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16.01.2026
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Merz kritisiert Atomausstieg – doch wo war sein Widerstand, als es darauf ankam?

Merz kritisiert Atomausstieg – doch wo war sein Widerstand, als es darauf ankam?

Es ist ein Schauspiel, das man in der deutschen Politik mittlerweile zur Genüge kennt: Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Ausstieg aus der Kernenergie als „schweren strategischen Fehler" bezeichnet. Eine Aussage, die man durchaus unterschreiben könnte – wäre da nicht der bittere Beigeschmack der Heuchelei. Denn wo war dieser kämpferische Merz, als seine Parteifreundin Angela Merkel 2011 im Fukushima-Fieber die deutschen Atomkraftwerke dem ideologischen Zeitgeist opferte?

Der Bettvorleger, der zum Löwen werden will

Fairerweise muss man einräumen, dass Merz nie ein glühender Befürworter des Atomausstiegs war. Doch an die große Glocke hat er seine Bedenken niemals gehängt. Stattdessen duckte er sich weg, wie so oft in seiner politischen Karriere. Besonders pikant: Es war ausgerechnet Merkel, die ihn einst politisch entmachtete und ins Abseits drängte. Man hätte erwarten können, dass ein Mann mit Rückgrat seiner Widersacherin wenigstens in Sachfragen Paroli bietet. Doch nichts dergleichen geschah.

„Hätte, hätte, Fahrradkette", würde der frühere SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wohl sagen. Und genau das ist das Problem mit Merz: Er sagt zuweilen das Richtige – aber immer erst dann, wenn das Kind längst im Brunnen liegt und jede Korrektur nahezu unmöglich erscheint.

Gundremmingen: Die Sprengung unter Merz' Kanzlerschaft

Besonders entlarvend ist der Blick auf die jüngste Vergangenheit. Im Oktober 2025 wurden die beiden 160 Meter hohen Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen vor den Augen tausender Zuschauer gesprengt. Und wer regierte zu diesem Zeitpunkt bereits als Bundeskanzler? Richtig: Friedrich Merz. Von einem Einschreiten, einem Stopp des Rückbaus oder gar einer energiepolitischen Kehrtwende war nichts zu sehen.

Dabei hätte Merz durchaus Handlungsspielraum gehabt. Mit den Stimmen der AfD wäre eine Mehrheit im Bundestag möglich gewesen, um den Abriss funktionsfähiger Kernkraftwerke zu stoppen. Doch statt zu handeln, versteckte sich der Kanzler hinter seiner selbst errichteten „Brandmauer". Eine Mauer, die ihm nun zum politischen Gefängnis wird.

Der Koalitionsvertrag als Feigenblatt

Im Koalitionsvertrag mit der SPD findet sich kein Wort über einen möglichen Wiedereinstieg in die Kernenergie. Die Sozialdemokraten wollten das nicht – und Merz kuscht. Wie so oft in seiner Karriere gibt er beim leisesten Gegenwind nach. Die Richtlinienkompetenz des Kanzlers, die er vor der Wahl noch vollmundig beschwor, scheint vergessen. Stattdessen lässt er sich von seinem Koalitionspartner die Politik diktieren.

Deutschland im energiepolitischen Abseits

Während Frankreich, Österreich und die Schweiz bei der Stromerzeugung erheblich weniger CO2 freisetzen als Deutschland, feiert der grüne Mainstream hierzulande Rekorde beim Anteil „erneuerbarer" Energien. Was dabei verschwiegen wird: Der deutsche Strom ist trotz horrender Kosten nach den eigenen Maßstäben der Klimaideologen „klimaschädlich". Die Energiewende hat Deutschland nicht nur die höchsten Strompreise Europas beschert, sondern auch eine Abhängigkeit von Importen und wetterabhängiger Zufallsenergie.

Die nun favorisierten Gaskraftwerke, die mit amerikanischem Fracking-LNG betrieben werden sollen, sind keinen Deut klimafreundlicher als Kohlekraftwerke. Doch auch hier fehlt Merz der Mut, gegenzusteuern. Seine unter Merkel großgewordenen grünen Parteifreunde halten weiter am Kohleausstieg fest.

Ein Kanzler ohne Glaubwürdigkeit

Die Reaktionen auf Merz' Aussagen sprechen Bände. In den Kommentarspalten ist von „Pinocchio" die Rede, von einem „Hochstapler" und „Maulhelden". Viele Bürger fühlen sich betrogen von einem Mann, der vor der Wahl das Blaue vom Himmel versprach und nun als Kanzler das genaue Gegenteil liefert. Die Kritik ist vernichtend: Merz sei der schlechteste Kanzler seit Bestehen der Bundesrepublik – und das will angesichts seiner Vorgänger Merkel und Scholz schon etwas heißen.

Es bleibt die bittere Erkenntnis: Deutschland wird von einem Mann regiert, der zwar gelegentlich die richtigen Probleme benennt, aber weder den Willen noch den Mut aufbringt, sie zu lösen. Die Kernkraft ist dabei nur ein Symptom einer viel tieferen Malaise – einer politischen Klasse, die den Kontakt zur Realität und zu den Interessen der eigenen Bevölkerung längst verloren hat.

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