yorker Zelle

Die Nachricht wurde offenbar über Anwälte aus einem Gefängnis in New York übermittelt und von der Regierungspartei PSUV in einem Video verbreitet. Auch Maduros Ehefrau Cilia Flores, die gemeinsam mit ihm bei dem Militäreinsatz in Caracas festgenommen wurde, befinde sich wohlauf. Die Frage, warum eigentlich auch die Gattin des Ex-Diktators in Gewahrsam genommen wurde, bleibt dabei pikant unbeantwortet. Gilt sie als Komplizin im großen Spiel des „Drogenterrorismus", oder handelt es sich um eine besonders zynische Form amerikanischer Gastfreundschaft?

Der Vorwurf des Drogenterrorismus, der nun juristisch aufgearbeitet werden soll, schwebt bereits seit Jahren wie ein Damoklesschwert über Maduro. Dass ausgerechnet die Trump-Administration diesen Schritt wagte und einen amtierenden Staatschef kurzerhand aus seinem eigenen Land entführte, markiert einen beispiellosen Vorgang in der jüngeren Geschichte internationaler Beziehungen.

Bröckelnder Rückhalt in der Heimat

Während Maduro in seiner Zelle sitzt, offenbart sich in Caracas das wahre Ausmaß seiner politischen Isolation. Die Unterstützerkundgebungen, zu denen seine Anhänger am Wochenende aufriefen, entpuppten sich als klägliches Schauspiel. Gerade einmal rund tausend Menschen fanden sich in der Hauptstadt ein – ein Bruchteil dessen, was frühere Mobilisierungen hervorbrachten. Noch bezeichnender: Die hochrangigen Vertreter der Regierung glänzten durch demonstrative Abwesenheit.

Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez zog es vor, ihre Solidaritätsbekundungen von einer Landwirtschaftsmesse aus zu verkünden, statt sich unter das Volk zu mischen. „Ich werde keine Minute ruhen, bis wir unseren Präsidenten wiederhaben", erklärte sie pathetisch in einer Fernsehansprache. Ob diese Worte mehr als hohle Rhetorik sind, darf bezweifelt werden.

Internationale Spannungen auf dem Siedepunkt

Das diplomatische Klima zwischen Washington und Caracas gleicht einem Pulverfass. Während die venezolanische Übergangsregierung offiziell eine Wiederaufnahme der Beziehungen anstrebt, forderte das US-Außenministerium seine Staatsbürger zur „unverzüglichen Ausreise" aus dem südamerikanischen Land auf. Bewaffnete Milizen würden gezielte Durchsuchungen durchführen, die Sicherheitslage sei prekär.

Die Aktion gegen Maduro reiht sich ein in eine lange Geschichte amerikanischer Interventionen in Lateinamerika. Von den Regime-Changes in Libyen und dem Irak über die Destabilisierung Kubas bis hin zu den Ereignissen auf dem Maidan in der Ukraine – das Muster erscheint vielen Beobachtern allzu vertraut. Die Frage, ob solche Operationen tatsächlich der Demokratie dienen oder lediglich geopolitischen Interessen, bleibt dabei stets im Raum stehen.

Venezuela und seine Bodenschätze

Dass Venezuela über die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt verfügt, dürfte bei der amerikanischen Entscheidungsfindung keine unwesentliche Rolle gespielt haben. Die Sanktionspolitik der vergangenen Jahre hat das Land wirtschaftlich ausgeblutet, Millionen Venezolaner in die Flucht getrieben. Ob die neue Situation tatsächlich dem venezolanischen Volk zugutekommen wird, wie manche optimistisch hoffen, oder ob lediglich die Profiteure wechseln, wird die Zukunft zeigen.

Eines steht fest: Die Festnahme Maduros sendet eine unmissverständliche Botschaft an alle Staatschefs dieser Welt, die sich dem amerikanischen Willen widersetzen. Die Souveränität von Nationen, so scheint es, endet dort, wo die Interessen Washingtons beginnen.

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