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Mittagessen für drei Euro: Soll jetzt der Staat Berlin satt machen?

Mittagessen für drei Euro: Soll jetzt der Staat Berlin satt machen?
Symbolbild: KI-generiert

Ein Bündnis aus mehr als 70 Organisationen will in Berlin ein Netz öffentlich finanzierter „Kiezkantinen“ aufbauen. Gesundes Essen soll es dort nach einem Konzept der Linkspartei schon ab drei Euro pro Portion geben. Der Appell richtet sich an die künftige Landesregierung, über die Linke, Grüne und SPD gerade verhandeln.

Jeder Zehnte spart am Teller

Die Begründung der Initiatoren lässt aufhorchen. In der Hauptstadt lasse rechnerisch jeder zehnte Mensch aus Geldnot Mahlzeiten ausfallen. Das ist eine Zahl, die man im Jahr 2026 in einem der reichsten Länder der Welt erst einmal verdauen muss.

Das Bündnis zieht daraus einen weitreichenden Schluss. Der Zugang zu gesunder Ernährung gehöre zur öffentlichen Daseinsvorsorge, also in dieselbe Kategorie wie Trinkwasser oder Nahverkehr. Ob gutes Essen auf den Tisch kommt, dürfe nicht vom Geldbeutel abhängen.

Wer hinter dem Brandbrief steckt

Unterzeichnet haben unter anderem der Ernährungsrat Berlin, die Landesarmutskonferenz und das FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk. Dazu kommen Wissenschaftler und weitere zivilgesellschaftliche Gruppen. Ganz neu ist die Idee nicht: In der Oderberger Straße betreibt bereits ein Sozialrestaurant namens Kiezkantine seinen Betrieb.

Die Forderungen sind deutlich. Die Kantinen sollen in den Koalitionsvertrag des nächsten Senats und in die Haushaltsplanung geschrieben werden. Bestehende Strukturen der Essensausgabe sollen wachsen. Wer Fördergeld will, müsste mehrere Bedingungen erfüllen:

  • gute Arbeitsbedingungen und Inklusion
  • Einkauf nachhaltiger, regionaler Lebensmittel
  • Bildungsarbeit rund um Ernährung
  • eine langfristige Perspektive statt kurzer Projektförderung

Rückenwind aus dem Sondierungspapier

Die Aktivisten wissen, dass die politische Lage günstig ist. Die Linke hatte die Abgeordnetenhauswahl am 20. September laut amtlichem Endergebnis mit 25,7 Prozent klar gewonnen. Das ist ein historisches Ergebnis für die Partei. Die CDU stürzte auf 18,8 Prozent ab, die SPD fuhr mit 12,1 Prozent ein Debakel ein.

Im Sondierungspapier von Linken, Grünen und SPD findet sich bereits das Ziel einer wohnortnahen Versorgung mit bezahlbarem, gesundem Essen in öffentlich zugänglichen Begegnungsräumen. Beschlossen ist allerdings noch nichts. Medienberichten zufolge laufen die Koalitionsverhandlungen holprig, und in der Berliner SPD werden Stimmen laut, die eine Mitgliederbefragung über das Bündnis fordern.

Die unbequeme Frage: Wer bezahlt die Rechnung?

So sympathisch das Ziel klingt, eine Frage bleibt offen. Wer bezahlt das alles? Berlin ist seit Jahren chronisch klamm. Laut Medienberichten sollen die Ausgaben des Landes schon jetzt auf über 44 Milliarden Euro im Jahr steigen. Jede neue Staatsaufgabe landet am Ende bei denen, die mit ihren Steuern den Laden am Laufen halten.

Kritiker dürften außerdem einwenden, dass der Staat hier ein Symptom behandelt und die Ursache übersieht. Wenn in der Hauptstadt jeder Zehnte am Essen spart, liegt das auch an explodierten Preisen, hohen Energiekosten und einer Abgabenlast, die vielen Menschen kaum noch Luft lässt. Die Drei-Euro-Kantine wäre damit eher ein Pflaster als eine Heilung.

Und was sagt es über ein Land, wenn das Mittagessen zur Behördenaufgabe wird? Für viele Bürger, die mit Arbeit und Eigenverantwortung ihre Familien versorgen, ist das ein Warnsignal. Wenn das Geld in der Tasche immer weniger wert ist, wächst die Abhängigkeit vom Staat. Wer dagegen vorsorgen will, setzt seit jeher auf Werte, die keine Notenbank vermehren kann, etwa auf physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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