
Nato adelt Apple: iPhone und iPad für militärische Geheimnisse freigegeben
Was noch vor wenigen Jahren undenkbar schien, ist nun Realität geworden: Die Nato hat iPhones und iPads offiziell als sicher genug eingestuft, um damit vertrauliche militärische Informationen auszutauschen. Damit sind die Apple-Geräte die ersten handelsüblichen Endverbraucherprodukte, die diesen prestigeträchtigen Status erhalten. Ein bemerkenswerter Schritt – und einer, der Fragen aufwirft.
Vom Luxusspielzeug zum Militärgerät
Bislang mussten Soldaten und Militärangestellte auf speziell aufgerüstete, maßgeschneiderte Geräte zurückgreifen, wenn sie Dokumente mit dem Siegel „Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch" austauschen wollten. Diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. Künftig dürfen Nato-Angehörige ihre dienstlichen Geheimnisse auch über handelsübliche iPhones und iPads kommunizieren. Man fragt sich unwillkürlich: Ist das ein Triumph der Technologie – oder ein Zeichen dafür, wie weit sich das westliche Militärbündnis bereits von seinen eigenen Sicherheitsstandards entfernt hat?
Ivan Krstić, Apples Chef für Sicherheitsentwicklung und Architektur, zeigte sich naturgemäß begeistert. Vor dem iPhone hätten sichere Geräte ausschließlich hochtechnisierten Regierungs- und Unternehmensorganisationen zur Verfügung gestanden, verbunden mit massiven Investitionen in maßgeschneiderte Sicherheitslösungen. Apple habe die „sichersten Geräte der Welt" für alle Nutzer entwickelt. Eine Aussage, die man durchaus mit einer gewissen Skepsis betrachten darf.
Sicherheitszertifizierung als Marketinginstrument?
Für Apple ist die Nato-Zertifizierung zweifellos ein gewaltiger Achtungserfolg – und ein Marketingcoup sondergleichen. Wenn selbst das mächtigste Militärbündnis der Welt einem Gerät vertraut, das Millionen Menschen täglich zum Scrollen durch soziale Medien nutzen, dann sendet das eine unmissverständliche Botschaft an Regierungen und Unternehmen weltweit. Die Sicherheitsmaßnahmen seien nun gemäß den Sicherheitsanforderungen der Nato-Staaten zertifiziert, betonte Krstić – „anders als bei anderen Geräten in der Industrie". Ein Seitenhieb, der vor allem in Richtung der Konkurrenz zielen dürfte.
Denn auch Google schläft nicht. Der Techgigant bemüht sich mit seinen Pixel-Smartphones ebenfalls um militärische Anerkennung. Bereits im vergangenen Oktober hatte das US-Kriegsministerium die Google-Geräte mit dem Android-Betriebssystem auf seine „Approved Product List" gesetzt, wodurch sie im Netzwerk des Ministeriums genutzt werden dürfen. Der Wettlauf um die Gunst der Generäle ist also längst eröffnet.
Europas digitale Abhängigkeit wächst weiter
Was bei all dem Jubel über technologische Errungenschaften gerne übersehen wird: Europa macht sich mit dieser Entscheidung noch abhängiger von amerikanischer Technologie. Während die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump mit Zöllen von 20 Prozent auf EU-Importe die europäische Wirtschaft unter Druck setzen, öffnet die Nato bereitwillig ihre sensibelsten Kommunikationskanäle für US-Produkte. Wo bleibt die europäische Alternative? Wo ist die digitale Souveränität, von der Brüsseler Bürokraten so gerne schwadronieren?
Deutschland, das gerade ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur aufgelegt hat und gleichzeitig seine Verteidigungsausgaben massiv steigern will, wäre gut beraten, auch in eigene Sicherheitstechnologien zu investieren, statt sich blind auf kalifornische Konzerne zu verlassen. Doch von der neuen Großen Koalition unter Friedrich Merz ist in dieser Hinsicht bislang wenig zu hören. Man verlässt sich lieber auf Apple – und hofft, dass Tim Cook wohlgesonnen bleibt.
Vertrauen ist gut, Kontrolle wäre besser
Die Nato-Zertifizierung mag ein technologischer Meilenstein sein. Doch sie offenbart zugleich ein strukturelles Problem des westlichen Bündnisses: die wachsende Abhängigkeit von privatwirtschaftlichen US-Konzernen in sicherheitskritischen Bereichen. In einer Zeit, in der geopolitische Spannungen zunehmen, der Ukraine-Krieg andauert und die Eskalation im Nahen Osten neue Dimensionen erreicht, sollte man sich fragen, ob die Sicherheit eines Militärbündnisses wirklich in den Händen eines Unternehmens liegen sollte, dessen primäres Ziel – bei allem Respekt – der Quartalsgewinn ist.
Eines steht fest: In unsicheren Zeiten wie diesen suchen nicht nur Militärs nach Sicherheit. Auch private Anleger sind gut beraten, ihre Vermögenswerte breit zu streuen und auf bewährte Werte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als krisenfester Wertspeicher bewährt – ganz ohne Software-Updates und Sicherheitszertifikate.
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