
Nahost in Flammen: Israels Vergeltungsschlag gegen den Iran sprengt jede Friedensordnung â und Trump steht hilflos daneben

Was sich in den letzten 48 Stunden in Westasien abgespielt hat, ist keine bloĂe Fortsetzung eines schwelenden Konflikts mehr. Es ist der gefĂ€hrlichste Eskalationssprung seit Ausbruch des Iran-Krieges im Februar â ein FlĂ€chenbrand, der die gesamte Region zu verschlingen droht. Und mittendrin: ein amerikanischer PrĂ€sident, der seine eigenen VerbĂŒndeten offenbar nicht mehr zĂŒgeln kann.
Eine Chronik der Eskalation
Die Abfolge der Ereignisse liest sich wie ein dĂŒsteres Drehbuch zur regionalen Katastrophe. Am Sonntag, dem 7. Juni, bombardierte Israel ohne Vorwarnung Dahiyeh, das sĂŒdliche Vorstadtviertel Beiruts. Ein WohngebĂ€ude wurde getroffen, mindestens zwei Menschen kamen ums Leben, zwanzig weitere wurden verletzt â und das nur wenige Tage, nachdem in von den USA moderierten GesprĂ€chen einem erneuten Waffenstillstand zugestimmt worden war.
Noch am selben Abend antwortete der Iran mit mehreren Wellen ballistischer Raketen auf Nordisrael. Die Revolutionsgarden bestĂ€tigten, den LuftwaffenstĂŒtzpunkt Ramat-David ins Visier genommen zu haben. In ihrer ErklĂ€rung warnten sie unmissverstĂ€ndlich, dass kĂŒnftige Antworten âalle amerikanischen und zionistischen Ziele in der gesamten Region einschlieĂen" wĂŒrden. Am Montagmorgen um 4:43 Uhr Ortszeit schlug Israel zurĂŒck â Explosionen wurden aus Teheran, Isfahan, TĂ€bris, Karadsch und Nadschafabad gemeldet.
Der entmachtete PrÀsident
Das vielleicht Aufschlussreichste an dieser Eskalation sei die vollstĂ€ndige Entmachtung des amerikanischen PrĂ€sidenten durch seinen eigenen VerbĂŒndeten. Donald Trump habe Netanjahu Berichten zufolge bereits vor einer Woche in einem Telefonat â gespickt mit deftigen Worten â davon abgehalten, Beiruts Vororte anzugreifen. Als Israel dennoch zuschlug, habe Trump gegenĂŒber Fox News lediglich erklĂ€rt, er sei ânot happy about it". Wenige Stunden, nachdem er Netanjahu erneut gedrĂ€ngt habe, nicht zurĂŒckzuschlagen, bombardierte Israel den Iran.
Ein US-PrÀsident, der einen Waffenstillstand vermitteln will, wÀhrend sein vermeintlicher Partner jeden Stillstand als Sprungbrett zur nÀchsten Eskalation nutzt, steht vor einem Scherbenhaufen seiner gesamten Nahost-Politik.
Man stelle sich das einmal vor: Die selbsternannte FĂŒhrungsmacht des Westens, die so gerne ĂŒber die ganze Welt richtet, kann nicht einmal ihren eigensten VerbĂŒndeten in die Schranken weisen. Ein bemerkenswertes Schauspiel, das die Grenzen amerikanischer Allmachtsfantasien schonungslos offenlegt.
Der Libanon im Dauerfeuer
Die Zahlen aus dem Libanon sind verheerend. Ăber 3.500 Tote seien dort seit dem 2. MĂ€rz zu beklagen. Israels Bodeninvasion habe Ende Mai ihre tiefste Eindringtiefe seit einem Vierteljahrhundert erreicht. Zwei Waffenstillstandsabkommen wurden binnen weniger Wochen gebrochen â ein Muster, das sich durch die gesamte Geschichte der Region zieht.
Die libanesische Armee, die zwar Kontrollpunkte im Landesinneren besetzt, ist militÀrisch praktisch bedeutungslos. So entsteht ein diplomatisches Theater, in dem alle Beteiligten so tun, als existiere ein handlungsfÀhiger Staat, der die Vereinbarungen durchsetzen könnte, die er unterschreibt. Eine Farce mit tödlichen Konsequenzen.
Ein FlÀchenbrand greift um sich
Die Nebenwirkungen der Eskalation breiten sich rasant aus. Aus dem Jemen wurden Raketenstarts Richtung Israel gemeldet. Der irakische Luftraum wurde fĂŒr 72 Stunden gesperrt, Explosionen nahe Bagdad auf israelische Jets zurĂŒckgefĂŒhrt. Syrien sperrte seinen Luftraum fĂŒr zwölf Stunden, ĂŒber Damaskus wurden Detonationen registriert. Selbst in Saudi-Arabien, unweit der US-Luftwaffenbasis Prince Sultan, heulten die Sirenen.
Israel bestĂ€tigte unterdessen einen Angriff auf eine petrochemische Anlage im iranischen Mahshahr. Die Houthis erklĂ€rten alle mit Israel verbundenen Schiffe im Roten Meer zu militĂ€rischen Zielen. Das israelische MilitĂ€r plant nach Berichten eine groĂ angelegte Mobilisierung von ReservekrĂ€ften â man gehe davon aus, am Anfang einer mehrtĂ€gigen militĂ€rischen Konfrontation zu stehen.
Eine neue strategische RealitÀt
Teherans Entscheidung, nach monatelanger ZurĂŒckhaltung wieder direkt zuzuschlagen, folge einer klaren strategischen Logik. Der Iran habe seit der April-Waffenruhe wiederholt erklĂ€rt, israelische Angriffe auf libanesisches Territorium als Bruch jener Waffenruhe zu betrachten. Mit dem jĂŒngsten Raketenangriff als Reaktion auf einen Angriff im Libanon habe Teheran die sogenannte âEinheit der Einsatzgebiete" von einer rhetorischen Allianz in eine operative Garantie verwandelt â ein Wendepunkt, der die gesamte Sicherheitsarchitektur der Region auf den Kopf stellt.
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Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenverantwortlich zu recherchieren und fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst die Verantwortung zu tragen. Eine Haftung fĂŒr getroffene Entscheidungen wird ausdrĂŒcklich ausgeschlossen.

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