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19.08.2026
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Merz-Dämmerung: Treue CDU-Kämpfer sehen nur noch Merkel 2.0

Merz-Dämmerung: Treue CDU-Kämpfer sehen nur noch Merkel 2.0
Symbolbild: KI-generiert

Anderthalb Jahre nach seinem Wahlsieg verliert Friedrich Merz das Wertvollste, was ein Parteichef besitzt: die Loyalität der eigenen Leute. Aus Baden-Württemberg, einst Herzkammer seiner Anhängerschaft, kommt nun offene Abrechnung. Und der Vorwurf wiegt schwer – der Mann, der die Merkel-Ära beenden sollte, verwalte sie bloß weiter.

„Gnadenlos enttäuscht“ – ein Weggefährte rechnet ab

Wolfgang Reinhart, früher Chef der CDU-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, er sei von Merz „gnadenlos enttäuscht“. Der Kanzler habe seine Versprechen nicht gehalten – weder inhaltlich noch bei der Performance, noch als Persönlichkeit.

„Er hat seine Versprechen nicht gehalten, weder bei der Performance noch programmatisch und auch nicht mit seiner Persönlichkeit“

Man habe für ihn „dreimal wie die Löwen gekämpft“, so Reinhart dem Bericht zufolge. Der Effekt: verpufft. In Teilen der Partei rümpft man über solche Töne die Nase. Widersprechen mag inhaltlich trotzdem kaum jemand.

Vom Hoffnungsträger zur „riesigen Projektionsfläche“

Ein erfahrener CDU-Mann aus dem Südwesten beschrieb dem Blatt eine dramatische Umkehr: Vor acht Jahren hätten rund 75 Prozent der Mitglieder dort hinter Merz gestanden – heute habe sich das Verhältnis praktisch gedreht. Ein Vertreter der Jungen Union bringt den Verdacht auf den Punkt, Merz sei über all die Jahre vor allem eine „riesige Projektionsfläche“ gewesen.

Der Bruch begann früh. Schon nach der Wahl im Februar 2025 verständigte sich Merz mit der SPD auf ein gewaltiges Schuldenpaket, von dem im Wahlkampf so nie die Rede war – beschlossen samt Grundgesetzänderung noch mit dem alten Bundestag. Für viele Wähler war das der Moment, in dem das Wort eines Kanzlers seinen Kurs verlor.

Personalrochade als Lehrstück des Chaos

Ausgelöst durch den Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn folgte vor der Sommerpause eine Kette von Wechseln, die kaum jemand erklären konnte. Carsten Linnemann wurde gegen seinen erkennbaren Willen ins Gesundheitsressort geschoben. Verkehrsminister Patrick Schnieder wurde entlassen – sein designierter Nachfolger Fritz Güntzler hielt sich selbst nicht für geeignet und sprang kurzfristig ab.

Reinhart nennt das laut Bericht eine „Zwangsrochade“ und einen „Witz“. Die CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz sagte ein Treffen mit dem Kanzler kurzerhand ab: Es fehle „ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung“.

Steuerreform: Entlastung versprochen, Belastung geliefert

Noch bitterer wird es beim Geld. Angetreten mit dem Versprechen, die Mittelschicht zu entlasten, präsentiert die Koalition einen Entwurf, der laut Kritikern unterm Strich mehr Last bedeutet – weil der Ausgleich der kalten Progression erstmals seit 2015 ausgesetzt werden soll. Dazu steigende Sozialabgaben.

Die Abgeordnete Melanie Bernstein spricht von einer „schwachen Leistung“, ihr Fraktionskollege Yannick Bury warnt, mit den bisherigen Plänen würde „die Steuerbelastung steigen“. Kalte Progression heißt im Klartext: Der Staat kassiert an der Inflation mit, ohne ein Gesetz zu ändern.

Die Quittung an der Wahlurne

Die Wähler ziehen längst Konsequenzen. In einer YouGov-Erhebung von Mitte August 2026 liegt die AfD bei 28 Prozent, die Union bei 20 – acht Punkte Rückstand für eine Kanzlerpartei. Aus Sicht unserer Redaktion ist das keine Kommunikationspanne, sondern die Rechnung für gebrochene Zusagen.

Wer in solchen Zeiten Vermögen sichern will, denkt über die Legislaturperiode hinaus. Physische Edelmetalle bleiben eine bewährte, staatsferne Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio – Papierversprechen sind schon oft entwertet worden.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Entscheidungen eigenverantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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