
Mercedes im China-Schock: Die Gewinnmarge bricht fast um die Hälfte ein!

Der Stern über Stuttgart verliert an Glanz. Wie die Mercedes-Benz Group am Mittwoch mitteilte, ist die bereinigte Umsatzrendite der Autosparte im dritten Quartal 2026 von 4,8 auf nur noch 2,5 Prozent gefallen. Der Konzern nennt vor allem das einbrechende China-Geschäft und hohe Ausgaben für neue Modelle als Gründe.
Weniger als die Hälfte vom Vorjahresgewinn
Auch die absoluten Zahlen tun weh. Der operative Gewinn im Pkw-Geschäft lag bei 560 Millionen Euro und damit unter der Hälfte des Vorjahreswerts. In China lieferte Mercedes nur noch 86.800 Fahrzeuge aus, ein Minus von 31 Prozent.
Laut Vorstandschef Ola Källenius sind die Marktbedingungen im Jahresverlauf „noch herausfordernder geworden, insbesondere in China“. Für eine Marke, die jahrzehntelang als Inbegriff deutscher Ingenieurskunst galt, klingt das ziemlich kleinlaut.
Ein Blick zurück zeigt, wie tief der Fall ist. Im Jahr 2022 erzielte die Pkw-Sparte noch eine Rendite von rund 14,6 Prozent, 2023 waren es etwa 12,6 Prozent. Heute bleibt von jedem Euro Umsatz nur noch ein kleiner Rest übrig.
Die Prognose wird schon wieder gekappt
Schon am Dienstag hatte Mercedes die Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 gesenkt. Für das Autogeschäft rechnet der Konzern jetzt nur noch mit einer Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent. Vorher waren drei bis fünf Prozent angepeilt. Beim Vorsteuergewinn erwartet das Unternehmen nun ein Ergebnis auf Vorjahresniveau. Zuvor hatte es eine deutliche Steigerung in Aussicht gestellt.
Als Begründung verwies der Konzern auf das schwieriger werdende Umfeld in China und auf höhere Kosten im vierten Quartal, darunter steigende Materialpreise. Es ist nicht das erste Warnsignal. Bereits im Juli hatte Mercedes die Umsatzprognose nach unten korrigiert, nachdem der China-Absatz im zweiten Quartal um 30 Prozent eingebrochen war.
Wenn der wichtigste Markt verloren geht
China war lange die Goldgrube der deutschen Autoindustrie. Inzwischen wird der Markt für sie zur Falle. Die Kauflaune im größten Automarkt der Welt bleibt schwach. Zugleich haben deutsche Elektroautos gegen die deutlich günstigeren chinesischen Modelle kaum eine Chance.
Für Kritiker ist das auch eine Folge politischer Weichenstellungen. Brüssel und Berlin haben die Hersteller mit Flottengrenzwerten und Verbrenner-Aus in Richtung Elektromobilität gedrängt, also genau auf das Feld, auf dem Peking mit Kostenvorteilen und staatlicher Förderung den Takt vorgibt. Die Rechnung dafür zahlen nun Standorte, Zulieferer und Beschäftigte in Deutschland.
Lichtblicke: Europa, USA und die Transporter
Källenius verweist dagegen auf das „anhaltende Absatzwachstum in Europa und den USA“. Zwischen Juli und September stieg der Absatz reiner E-Autos im Jahresvergleich um 52 Prozent auf mehr als 78.000 Einheiten. Der Konzernchef zeigt sich überzeugt:
„Unsere neuen Modelle kommen bei unseren Kundinnen und Kunden an.“
Getragen wird das Quartal allerdings von anderen Sparten. Das Transportergeschäft brachte 397 Millionen Euro Betriebsgewinn bei einer Umsatzrendite von 9,4 Prozent. Die Finanzdienstleistungen steigerten ihr Ergebnis deutlich auf 445 Millionen Euro. Källenius sprach von „konsequenter Kostendisziplin“, die zusammen mit Vans und Financial Services den Gegenwind abfedere.
Ironie am Rande: Bei einem Luxusautobauer verdienen derzeit Transporter und Kredite mehr als die Limousinen.
Was das für Anleger und Sparer bedeutet
Die Zahlen zeigen, wie anfällig selbst große Industriewerte sind, wenn Geopolitik, Handelskonflikte und Regulierung zusammenkommen. Zwei Prognosesenkungen in wenigen Monaten sprechen nicht gerade für Planbarkeit. Wer sein Vermögen absichern will, sollte deshalb breit streuen. Physisches Gold und Silber können dabei als krisenfeste Beimischung sinnvoll sein, denn sie hängen weder an Absatzzahlen in Peking noch an Vorgaben aus Brüssel.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt die volle Verantwortung für seine Anlageentscheidungen.
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