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Kettner Edelmetalle
11.08.2026
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Milliardär freigesprochen, Richter empört: Der Fall Adani platzt

Milliardär freigesprochen, Richter empört: Der Fall Adani platzt
Symbolbild: KI-generiert

Ein Bundesrichter in Brooklyn hat am Montag die Korruptionsanklage gegen den indischen Milliardär Gautam Adani beendet – und dabei ungewöhnlich scharfe Worte für das US-Justizministerium gefunden. In einer 47 Seiten langen Entscheidung gab Richter Nicholas Garaufis dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, das Verfahren fallenzulassen. Zugleich nannte er die Umstände dieser Kehrtwende ausdrücklich "besorgniserregend".

250 Millionen Dollar Schmiergeld – so lautete der Vorwurf

Im November 2024 hatten US-Ermittler Adani und sieben weitere Beschuldigte angeklagt, darunter seinen Neffen Sagar Adani. Der Vorwurf: Man habe indischen Amtsträgern mehr als 250 Millionen Dollar an Bestechungsgeldern zugesagt, um lukrative Solarstrom-Verträge zu sichern.

Medienberichten zufolge sollten diese Aufträge über zwanzig Jahre rund zwei Milliarden Dollar Gewinn abwerfen. Parallel sollen US-Investoren und Banken über die eigenen Anti-Korruptions-Standards getäuscht worden sein, um Milliarden einzusammeln. Die Adani Group – ein Koloss von Häfen über Zement und Energie bis hin zu Medien – hat die Vorwürfe stets bestritten. Vor einem US-Gericht erschien der Unternehmer nie.

Der Richter zerlegt das eigene Justizministerium

Am 18. Mai teilte das Justizministerium mit, es wolle keine weiteren Ressourcen in die Strafverfolgung stecken. Verantwortlich zeichnete Trent McCotter, Principal Associate Deputy Attorney General. Genau ihn nimmt der Richter nun ins Visier.

"Die Unregelmäßigkeiten bei der Entscheidung, die Anklage fallenzulassen, sind besorgniserregend."

McCotter habe, so Garaufis, die fachlichen Einschätzungen zahlloser Beamter verschiedener Bundesbehörden beiseitegeschoben und durch sein alleiniges Urteil ersetzt. Als "höchst ungewöhnlich" bezeichnete er, dass die Entscheidung weitgehend in Zusammenarbeit mit der Verteidigung getroffen worden sei – offenbar ohne Beteiligung der ermittelnden Stellen. Ein Sprecher des Ministeriums verwies laut Berichten auf eine Eingabe McCotters vom Juli, wonach dieser nach eigener Recherche und Analyse entschieden habe.

Drei von fünf Anklagepunkten – der Rest bleibt offen

Bemerkenswert: Berichten zufolge fielen zunächst drei der fünf Anklagepunkte. Bei zwei weiteren behielt sich der Richter die Entscheidung vor, weil formale Anforderungen nicht erfüllt worden seien. Ein juristischer Sieg mit Sternchen also.

Zehn Milliarden Dollar – und ein Anwalt mit prominentem Mandanten

Pikant ist das Umfeld. Adani hatte eine Investition von zehn Milliarden Dollar in den USA samt 15.000 neuen Jobs in Aussicht gestellt. Der Richter prüfte ausdrücklich, ob dieses Angebot die Einstellung beeinflusst habe – und kam laut den Gerichtsunterlagen zu dem Schluss, dass es keine Rolle spielte. Adani selbst versicherte, von einer solchen Absprache nichts zu wissen.

Verteidigt wurde der Unternehmer von Robert Giuffra und einem Team der Kanzlei Sullivan & Cromwell – dieselbe Adresse, die auch Präsident Donald Trump in persönlichen Rechtsfragen mandatiert hat. Ein Umstand, den der Richter in seiner Entscheidung eigens erwähnte. Beobachter sehen darin ein Muster: Es ist nicht das erste prominente Wirtschaftsstrafverfahren, das in Trumps zweiter Amtszeit still eingestellt wurde.

Zuvor hatte die Börsenaufsicht SEC den zivilrechtlichen Strang gegen Adani und seinen Neffen mit 18 Millionen Dollar Strafe beigelegt. Adani selbst reagierte auf X mit "Demut und tiefem Respekt vor dem Justizverfahren"; sein Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit sei ungebrochen geblieben. Sein Vermögen wuchs zuletzt kräftig – er gilt inzwischen als reichster Mann Asiens.

Was Anleger daraus lernen können

Wer glaubt, Recht und Politik seien in Kapitalmärkten sauber getrennt, wird hier eines Besseren belehrt. Wenn Verfahren gegen Konzerngiganten je nach Regierungswechsel neu bewertet werden, ist das ein Risiko, das in keiner Bilanz steht. Physische Edelmetalle sind gegen solche Regierungs- und Justizrisiken zwar nicht immun – aber sie hängen an keinem Aktenzeichen und an keiner politischen Großwetterlage.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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